Nach Tankerunglück auf dem Rhein: Wenig Hoffnung auf Überlebende

14. Jänner 2011, 11:19
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Säure wird möglicherweise über Monate in den Fluss abgelassen- Schifffahrt weiter gesperrt

Nach der Havarie eines Tankschiffes im Rhein bei St. Goarshausen ist die Hoffnung gering, die zwei vermissten Bootsleute lebend zu bergen. Die Suche nach den beiden sollte am Freitagvormittag fortgesetzt werden, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Bingen sagte. Die Bergung des mit knapp 2.400 Tonnen Schwefelsäure beladenen Bootes könne sich möglicherweise über Monate hinziehen, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Loreleyhafen von St. Goarshausen mit. Die Schifffahrt auf dem Rhein blieb weiter gesperrt.

Das Schiff war am Donnerstag in der Früh auf der Höhe des Loreley-Felsens gekentert und liegt auf der Seite. Die Ursache des Unglücks war noch unklar. Zwei Bootsmänner konnten nach der Havarie verletzt an Land gebracht werden, von ihren beiden Kollegen fehlte jede Spur.

Am Donnerstag waren sechs Taucher in den Wohnbereich des 110 Meter langen Schiffes vorgerückt. Nach den Aussagen der beiden geretteten Männer befand sich ein Crewmitglied während des Unglücks am Steuerstand. Dieser wurde laut Schifffahrtsamt komplett abgerissen. Die Suche nach den beiden vermissten Besatzungsmitgliedern kann nur bei Tageslicht durchgeführt werden.

Laut Lagezentrum sind derzeit zwei Kräne aus Rotterdam und Duisburg auf den Weg zur Unglücksstelle. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass der Tanker beim Versuch ihn zu heben, auseinanderbrechen könnte, sagte ein Sprecher. Es gebe auch die Möglichkeit, die Schwefelsäure über Monate aus dem Tanker in den Fluss abzulassen. Diese verdünne sich so stark, dass keine Gefahr für die Umwelt bestehe, fügte der Sprecher hinzu. Dazu müsse die Säure aber in kleinen Mengen über einen langen Zeitraum abgelassen werden. (APA/dapd)

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