Alois Stöger im Interview

"Keine eisernen Vorhänge durch Landesgrenzen"

Marie-Theres Egyed, Rosa Winkler-Hermaden, 14. Jänner 2011, 14:08
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    "Wenn man Weltmarktführer ist, muss man sich jeden Tag bemühen, das zu bleiben."

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    "Im Gesundheitssystem haben Paukenschläge wenig Platz."

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    "Ich will nicht jeder Headline in einer Zeitung nachjagen, sondern Politik für PatientInnen machen."

Gesundheitsminister Stöger über seine Verhandlungen mit den Ländern und warum das Gesundheitssystem ohne "Paukenschlag" auskommt

"Es geht nicht um die Frage, wer der Bessere ist: Maier, Müller oder Huber", sagt Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), dessen Aufgabe es ist, in Sachen Gesundheitsreform einen Kompromiss zwischen Bund, Ländern, der Ärztekammer und dem Hauptverband herzustellen. "Ich möchte mich nicht unter Druck setzen lassen", zeichnet er einen Zeithorizont bis zum Jahr 2014. Zu diesem Zeitpunkt muss der Finanzausgleich mit den Ländern stehen. Warum es im Gesundheitsbereich unterschiedliche "Interessenslagen" gibt, wie es um den Reformwillen der Länder steht und weshalb er keine private Krankenversicherung hat, erklärt Stöger im Interview mit derStandard.at.

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derStandard.at: Josef Pühringer sagt im Interview mit dem STANDARD: "Die Länder sind weder Reformblockierer noch -verhinderer, wenn man mit uns ordentlich auf Augenhöhe redet." Wenn Sie an die Gesundheitsreform denken - sehen Sie das auch so?

Stöger: Ich halte sehr viel davon, auf Augenhöhe miteinander zu reden: man soll darüber reden, was PatientInnen brauchen. Wir haben heute andere Formen der Kommunikation als zu Zeiten des ersten Krankenanstaltengesetzes. Wir müssen das Gesetz modernisieren und einen einheitlichen Rahmen für ganz Österreich schaffen, an den sich die Landesregierungen halten müssen. 

derStandard.at: "Die Länder sind weder Reformblockierer noch -verhinderer." Was sagen Sie dazu?

Stöger: Wenn man es generell sagt, würde ich das schon so sehen. Aber es gibt schon einige Bereiche, wo mehr Reformbemühungen da sein könnten.

derStandard.at: Als Sie Ihre Pläne in Sachen Spitalsreform angekündigt haben, war die Kritik der Länder groß. Warum wollen Sie ihnen eigentlich Kompetenzen entziehen?

Stöger: Wir haben derzeit zehn Spitalsgesetze, dazu braucht man elf Entscheidungen von gesetzgebenden Körperschaften. Das ist keine moderne Form, wie man mit einem komplexen Thema umgeht. Mit einem einheitlichen Rahmen gelingt die regionale Steuerung. Die Nähe zum Patienten ist entscheidend.

derStandard.at: Es bleiben auch Kompetenzen bei den Ländern?

Stöger: Die Landesregierungen behalten die gleichen Aufgaben, ihr Aufgabenbereich wird sogar erweitert. Die Versorgungen sollen auch über die Landesgrenzen hinweg berücksichtigt werden. Beispielsweise liegt Steyr in Oberösterreich an der Landesgrenze zu Niederösterreich. Wenn man im Krankenhaus Steyr eine Leistung anbietet, muss man auch die Versorgung in Waidhofen an der Ybbs und im Bezirk Amstetten miteinbeziehen. Wenn man das berücksichtigt, wird die Entscheidungsmöglichkeit der oberösterreichischen Landesregierung größer. Das ist das Ziel: Es soll keine eisernen Vorhänge durch Landesgrenzen geben.

derStandard.at: Sie sagen immer, Österreich ist Weltmarktführer im Gesundheitssystem. Warum brauchen wir dann überhaupt eine Reform?

Stöger: Wenn man Weltmarktführer ist, muss man sich jeden Tag bemühen, das zu bleiben. Wir müssen uns weiterentwickeln. Man sieht, wieviel sich in den Spitälern in den letzten fünfzehn Jahren verändert hat: Wir haben veränderte Methoden in der medizinische Betreuung, Menschen werden älter. Daher müssen jeden Tag die Leistungen an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden. Wir sind effizienter, wenn wir uns überlegen, nach welchen Zielen wir die Weiterentwicklung ausrichten.

derStandard.at: Neben den Ländern, die bei der Gesundheitsreform mitreden wollen, gibt es drei große Player, die bestimmen wollen, wie es weitergeht: den Hauptverband, die Ärztekammer und Sie als Gesundheitsminister. Wer wird sich durchsetzen?

Stöger: Ich hoffe die PatientInnen, es geht nicht um die Frage, wer der Bessere ist: Maier, Müller oder Huber. 

derStandard.at: Es gibt trotzdem mindestens drei verschiedene Meinungen und Ansätze?

Stöger: Ja, es gibt einzelne Nuancen. Das hat mit Interessenslagen zu tun.

derStandard.at: Der Hauptverband will zum Beispiel, dass bis 2020 5,7 Milliarden im Gesundheitssystem eingespart werden. Würden Sie diese Summe auch so ansetzen? 

Stöger: Ich bin sehr vorsichtig, wir müssen das Gesundheitssystem aus der Gesundheit heraus definieren und nicht aus den Kosten. Das ist ein Unterschied. Es geht schon darum, effizient mit Gesundheit umzugehen, aber vor allem die Qualität zu erhöhen, Versorgung anzubieten, Überversorgung hinten anzuhalten, gegen Unterversorgung anzutreten. Wir haben in Bereichen Unterversorgung und da muss man hinschauen. Dort, wo wir Überversorgung haben, muss abgebaut werden. 

derStandard.at: Sie wollen keine konkreten Zahlen nennen? 

Stöger: Ich möchte eine bessere Gesundheitsversorgung in Österreich. Wir haben derzeit eine Steigerung in den Spitälern von plus acht Prozent über dem BIP. Das geht nicht, da muss man jetzt hinschauen, damit wir diesen Trend wieder an das Wachstum in Österreich anpassen. 

derStandard.at: Der Hauptverband will die Finanzierung aus einem Topf: Warum bezeichnen Sie das als "autoritären Entscheidungsapparat"? Was sagen Sie zur Finanzierung aus zwei Töpfen, wie es die Ärztekammer vorschlägt?

Stöger: Diese Topffrage ist so was von unwichtig. Wichtig ist, dass es eine klare Verantwortung für Planung, Steuerung und Finanzierung gibt. Derzeit ist es so, dass der eine sich auf Kosten des anderen sanieren will. Das geht nicht. Wir müssen uns viel mehr ansehen, in welchen Behandlungsprozessen sich ein Patient befindet, wenn er chronisch oder auch akut krank ist. Daran muss man arbeiten, anhand dieser Behandlungskette müssen wir die Qualität der Behandlung verbessern. Wenn ein Patient schneller gesund ist, haben wir weniger Kosten. Es könnte zwar sein, dass die Kosten im Gesundheitswesen in Teilbereichen ansteigen, aber für die Gesellschaft werden die Kosten niedriger, weil man im Sozialbereich spart. 

derStandard.at: Der Hauptverband hat angekündigt eine Nationale Gesundheitskonferenz einzuberufen. Warum wollen Sie daran nicht teilnehmen?

Stöger: Ich hab nicht gesagt, dass ich daran nicht teilnehmen werde. Ich bin mir aber nicht so sicher, wenn das der Hauptverband macht, ob alle die gleiche Bereitschaft haben, daran mitzuwirken. Man muss jetzt den Dialog mit den Ländern führen. Wenn aber andere Gruppen für so einen Weg auch bereit sind, scheitert eine solche Konferenz an mir sicher nicht.

derStandard.at: Zu einem anderen Thema: Sozialminister Hundstorfer hat seinen Vorschlag für das Freiwillige Soziale Jahr präsentiert. Die Freiwilligen sollen 1300 Euro brutto verdienen. Wie gefällt Ihnen dieser Vorstoß?

Stöger: Gut.

derStandard.at: Das wird ja auch auf den Gesundheitsbereich Auswirkungen haben, viele Zivildiener sind hier im Einsatz.

Stöger: Wenn es gelingt, die Leistungen der Zivildiener in einer anderen Form zu erbringen, dann ist dieser Vorschlag ein sehr, sehr guter. Man kann sich freiwillig im Gesundheitssystem beteiligen, umrahmt von einer durchaus akzeptablen Finanzierung. Man orientiert sich an normalen Arbeitsverhältnissen. 

derStandard.at: Der Generalsekretär des Roten Kreuz befürchtet, dass es nicht genug Freiwillige geben könnte und das System dadurch geschwächt wird.

Stöger: Das ist eine Einschätzung, die würde ich nicht so teilen. Ich kenne viele Menschen, die sagen, es ist durchaus interessant Erfahrungen im Gesundheitsbereich zu haben. Gerade beim Roten Kreuz gibt es ja viele Freiwillige, die wertvolle Dienste leisten. Denken wir an die Feuerwehr. Da sind viele freiwillig tätig.

derStandard.at: 2011 hat gerade erst begonnen, werden wir am Ende des Jahres wissen, wie die Gesundheitsreform aussieht?

Stöger: Ich weiß, dass Reformen immer auch Zeit benötigen. Ich hab sehr klar gesagt, mein Zeithorizont ist der neue Finanzausgleich, der am 1.1.2014 stehen muss. Wenn es schneller geht, ist es mir auch recht. Aber ich möchte die Zeit nutzen, dass wir zu guten Ergebnissen kommen. Ich möchte mich nicht unter Zeitdruck bringen lassen. 

derStandard.at: Den großen Paukenschlag bei der Gesundheitsreform wird es nicht geben, befürchtet der NÖ-Landesrat Wolfgang Sobotka.

Stöger: Es gibt schöne Musik ohne Paukenschlag. Noch einmal - es geht darum: ist man in dieser Gesellschaft bereit für eine seriöse Auseinandersetzung über das Gesundheitssystem? Im Gesundheitssystem haben Paukenschläge wenig Platz. 

derStandard.at: Sie haben eine positive Bilanz über Ihre bisherige Regierungsarbeit gezogen. Trotzdem wurden Sie in den Medien in der Vergangenheit als Ablösekandidat gehandelt. Wie gehen Sie damit um?

Stöger: Das ist eine alte Diskussion. Ich will nicht jeder Headline in einer Zeitung nachjagen, sondern Politik für PatientInnen machen. Manchmal bin ich vielleicht leiser, dann wird vielleicht nicht so wahrgenommen, was man tatsächlich leistet. Aber wenn Sie sich ansehen, welche Gesetze wir verändert haben, wie der Prozess in der Arbeit mit den Berufsgruppen funktioniert, wie es auch gelungen ist, wieder Vertrauen zwischen der Politik und den Berufsgruppen herzustellen, dann hat sich der Weg, vertrauensorientiert an das Gesundheitswesen heranzugehen, durchaus ausgezahlt. 

derStandard.at: Viele Menschen, die es sich leisten können, versichern sich privat. Haben Sie eine private Zusatzversicherung?

Stöger: Nein. Ich will in Österreich ein Gesundheitssystem haben, das die beste Medizin im Sozialversicherungssystem zustande bringt. Es gibt in Österreich theoretisch niemanden mehr, der nicht mehr krankenversichert ist. Mit der Einführung der Mindestsicherung am 1. September 2010 ist jede Österreicherin, jeder Österreicher, jedes Kind, das in Österreich angemeldet ist, krankenversichert. Wenn sich jemand nicht meldet, mag es noch Problemlagen geben. Aber jeder, der in Österreich kein U-Boot ist, hat den Anspruch auf eine Krankenversicherung. Das hat es seit Bestehen dieser Republik noch nie gegeben. Darauf bin ich stolz. (Marie-Theres Egyed, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 14.1.2011)

ALOIS STÖGER (51) ist seit zwei Jahren Gesundheitsminister. Davor war er Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.

Kommentar posten
21 Postings
Franz Bauer8
00
26.1.2011, 00:24
"das Gesundheitssystem aus der Gesundheit heraus definieren und nicht aus den Kosten"

ich stelle es mir nicht einfach vor, mit der ärtzekammer und dem hauptverband im nacken, reformen umzusetzen. das braucht zeit. alois stöger kommt vom fach, da er jahrelang selbst auf der gkk tätig war. daher weiß er auch wovon er redet und was fehlt oder nicht funktioniert. also mein vertrauen hat er. eine vereinheitlichte lösung wäre allerdings wünschenswert.

skifoarn ohne noarn
01
17.1.2011, 17:33
viele der kritiker werden irgendwann auch

im spital landen-privat oder nicht privat
operationen
zufällig kann ein genialer oberarzt die besseren finger haben , als ein überarbeiterter primar

der zufall entscheidet dann-und kein geld auf der welt

netdoc
00
16.1.2011, 19:58
Nur keine Eile!

Es wird schon so lange über eine Spitals- und Gesundheits-System-Reform geredet ... das hat keine Eile, man sollte sich nicht drängen lassen ... das hat Zeit ... vielleicht sollte man ein Projekt aufsetzen oder einmal den Ist-Zustand erheben oder eine Studie in Auftrag geben oder ... so ... naja, es wird einen nächsten Tag geben und man wird wieder über das Gesundheitssystem reden ... vielleicht eine Pressekonferenz ... dann könnte die Kammer sich äußern ... vielleicht Präsident Dorner oder Obmann Mayr ... oder ... naja ... Hauptsache, es geht irgendwie weiter ... und natürlich wird es einmal eine Reform geben müssen ... am besten eine Totalreform ... es darf sich nur nichts ändern!!!!!
Solange wir reden, kann ja keiner etwas sagen ... naja

kiwi100
00
15.1.2011, 06:45
Was sind Sie für ein GESUNDHEITSminister ...

der anscheinend der festen Überzeugung ist, dass die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher im Krankenhaus produziert wird? Was sind Sie für ein GESUNDHEITSminister, der ständig von Spitälern quasselt obwohl 100x mehr Menschen außerhalb davon versorgt, gepflegt und betreut werden. Warum kein Wort über den niedergelassenen Bereich, die allgemeinmedizinische Versorgung, und warum kein Wort über die Pflege und Betreuung durch Angehörige, die immense Bedeutung der Selbstversorgung bei chronischen Erkrankungen? Und warum Herrr GESUNDHEITSminster KEIN Wort über GESUNDHEIT und darüber wie sie entsteht, gefördert und erhalten werden kann? Sie sind ein KRANKENVERSORGUNSminister, NEIN ein SPITALSKRANKENVERSORGUNGSMINISTER, Herr Minister!!!

Fraho
00
15.1.2011, 10:21
viele Worte, aber....

....leider KEIN Vorschlag der praktisch nachvollziehbar wäre!

Fraho
00
15.1.2011, 06:06
warum spricht keiner über die Finanzierung

Die Krankenhäuser werden durch ein Punktesystem "entlohnt". Je mehr Leistungen - je mehr Punkte .
Daher macht jedes Haus möglichst viele Leistungen/Untersuchungen um zu möglichst viel Geld zu kommen. Daher auch kurze Aufnahmen, obwohl Ambulanzversorgung möglich wären, viele werden entlassen und bald darauf wieder aufgenommen - das alles bringt PUNKTE und um de geht es HAUPTSÄCHLICH.
Schafft die Bundesländer ab, die brauchen wir seit dem EU-Beitritt absolut nicht mehr!

Chris_v_Berg
 
00
14.1.2011, 22:40
ich möchte eine eisernen vorhang rund um wien

Van_Tom
00
14.1.2011, 18:18
Sanieren

"Derzeit ist es so, dass der eine sich auf Kosten des anderen sanieren will. Das geht nicht."

Die Aussage gefällt mir besonders. Wenn bestimmte Leistungen / Aufgaben den SV Trägern übertragen werden, kommt der Bund nicht immer zur Gänze bzw. gleich für die Kosten auf. Wenn die Finanzen der Träger aus den Ufern geraten, wird - wie allseits bekannt - über die Unwirtschaftlichkeit der Kassen debattiert.

Es gibt leider kein System, wo alle gleich und völlig fair behandelt werden. Persönlich bin ich jedoch der Ansicht, dass vor allem kinderreiche und benachteiligte Menschen eine Krankenversicherung haben. Ohne Kompromisse.

Die USA zeigt es ganz deutlich, wie die "Weltmacht" mit einer KV für alle umgeht.

bullfrog
16
14.1.2011, 15:53
"Keine eisernen Vorhänge durch Landesgrenzen"

Das Thema " der Landesgrenzen" wäre doch sehr leicht zu lösen: eine einzige Krankenkasse - keine OÖGKK, keine NÖGKK usw., des weiteren auch keine Lehrer- Eisenbahner- und andere Krankenkassen. Dann würden vielleicht mal alle Österreicher die gleichen Leistungen erhalten.
Dann würden auch die Verwaltungskosten gesenkt werden können. Obwohl... wahrscheinlich würden dann andererseits die Arbeitslosenzahlen steigen.... denn wo sollten all die dann überflüssigen Verwaltungsangestellten unterkommen.

chistyle .at
00
16.1.2011, 09:11

und was machst dann mit den scheidenden vorständen?aufsichtsräten,direktoren usw...
geht ja gar nicht...

Chris_v_Berg
 
00
14.1.2011, 23:26
hab ich auch scon öfters gesagt steigt aber keiner darauf ein warum?

ein böser würde jetzt sagen es gingen versorgungsposten für parteigünstlinge abhanden

Selbständiger
71
14.1.2011, 14:38
Hat der von seinem Job überhaupt eine Ahnung?

Möchte mich nicht unter Druck setzten lassen:
Weiter so, weiter Beamtenmikado spielen. Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Die Regierungen arbeiten ja auch erst ca. 30 Jahre daran.

Anspruch auf Krankenversicherung?
Ja, man hat Anspruch darauf, zu zahlen. Einen Anspruch auf Leistung, hat man jedoch nicht. Zahlen in Österreich, Behandlung und nochmals dafür zahlen im benachbarten Ausland. Schon mal was von "Geldleistungsberechtigung = vertagsloser Zustand als Belohnung für HBM-KV Beiträge) gehört, Herr Unfähigkeitsminister im Gesundheitsbereich?

Auf Augenhöhe verhandeln?
Ja, wenn man sich schön langsam vom Mastdarm aus hocharbeitet, erreicht man auch irgendwann die Augenhöhe der Landeshauptleuteblockierer.

Van_Tom
01
14.1.2011, 18:14
GSVG

Geschätzter Herr Selbstständiger!

Sie schreiben hier definitiv Unwahrheiten. Damit meine ich, dass es sich nicht um meine Meinung handelt, sondern um Fakten:

Ja, in Österreich herrscht das Gesetz der Pflichtversicherung. Sprich, sie müssen im Rahmen der ausgeübten Tätigkeit Beiträge die Sozialversicherung in Österreich bezahlen. Ihrem Spitznamen zu entnehmen, unterliegen Sie dem GSVG. Im Jahr 2010 gab es kurzzeitig einen vertragslosen Zustand.

Sie haben jedoch definitiv per Gesetz Anspruch auf Leistungen! Wenn Sie sich als Geldleistungsberechtigter einstufen haben lassen, hat sich für Sie gar nichts geändert. Als Sachleister haben Sie Kostenersätze bekommen. Spitalskosten waren auf jeden Fall als Sachleistung abgedeckt!

Selbständiger
00
14.1.2011, 18:56
Sie sind 100 %ig kein GSVG-Versicherter,

der je über der HBM gelegen ist und eine Arztleistung benötigt hat. Wenn man über der HBM liegt, ist man als Geldleistungsberechtigter dauerhaft in den vertragslosen Zustand versetzt.

Von 47 eingereichten Rechnungen wurde in den letzten 10 Jahren kein einziger Cent (kein Tippfehler, kein einziger) bezahlt. Der Versuch, einen Leistungskatalog zu erhalten, auf den sich die SV bei den Ablehnungen immer bezog, wurde nach 4 Jahren erfolglos abgebrochen.

Die SV der gewerblichen Wirtschaft genau wie die WK. Zwangsmitgliedschaft ohne Gegenleistung oder zumindest nur für Funktionäre. Wer wie Sie nur theoretischen Unsinn von sich geben kann und von der Praxis keine Ahnung hat, sollte seine Postings sorgfältiger formulieren.

Van_Tom
02
14.1.2011, 19:17
GSVG

Ich habe oben geschrieben, dass sich für Sie - durch den vertragslosen Zustand - nichts geändert hat. Sie treten ohnehin immer als Privatpatient auf.

Den Sachverhalt, dass Sie von keinen der 47 eingereichten Rechnungen etwas erhalten haben, lasse ich so stehen. Dazu kann in dieser Form nichts geschrieben werden.

Ich erkenne aus Ihren Zeilen, dass Sie sehr unzufrieden mit dem System sind. Mir ist völlig klar, auch das habe ich notiert, dass es nicht für jeden fair ist. Persönlich bin ich nicht der Kassier oä. der etwas davon hat. Bin einfach ein Bürger und Zahler wie Sie, der hinter dem System steht. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Wenn Sie von der Praxis schreiben, dürfen Sie bitte nicht nur Ihre Ausgangslage bewerten!

Selbständiger
20
14.1.2011, 20:08
Ich kann zwar nicht verstehen, wie man hinter solch einem Unrecht stehen kann, akzeptiere als Demokrat aber Ihre Meinung.

Bedenklich für mich ist, dass man mit solch ungerechten Systemen die Gesellschaft spaltet. Ich bekenne mich zum Leistungssystem, dass jemand, dem es besser geht er auch mehr zur Gesellschaft beitragen kann und soll.

Beim ESt. Gesetz gibt es nicht umsonst eine Einschleifregelung. damit nicht wenn jemand einen Euro mehr verdient, ihm weniger bleibt als jemanden, der weniger verdient.

Das SV System inkl. der ganzen Beihilfen- und Förderungsthematik berücksichtigt diese Einschleifung nicht Somit wird in diesem System Leistung bestraft.
Solch ein korruptes System kann und will ich nicht unterstützen. Ich finde dieses System verabscheuungswürdig und diejenigen, die sich so etwas ausgedacht haben schlicht für unfähig. wer schweigt, stimmt zu.

Andreas Prucha
00
17.1.2011, 18:16

Bei der Einkommenssteuer gibt es kein "Einschleifsystem", sondern Progressionsstufen. Innerhalb der Stufe zahlt jeder gleich viel Steuern. Das heisst der Gutverdiener zahlt für den untersten Einkommensanteil genausowenig Steuer wie der Schlechtverdiener. Usw. Bei den Krankenkassenbeiträgen gibt es das nicht. Die Schwierigkeiten treffen hier aber nicht so sehr die Gutverdiener, als die Schlechtverdiener, da der Beitrag mit der Höchstbeitragsbemessungsgrundlage gedeckelt ist. Gutverdiener zahlen also ab der Höchstbeitragsbemessungsgrundlage im Verhältnis zum Einkommen immer weniger.

Fraho
00
15.1.2011, 06:00
alle zusammen legen!

eine einzige Krankenkasse - keine OÖGKK, keine NÖGKK usw., des weiteren auch keine Lehrer- Eisenbahner- und andere Krankenkassen. Dann würden vielleicht mal alle Österreicher die gleichen Leistungen erhalten.

nussknacker8
10
14.1.2011, 17:48

ein gesundheitsminister der nicht für den nichraucherschutz eintritt ist absolut entbehrlich und rücktrittsreif. In der wirtschaftskammer und tabakindustrie ist sicher ein job für ihn frei!

Didi84
11
14.1.2011, 14:27

Keine Frage ueber das Raucherschutzgesetz. Ist wahrscheinlich schon wieder ein alter Hut.

Ahnungs Loser
00
14.1.2011, 15:26
jep

seit vorgestern ist rauchen wieder "in"

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