Zielgröße der Sicherheitskräfte reicht nicht aus

13. Jänner 2011, 19:00
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Armee soll bis Ende 2011 auf 171.600 Soldaten wachsen

Kabul - Armee und Polizei in Afghanistan müssen nach Einschätzung der Regierung in Kabul größer werden als bisher geplant. Die bisherige Zielgröße von 400.000 Beamten werde vermutlich nicht ausreichen, damit die einheimischen Sicherheitskräfte die Aufgaben der internationalen Truppen 2014 übernehmen könnten, erklärte der Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums, General Saher Asimi, am Donnerstag in Kabul. "Wir können nicht vorhersagen, wie die Sicherheitslage 2014 aussehen wird", sagte er. "Aber in Anbetracht der derzeitigen Situation wird Afghanistan mehr als 400.000 Soldaten und Polizisten brauchen, um die Sicherheitsverantwortung 2014 zu übernehmen".

Die USA wollen im Juli mit dem Abzug der ersten ihrer fast 100.000 Soldaten in Afghanistan beginnen. Vergangenen Woche kündigte das US-Verteidigungsministerium jedoch zunächst die Entsendung weiterer 1.400 Marineinfanteristen an. Die NATO plant, ihren Kampfeinsatz am Hindukusch Ende 2014 zu beenden, sofern es die Sicherheitslage zulässt. US-Vize-Präsident Joe Biden hatte den Afghanen bei einem Besuch in dieser Woche allerdings auch ein längerfristiges Engagement angeboten. Er hoffe, dass die Afghanen bis Ende 2014 selbst für die Sicherheit in ihrem Land sorgen könnten, sagte er. US-Truppen würden jedoch auch über dieses Datum hinaus im Land bleiben, falls die Afghanen es wünschten.

Die afghanische Armee verfügt nach Asimis Worten derzeit über 149.5000 Soldaten und soll bis Ende des Jahres auf 171.600 Soldaten wachsen. Die Zahl der Polizisten lag im November bei 120.000. 2013 soll Afghanistan über 240.000 Soldaten und 160.000 Polizisten verfügen. Sowohl die Polizei als auch die Armee kämpfen jedoch mit großem Schwund, hauptsächlich wegen Desertionen und Opfern durch Angriffe und Kämpfe. Die Verluste seien so hoch, dass 133.000 Beamte ausgebildet werden müssten, um am Ende 50.000 Sicherheitskräfte zu haben, sagte der Leiter der Ausbildungsmission, General William Caldwell, im September.(APA/Reuters)

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