Lauda-Air-Maschine holt Österreicher aus Monastir

15. Jänner 2011, 14:03
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Insgesamt sollen sich rund 200 Landsleute in Tunesien aufhalten

Wien - Trotz der Unruhen und der politisch unübersichtlichen Lage fühlen sich die österreichischen Touristen, die derzeit in dem nordafrikanischen Land Urlaub machen, überwiegend "sicher". Diese Ansicht vertrat der Sprecher des Reiseveranstalters TUI Österreich, Josef Peterleithner, am Samstag. TUI wollte noch am Samstag eine Lauda-Air-Maschine nach schicken, um Österreicher in die Heimat zurückzuholen.

Sonst waren vorerst aber keine großen Rückholaktionen nach Wien bekannt. Allerdings wurden österreichische Touristen auch von deutschen Reiseveranstaltern nach Deutschland evakuiert. So wurde die Fluglinie Fly Niki beispielsweise ausschließlich für Sonderflüge in das Nachbarland gechartert. Wie Milene Platzer, Sprecherin von Fly Niki erklärte, wurden für das Wochenende mehrere Sonderflugzeuge von deutschen Reiseveranstaltern angefordert, um vorwiegend deutsche Touristen in ihre Heimat zu bringen. "Die Maschinen fliegen dann leer von Frankfurt nach Wien zurück", sagte Platzer. Reguläre Flüge von Österreich nach Tunesien gebe es von Fly Niki im Winter nicht, so Platzer.

TUI Österreich orientiert sich in seinen Aktivitäten wiederum an TUI Deutschland, die eine groß angelegte Rückholaktion gestartet hat. Österreicher, die Tunesien verlassen wollen, würden vorerst ebenfalls nach Deutschland gebracht. Von dort werde dann eine individuelle Rückreise nach Österreich erfolgen. Während TUI Deutschland rund 1.000 Gäste aus tunesischen Ferienorten wie Monastir oder von der Insel Djerba evakuiert, dürften es bei TUI Österreich "nur ein paar wenige sein", wie Sprecher Peterleithner betonte.

Über TUI Österreich dürften derzeit rund 80 Österreicher in Tunesien sein, insgesamt wird die Zahl auf rund 200 geschätzt. Eine genaue Zahl lag auch dem österreichischen Außenministerium am Samstag nicht vor. In den klassischen Touristenanlagen war laut Informationen von TUI Österreich von den Unruhen aber weitgehend nichts zu bemerken. "Die Touristen sind ja auch nicht das Ziel", so der Sprecher.

Eine umfassende Rückholaktion wurde auch vom Reisekonzern Thomas Cook gestartet. Wie der deutsche Konzernsprecher Mathias Brandes mitteilte, werden österreichische Gäste gemeinsam mit deutschen Urlaubern vorerst einmal nach Deutschland ausgeflogen. Von dort gehe es dann mit Bahn, Bus oder dem Flugzeug weiter nach Österreich. Nach Angaben vom Freitag waren rund 100 Österreicher mit Cook-Reisen in Tunesien, die Zahl der deutschen Urlauber wurde mit rund 2.000 angegeben.

Botschaft erhält zusätzliches Personal

 

Ein Unterstützungs-Team von Beamten des Außen-, Innen- und Verteidigungsministeriums soll die österreichische Botschaft in Tunis unterstützen. Das wurde am Samstag von einem im Außenministerium angesiedelten Krisenstab aus Vertretern aller drei Ressorts beschlossen. Laut Aussendung soll die Verstärkung der österreichischen Vertretung in Tunesien dazu dienen, "um österreichischen Staatsbürgern vor Ort bestmöglich zu helfen".

Wann die Beamten genau nach Tunis entsandt werden, wurde am frühen Samstagnachmittag in den Ministerien noch geklärt. Das Bürgerservice des Außenministeriums stehe in laufendem Kontakt mit den Außenministerien anderer EU-Mitgliedstaaten sowie auch mit Reiseveranstaltern und Fluglinien, um Möglichkeiten für Rückflüge von österreichischen Touristen aus Tunesien zu identifizieren und zu organisieren, hieß es weiters.

Dem Außenministerium lagen laut der Aussendung "derzeit keine Hinweise vor, dass Österreicher, die sich in Tunesien aufhalten, durch die Unruhen in dem nordafrikanischen Land zu Schaden gekommen sind".

(APA)

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