Neues Wissen wird im Schlaf aktiv abgespeichert

2. Februar 2011, 19:45
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Lübeck - Es hilft tatsächlich beim Lernen, das erworbene Wissen eine Nacht zu überschlafen, behaupten deutsche Forscher im "Journal of Neuroscience". Sie fanden bei Experimenten mit 191 Testpersonen heraus, dass das menschliche Gehirn im Schlaf vor allem solches Wissen im Langzeitgedächtnis speichert, das für die Zukunft wichtig ist. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. 2. 2011)


Österreich fällt im Innovationsranking zurück

Österreich hat gegenüber dem Vorjahr beim EU-Vergleich an Innovationskraft eingebüßt. Lag die Alpenrepublik bisher auf Platz sechs unter allen 27 EU-Staaten, kam sie im neuen "Innovationsanzeiger 2010" der EU-Kommission nur mehr auf den siebenten Rang. Pionier in Sachen Innovation ist innerhalb der Europäischen Union nach wie vor Schweden, gefolgt von Dänemark, Finnland und Deutschland. (APA)

Laufzeit des LHC in Genf bis Ende 2012 verlängert

Nach bisherigen Plänen wäre der Large Hadron Collider (LHC) Ende dieses Jahres in eine längere Pause gegangen. Doch nun soll die Maschine bis Ende 2012 mit der gegenwärtigen Energie laufen. Denn es scheint, als ob sich schon mit 3.5 TeV "neue Physik" (wie das Higgs-Boson oder Supersymmetrie) zeigen könnte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 02.02.2011)


Hüpfen gegen den Hirnschwund im Alter

Washington - Aerobic im Alter ist gut für das Gedächtnis: Schon ein leichtes Training führt zur Vergrößerung eines für das Erinnern wichtigen Gehirnbereichs, berichten US-Forscher im Fachblatt PNAS. Während dreimal wöchentlich hüpfende Senioren sich nach einem Jahr über zwei Prozent Wachstum der Hirnregion im Hippocampus freuen durften, schrumpfte sie bei Senioren, die nur Dehnungsübungen machten, um 1,4 Prozent. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 01.02.2011)


DNA-Analysen bestätigen Nabokovs Falter-Theorie

London - Vladimir Nabokov, der Autor von Weltromanen wie "Lolita", war nebstbei auch Schmetterlingsexperte und brachte es sogar zum Kurator im Museum für komparative Zoologie an der Uni Harvard. Als solcher stellte er 1945 die damals eher belächelte Theorie auf, dass eine bestimmte Gruppe von amerikanischen Polyommatus-Bläulingen in mehreren Wellen über die Beringstraße aus Asien eingewandert sein musste. Nabokovs erstaunliche These wurde nun durch ein Forscherteam rund um Naomi Pierce von der Uni Harvard in den "Proceedings" der Royal Society B tatsächlich bestätigt. DNA-Analysen hatten ergeben, dass Polyommatus aus Asien einflatterte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 29./30. 1. 2011)

Abstract
Proceedings of the Royal Society B: "Phylogeny and palaeoecology of Polyommatus blue butterflies show Beringia was a climate-regulated gateway to the New World"


Extrem erwärmter Einfluss auf die Arktis

Kiel - Das atlantische Wasser in der Framstraße, einer Meerenge zwischen Grönland und Spitzbergen, ist in den vergangenen 2000 Jahren noch nie so warm gewesen wie heute. Das belegen Untersuchungen von Forschern des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften IFM-Geomar. Sie konnten mithilfe von fossilen tierischen Einzellern nachweisen, dass die Temperatur des einströmenden Atlantikwassers in den vergangenen hundert Jahren um etwa zwei Grad Celsius gestiegen ist, wie sie in Science (Bd. 331, S. 450) schreiben.

Nationalbibliothek richtet Suchhilfe für Nachlässe ein 

Wien - Gute Nachricht für Geschichtestudenten und Historiker aller Art: Die Österreichische Nationalbibliothek hat ein Internetportal eingerichtet, auf dem Verzeichnisse in Österreich verwahrter künstlerischer, wissenschaftlicher und kulturpolitischer Nach- und Vorlässe abrufbar sind. Rund 6000 Nachweise sind ab sofort online zugänglich. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. Jänner 2011)


Infektion bei Fadenwurm lässt Forscher hoffen

San Francisco - Ein Tier hat sich eine Virusinfektion zugezogen, und die Biomedizin freut sich. Der Grund der Euphorie (im Online-Fachlatt "PLoS Biology"): Angesteckt wurden Vertreter des Fadenwurms C. elegans, dem man die Fähigkeit zum Infiziertwerden bislang nicht zutraute. Da C. elegans zu den besterforschten Lebewesen zählt, hoffen die Forscher dank der Virusinfektion zu klären, welche Gene bei der Krankheitsabwehr beteiligt sind. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 27. 1. 2011)

Link
PLos Biology: "Natural and Experimental Infection of Caenorhabditis Nematodes by Novel Viruses Related to Nodaviruses"


Louis-Jeantet-Preis 2011 an drei Forscher vergeben

Der renommierte Louis-Jeantet-Preis - eine Art "Vor-Auszeichnung" für den Nobelpreis - geht dieses Jahr an den deutschen Biochemiker Stefan Jentsch und das norwegische Hirnforscherpaar Edvard und May-Britt Moser. Die Preisträger erhalten je 600.000 Schweizer Franken (461.929 Euro) für ihre Forschung und 100.000 Franken zur eigenen Verfügung. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.01.2011)


Bizarrer Verwandter des Tyrannosaurus entdeckt

Peking/Washington - Einen einzigartigen Dinosaurier haben chinesische Forscher in der Inneren Mongolei gefunden. Er ist der erste sogenannte Echsenbecken-Dinosaurier, der nur eine große Klaue an der Vorderpfote aufweist, während andere meist drei Finger haben, wie die Wissenschafter im Fachblatt PNAS berichten. Die einmalige Klaue deutet auf eine komplizierte Evolution in der Vorderpfote dieser Dinosaurier hin. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 25.01.2011)


Lernerfolge lassen sich durch Erinnern steigern

Washington - Gemeinhin wird das Erinnern von neu erworbenem Wissen als das Resultat von Lernprozessen angesehen. Dem halten US-Psychologen der Uni Purdue im Fachblatt Science (online) eine andere Sicht entgegen. Schreibt man das Gelesene aus der Erinnerung auf, wird das Gelernte viel besser angeeignet, als wenn man es etwa durch Concept-Maps visualisiert, die in den USA als bevorzugtes Lernkonzept gelten. (tasch)

Extrem religiöse Menschen vermehren sich stärker

London - Wirtschaftsprofessor Robert Rowthurn von Uni Cambridge ist so etwas wie der aufgeklärte Thilo Sarrazin Englands. In den Proceedings of the The Royal Society B warnt er auf Basis von Daten des World Values Survey, dass extrem religiöse Menschen mehr Kinder haben und deshalb zur Mehrheit werden könnten. Die Amish-People haben zum Beispiel eine Fruchtbarkeitsrate von 6,2 Kindern. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. Jänner 2011)


Acht Mal täglich Obst oder Gemüse freut das Herz

London - Kürzlich erst haben Forscher widerlegt, dass Obst und Gemüse vor Krebs schützen. Fürs Herz allerdings dürften die Früchte und das Grünzeug sehr wohl gesund sein: Britische Mediziner schreiben nun jedenfalls im "European Heart Journal", dass Menschen, die acht Portionen Obst oder Gemüse täglich essen (eine Portion entspricht einer kleinen Karotte oder einem mittelgroßen Apfel), ein um 22 Prozent geringeres Risiko haben, an koronaren Herzerkrankungen zu sterben. An der Studie, die seit 1992 läuft, nehmen immerhin 300.000 Menschen teil. Allerdings könnten Obst- und Gemüseesser generell eher gesund leben.

Forscher entdecken wichtigen Helfer im Darm

London - Ein deutsches Forscherteam fand heraus, dass ein Peptid namens Beta-Defensin 1 in sauerstoffarmer Umgebung wie dem Dickdarm eine große Wirkung entfaltet. Es schützt die Darmwand vor gesundheitsschädlichen Pilzen und könnte dabei helfen, chronisch-entzündliche Erkrankungen zu verhindern, wie die Wissenschafter im Fachjournal "Nature" berichten. (APA/red/DER STANDARD, Printausgabe, 20. 1. 2011)


Jedes fünfte Pferd in England ist übergewichtig

Einer Studie der Uni Nottingham zufolge sind Probleme mit Übergewicht bei Pferden in Großbritannien prozentual ähnlich verteilt wie bei der menschlichen Bevölkerung. Ein Fünftel der privat gehaltenen Pferde auf der Insel sei übergewichtig, so die Veterinärmediziner. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 19.01.2011)


Bei Prüfungsangst hilft einfache Aufschreibübung

Washington - Wer unmittelbar vor einem wichtigen Test seine Sorgen vor dem Versagen niederschreibt, befreit den Kopf von dem lähmenden Druck und erzielt bessere Resultate. Das berichten US-Psychologen der Universität Chicago, die Schüler zu immer härteren Tests antreten ließen. Ein Teil der Probanden durfte davor zehn Minuten lang ihre Versagensängste aufschreiben - und schnitt signifikant besser ab, wie die Forscher in Science (Bd. 331, S. 211) berichten. Die Psychologen glauben, dass das Thematisieren der Nervosität Hirnkapazität freigibt, die andernfalls in Form von Sorgen gebunden bleibt. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. Jänner 2011)

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