Kapitalhunger der Euroländer wächst

13. Jänner 2011, 13:16
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Loch zu, Loch auf: Alleine um die 2011 fällig werdenden Staatsschulden bedienen zu können, benötigen die Euroländer 2011 rund 1.300 Milliarden Euro

Wien - Die Regierungen der seit Jahresbeginn auf 17 Länder angewachsenen Eurozone werden heuer und auch in den kommenden Jahren die Kapitalmärkte besonders stark anzapfen müssen. Alleine um die 2011 fällig werdenden Staatsschulden bedienen zu können, liegt der Refinanzierungsbedarf - inklusive staatsnahe Organisationen - in Summe bei rund 1.300 Mrd. Euro. 40 Prozent davon entfallen mit rund 518 Mrd. Euro allein auf die am höchsten verschuldeten sogenannten PIIGS-Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Für die Republik Österreich fällt der Kapitalbedarf zur Schuldentilgung mit 8,8 Mrd. Euro vergleichsweise gering aus.

Aber nicht nur die Eurozone-Länder haben einen extrem hohen Kapitalhunger, auch die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, muss heuer  überdurchschnittlich viel Geld aufnehmen, um ihre fällig werdenden Schuldtitel in Höhe von umgerechnet fast 2.200 Mrd. Euro zurückzahlen zu können. Die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegenen Staatsschulden wurden hauptsächlich durch die bereits seit mehreren Jahren dominierende Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufen.

Kein Wunder also, dass aufgrund des immensen Kapitalbedarfs die von den Investoren verlangten Zinsen gerade in den vergangenen Wochen wieder kräftig angezogen haben. Österreich etwa musste für seine am Mittwoch dieser Woche begebene elfjährige 4 Mrd.-Anleihe mit 3,685 Prozent um 30 Prozent höhere Zinsen als noch im Oktober 2010 akzeptieren. Portugal konnte mit seiner jüngsten zehnjährigen Emission mit 6,7 Prozent gerade noch unter der 7-Prozent-Marke bleiben. Auch Spanien musste heute für seine fünfjährige 3 Mrd.-Staatsanleihe mit 4,542 Prozent um knapp 30 Prozent mehr als noch im November (3,576 Prozent) bezahlen.

Am meisten frisches Geld zur Bedienung der fällig werdenden Staatsschulden muss unter den Euroländern heuer Deutschland (rund 306 Mrd. Euro) aufnehmen, gefolgt von Italien (301 Mrd.), Frankreich (287 Mrd.) und Spanien (136 Mrd. Euro).

Problemländer

In den kommenden Jahren werden dann deutlich weniger Staatsschulden fällig. Für die Eurozone verringert sich der Refinanzierungsbedarf 2012 auf 734 Mrd. Euro, 2013 auf 531 Mrd. und 2014 auf 461 Mrd. Euro. Auch für die Problemländer PIIGS entspannt sich die Lage etwas, in Summe werden 2012 weitere 323 Mrd. Euro, 2013 dann 243 Mrd. Euro fällig. Auch die US-Regierung muss 2012 mit umgerechnet 1.264 Mrd. Euro wieder deutlich weniger frisches Geld aufbringen. 2013 fällt die Summe nach derzeitigem Stand auf 860 Mrd. Euro. (APA)

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