Sicherheitscheck in Israel für ausländische Journalisten: BH ablegen

13. Jänner 2011, 12:34
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Auslandspresse-Verband droht mit Boykott der Pressekonferenzen von Ministerpräsident Netanyahu

Tel Aviv/Wien - Der Auslandspresse-Verband in Israel droht mit dem Boykott der Pressekonferenzen von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, sollten "übertriebene und demütigende" Sicherheitschecks für Journalisten nicht umgehend eingestellt werden.

Wie die israelische Zeitung "Haaretz" am Donnerstag in ihrer Internetausgabe weiter berichtete, wurde eine Korrespondentin des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera, Najwan Simri Diab, sogar aufgefordert, ihre Kleidung abzulegen, einschließlich ihres Büstenhalters. 

Menahem Kahana, seit 23 Jahren Pressefotograf, berichtete, er sei von Sicherheitsleuten in einen Raum geführt und aufgefordert worden, seine Hosen auszuziehen. Er habe sich geweigert und gesagt, er werde gehen. Man habe ihm jedoch erklärt, das gehe nicht, da er sich gerade mitten in einer "Sicherheitsprozedur" befinde.

"In einem demokratischen Land dürfen die Sicherheitsdienste nicht machen was sie wollen", heißt es in einem offenen Brief des Auslandspresse-Verbandes. Zuvor hatte Al-Jazeera beim Pressebüro der israelischen Regierung eine Beschwerde über "demütigende und langwierige Sicherheitschecks" bei einer Netanyahu-Pressekonferenz für ausländische Journalisten eingereicht.

Die Pressevertreter hatten sich Dienstagabend lange vor Beginn der Pressekonferenz am Eingang des "David-Citadel"-Hotels in Jerusalem einzufinden. Manche von ihnen wurden akribischen Kontrollen unterzogen und einigen sogar der Einlass verwehrt während andere nur gewöhnliche Checks über sich ergehen lassen mussten. (APA)

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