Haider-Denkmal muss übersiedelt werden

13. Jänner 2011, 12:08
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FPK: "Denkmal soll nach Gurk" - SPÖ-Kaiser und Bischof Schwarz gegen neuen Standort

Klagenfurt - Um den Standort des Denkmals, das an den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider erinnern soll, ist in Kärnten ein Streit ausgebrochen. Die Skulptur mit dem Namen "Verbindende Hände" stand bis dato vor dem Bergbaumuseum in Klagenfurt. Die Haider-Ausstellung in dem Museum ist beendet, die Skulptur soll nun nach Gurk (Bezirk St. Veit) übersiedeln. Grüne, SPÖ und Bischof Alois Schwarz sind dagegen, Haiders Witwe Claudia hält Gurk für einen "guten Platz".

SPÖ gegen "Denkmaltourismus"

Geht es nach der FPK, wird das Denkmal in Gurk auf einem Gemeindegrund vor dem Dom aufgestellt. Der Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, äußerte gegenüber Medien Bedenken: "Wenn ich mich in den verstorbenen Landeshauptmann hineindenken würde, dann weiß ich nicht, ob er das für sich so gutheißen würde." SPÖ-Parteichef Peter Kaiser kann dem Standort gar nichts abgewinnen. "Weder Kärnten noch Gurk braucht eine Haidersche Götzenverehrung oder Denkmaltourismus, der unser Bundesland ins Gerede bringt", betont er. Auch Haiders Schwester, die stellvertretende BZÖ-Obfrau Ursula Haubner, will keinen Streit, präferiert aber die Landeshauptstadt als Standort. Auch die Kärntner Grünen sind vehement gegen die Aufstellung des Denkmals in Gurk.

FPK-Parteiobmann Uwe Scheuch findet Gurk hingegen als geeigneten Platz. Haider habe viel für das Land getan und bedeute den Menschen noch viel. "Da wird ein Zeichen der Erinnerung wohl angebracht sein", sagte Scheuch in einer Aussendung. Für Landeshauptmann Dörfler steht der Standort Gurk außer Streit. Die Statue sei ein Kunstwerk am Gurktal-Radweg und wurde mit 7.000 Euro aus dem Landestopf "Kunst am Bau" gefördert.

"Andere gute Plätze"

Claudia Haider hält sich in der Diskussion um den geeignetsten Standort bedeckt: "Gurk ist ein guter Platz, aber es gibt auch andere gute Plätze. Ich halte mich hier zurück." Die Skulptur sei ein Symbol der Toleranz und des Miteinanders. "Mein Mann hat dies sein ganzes Leben lang als Bestandteil seines Lebens gesehen. Er hat jedem die Hand gereicht", sagte die Witwe am Donnerstag.

Das Denkmal wurde 2009 vom Unternehmer Robert Paulitsch mit Spenden und einem Zuschuss des Landes vorfinanziert und in Auftrag gegeben. Der Künstler Waldemar Schröder stellte die acht Paar Hände her, die sich zwischen zwei Marmorsäulen des Steinmetz und BZÖ-Funktionärs Gunter Höher befinden. (APA)

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