Agrana schreibt Gewinne

13. Jänner 2011, 08:15
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Nach drei Quartalen versüßt sich der Fruchtkonzern das Ergebnis mit einem Anstieg um 12,5 Prozent, der Umsatz legt in allen Segmenten zu

Wien - Der börsenotierte Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana profitierte im 3. Quartal 2010/11 von einem hohen Weltmarkpreis-Niveau für Zucker. Das operative Ergebnis in der Zuckersparte verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 13,7 Mio. Euro. Nach neun Monaten lag der Betriebsgewinn hier bei 26 (19,2) Mio. Euro. Nach mageren Zeiten im Zuckerbereich sei man jetzt in einer besseren Situation, so Agrana-Chef Johann Marihart. Die Nicht-Quotenzuckerexporte konnten "erheblich gesteigert" werden. Negativ wirkt sich hingegen das hohe Preisniveau für die Agrana-Zuckerraffinerie in Rumänien aus. "Wir sind froh, wenn wir dort plus minus Null abschließen", so Marihart.

Mit "organischem Wachstum" anstatt mit Zukäufen will Marihart die Agrana weiter voranbringen: Es seien keine Zukäufe in der Pipeline, vielmehr werden die Kapazitäten in Agrana-Produktionsstätten ausgeweitet. Im Fruchtbereich werde das Werk in Moskau heuer um 20 Mio. Euro ausgebaut und in Südafrika werde ein zweites Werk realisiert. Weiters werde in China im Rahmen einer Werksverlegung die Produktion vergrößert. Im Bereich Stärke werde die Kapazität in Ungarn und Österreich ausgebaut.

Die weltweiten Zuckerlager seien aufgrund schwächerer Ernten in den letzten beiden Ernten (2008/09 und 2009/10) auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren zurückgegangen, schreibt die Agrana in ihrem Quartalsbericht. Gleichzeitig sei der Zuckerkonsum weltweit gestiegen. Der Zuckerpreis stieg Ende 2010 auf ein 30-Jahres-Hoch gestiegen. Marihart rechnet mit einem Verharren des Zuckerpreises auf diesem Niveau. Die gute Nachfrage treffe auf eine durchschnittliche Zuckerproduktion.

Schlechte Apfelernte

Höhere Rohstoffkosten im Bereich Frucht und Stärke wurden laut Agrana teilweise an die Kunden weitergegeben: "Preiserhöhungen wurden gut im Markt aufgenommen", so der Agrana-Chef. Eine schlechte Apfelernte führte zu einer Verdoppelung der Apfelpreise sowie einer deutlichen Verknappung des Rohstoffangebots im Fruchtkonzentratbereichs. Auch die Beerensaftkonzentrate stiegen je nach Beerenart im Vergleich zum Vorjahr um 200 Prozent. Gestiegene Absatzvolumen im Fruchtbereich konnten aber die etwas niedrigen Durchschnittsverkaufspreise überkompensieren, so die Agrana. Größter Wachstumstreiber sei Osteuropa gewesen. Vor allem in Russland konnten Marktanteile gewonnen werden. Der Umsatz des Fruchtsegments legte in den ersten drei Quartalen um 5,3 Prozent auf 639,7 Mio. Euro zu und das operative Ergebnis stieg auf 35,4 Mio. Euro (2009/10: 25,4 Mio. Euro).

Das Stärkesegment der Agrana profitierte unter anderem von einem Erstarken der Papierbranche. "Die Papierbranche brummt wieder", so Marihart. Der Umsatz im Stärke-Segment der Agrana stieg in den ersten drei Quartalen um 11,6 Prozent auf 424,6 Mio. Euro. Das operative Ergebnis legte auf 43,5 Mio. Euro (34,3 Mio. Euro) zu.

Für das Gesamtjahr 2010/11 erwartet die Agrana einen Umsatz von über 2 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,99 Mrd.). Mit einem deutlichem Anstieg beim operativen Ergebnis wird gerechnet. Für 2011/12 erwartet Marihart eine gute Absatzsituation bei weiterhin hoher Volatilität. "Man werde Volllast fahren können", prognostiziert der Agrana-Chef.

Noch keine Neuigkeiten gibt es bei den Kartellermittlungen gegen die Agrana: Die Zuckerkonzerne Südzucker und ihre österreichische Beteiligung Agrana haben sich laut österreichischer Bundeswettbewerbsbehörde zwischen 2004 und 2008 mit einem anderen Anbieter den Zuckermarkt per Absprachen aufgeteilt und sollen dafür eine Geldstrafe in ungenannter Höhe bekommen. Man habe eine Kommentierung abgegeben, sei aber nicht befragt worden, so Agrana-Chef Marihart: "Wir sehen das anders als die Bundeswettbewerbsbehörde". (APA)

  •  Für das Gesamtjahr 2010/11 rechnet Agrana mit einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro
    foto: agrana

    Für das Gesamtjahr 2010/11 rechnet Agrana mit einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro

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