Uno transportiert gesuchten Kriegsverbrecher

12. Jänner 2011, 17:52
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Mit UN-Helikopter zu Verhandlungen – Sudan-Referendum mit nötiger Wahlbeteiligung

Juba - Bei der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan ist nach Angaben des Südens das für die Gültigkeit nötige Quorum erreicht worden. Drei Tage nach Beginn des auf eine Woche angesetzten Referendums hätten mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, sagte am Mittwoch eine Vertreterin der im Süden regierenden Volksbefreiungsbewegung SPLM. Eine Bestätigung der Wahlkommission gab es zunächst nicht.

Es gilt als sicher, dass sich die Mehrheit der Stimmberechtigten für eine Loslösung vom Norden und für die Bildung einer neuen Nation entscheiden wird. Die Volksabstimmung ist auf eine Woche angesetzt. Erste Ergebnisse sollen Anfang Februar vorliegen, das Endergebnis soll am 15. Februar bekanntgegeben werden.

Unterdessen wurde bekannt, dass der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesuchte Gouverneur des Bundesstaates Südkordofan, Ahmad Harun, von der UN-Mission Unmis zu Friedensgesprächen in der Region Abyei geflogen wurde. Harun habe den UN-Helikopter nutzen können, da er eine "entscheidende Rolle" bei den Versuchen zur Beendigung des ethnischen Konflikts in Abyei spiele, sagte UN-Sprecher Martin Nesirky am Dienstag in New York.

Der frühere Innenminister Harun wird vom Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Provinz Darfur gesucht. 2007, als der Strafgerichtshof den Haftbefehl ausstellte, war er Minister für humanitäre Angelegenheiten.

"Es gab Kämpfe in Abyei und diese Zusammenstöße drohten, sich zu einem größeren Krieg auszuweiten", sagte Nesirky. Harun habe eine entscheidende Rolle gespielt, die Stammesführer des Misserija-Stammes in Südkordofan zur Teilnahme an einem Friedenstreffen in Abyei zu bewegen.

Im erdölreichen Abyei bekämpfen sich seit Freitag Angehörige der arabischen Nomaden und der sesshaften Ngok-Dinka. Am Montag griffen Misserija-Angehörige einen Konvoi von Südsudanesen an, der auf dem Weg zur Abstimmung im Süden war. Zehn Menschen starben. (Reuters, AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2011)

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