Türkei steuert auf Stromkrise zu

12. Jänner 2011, 13:40
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Der Verbrauch steigt jährlich bis zu 7,5 Prozent, Österreichs Energieunternehmen profitieren mit Millioneninvestitionen

Istanbul - Die wirtschaftlich boomende Türkei steuert auf eine schwere Energiekrise zu. Ohne schnelle Investitionen könne der Strombedarf des Landes im Jahr 2016 nicht mehr gedeckt werden, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch eine Studie der Stromverteilungsgesellschaft Teias. Abhängig von der Nachfrage und dem Tempo beim Aufbau zusätzlicher Kapazitäten drohe dann im Jahr 2019 eine Fehlmenge von rund 22 bis etwa 37 Prozent des Bedarfs.

Der Untersuchung zufolge wird der Stromverbrauch der Türkei in den kommenden Jahren zwischen 5 und 7,5 Prozent jährlich wachsen. Davon will unter anderem der börsenotierte österreichische Stromkonzern Verbund profitieren: Bis 2015 sollen 1,4 Mrd. Euro gemeinsam mit seinem türkischen Partner Sabanci über das 50:50-Joint-Venture Enerjisa investiert werden, um die Produktionskapazität von derzeit 1.370 auf 5.000 Megawatt (MW) auszubauen. Auch der Mineralölkonzern OMV engagiert sich am türkischen Strommarkt: Im Oktober 2010 wurde der Grundstein für ein Gaskraftwerk mit einer geplanten Kapazität von 870 MW gelegt. Die Investitionskosten betragen 600 Mio. Euro.

Die Türkei ist besonders stark von importierter Energie abhängig, wobei Öl und Erdgas die Hauptenergiequellen sind. Das Land hat den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen erst in den vergangenen Jahren begonnen. Der lange angekündigte Bau von zwei Atomkraftwerken ist unterdessen nicht recht vorangekommen. Ein erstes Kraftwerk will Ankara am Mittelmeer von russischen Unternehmen bis 2020 errichten lassen. Über den Bau eines am Schwarzen Meer geplanten zweiten Atomkraftwerkes wird mit mehreren möglichen Anbietern verhandelt. (APA)

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    Die Türkei ist besonders stark von importierter Energie abhängig, wobei Öl und Erdgas die Hauptenergiequellen sind.

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