Neuer Vorwurf: Polizei-Panne bei Ermittlungen

12. Jänner 2011, 13:30

Prozess gegen Bruder des verstorbenen Kampusch-Ermittlers: Soll Laptop und Datenmaterial widerrechtlich an sich gebracht haben

Graz - Die angeblichen Ermittlungspannen im Fall Kampusch werden - zumindest indirekt - am 2. Februar am Grazer Straflandesgericht zur Sprache kommen: Der Bruder des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Soko-Chefermittlers muss sich u.a. wegen schweren Diebstahls und Urkundenunterdrückung verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dass er den Laptop mit Datenmaterial der Kampusch-Ermittlungen sowie Wertgegenstände und Dokumente aus dem Safe seines Bruders unrechtmäßig an sich gebracht hat.

Der 56-jährige Grazer hatte laut Anklage Computer, Datenträger und Urkunden nach dem Tod seines Bruders an sich genommen, den Laptop später wieder zurückgegeben. Außerdem ist er wegen Vollstreckungsvereitelung angeklagt - als ehemaliger Inhaber eines Gartengestaltungsunternehmens soll er in einem Exekutionsverfahren gepfändete Lkw unterdrückt bzw. verschwiegen haben.

Bruder: Zweifel an Selbstmord

Brisant ist der Prozess vor allem im Hinblick auf die Rolle des 56-Jährigen im Zusammenhang mit medial kolportierten Zweifeln am Selbstmord seines 58-jährigen Bruders. Der Beschuldigte ist von der Mehrtäter-Theorie im Fall Kampusch überzeugt und vermutet, dass sein Bruder in seinen Ermittlungen möglichen Komplizen von Wolfgang Priklopil zu gefährlich geworden sein könnte. Nahrung erhielt diese Theorie nicht zuletzt durch Aussagen von Abgeordneten im Parlament, wo im ständigen Unterausschuss des Innenausschusses der Frage nachgegangen werden soll, ob sich die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in diesem Fall richtig verhalten haben.

Der in der Causa des Ermittler-Todes ebenfalls unter Beschuss geratene Leiter der Staatsanwaltschaft Graz, Thomas Mühlbacher - gegen ihn läuft nach Aussagen des pensionierten OGH-Präsidenten Johann Rzeszut ein Verfahren in Innsbruck wegen der angeblichen Manipulation von Zeugen - hält hingegen die Untersuchungen zum Selbstmord für "wasserdicht": Die Kriminalisten seien schon deshalb besonders sorgfältig vorgegangen, weil es sich beim Toten um einen ehemaligen Kollegen handelte, und hätten mit zwei Methoden die Schusshandbestimmung und Spurenanalyse durchgeführt. Von Ermittlungspannen, von denen der "Kurier" in seiner Mittwochausgabe schreibt, könne keine Rede sein. 

Aus dem Abschiedsbrief seien gesundheitliche Motive erkennbar sowie solche, die im Arbeitsumfeld zu suchen seien, aber nichts mit dem Fall Kampusch zu tun haben. Dass der Ermittler sich durch die Anklagebehörde unter Druck gesetzt sah, schließt Mühlbacher aus: Nach Abschluss der Arbeit habe dieser sich bei ihm für die gute Zusammenarbeit bedankt.

"Strafverfahren ist kein Gesellschaftsspiel"

"Falls er wirklich Beweismaterial anbieten könnte, würden wir dem natürlich sofort nachgehen. Bisher hat er den Zeugenladungen aber nicht Folge geleistet", wirft der Oberstaatsanwalt dem nun angeklagten Bruder vor, gar nicht an einer sachliche Aufklärung der Umstände interessiert zu sein. Die Anschuldigungen gegen ihn selbst sieht Mühlbacher gelassen: "Da meldet sich jemand zu Wort, der die Akten nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Ein Strafverfahren ist kein Gesellschaftsspiel, bei dem die abenteuerlichste Geschichte prämiert wird." Dass jemand früher einmal Präsident des Obersten Gerichtshofes gewesen ist, sei kein Beweismittel, sondern sollte eigentlich eine Verpflichtung sein, so Mühlbacher. (APA)

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hans der 3te
06
15.1.2011, 12:04
kinderpornoring, vertuschung, höchste kreise

Laut der ZDF-Reportage "Die Spur der Kinderschänder - Dutroux und die toten Zeugen" von 2001 verstarben während der Ermittlungszeit nach Dutroux Verhaftung 27 Zeugen, die im Prozess aussagen wollten. Der Staatsanwalt Hubert Massa beging im Juli 1999 Suizid.

Callum
08
15.1.2011, 14:05
Die Botschaft des ZDF-Films

wurde außerdem in den letzten paar Jahren durch die grotesken Skandale, Hausdurchsuchungen, Aussagen und Rücktritte in, und im nächsten Umfeld von, der belgischen katholischen Kirche untermauert.

In einer ähnlich geschlossenen Gesellschaft, wie die österreichische zweifellos eine ist, wird es nicht wesentlich anders laufen.

suboptimal
 
53
27.1.2011, 21:26
Was genau haben Sie daran nicht verstanden?

"Ein Strafverfahren ist kein Gesellschaftsspiel, bei dem die ABENTEUERLICHSTE Geschichte prämiert wird."

und

Ein wichtiger Pensionist zu sein, ist kein Beweismittel.
Das ist ja eine Breitseite nach der anderen, wie beim Schifferlversenken - ein Totalschaden.
:-)

Callum
03
31.1.2011, 10:59
Falsch geklickt?

Sind Sie sicher, dass Sie mich ansprechen wollten?

Gusti Rentner
 
05
15.1.2011, 10:05
Irgendwann wird die ganze Klüngel auffliegen, die ein so dringendes und nachhaltiges Interesse an der Vertuschung des Falles hat.

Vielleicht gibt es ja Kreise, die Interesse haben, de facto erpressbare Personen ERPRESSBAR ZU HALTEN, sie deshalb decken und für ihre Zwecke benützen.

Solche Krüge gehen zwar lang zum Brunnen aber eines Tages doch zu Bruch.

www.Fehlurteil.at
02
14.1.2011, 19:32
Immer wieder...

... diese polizeilichen, äh, Ermittlungs"pannen" ;-)

Sie sind zwar Alltag, auch steckt System dahinter, bloß ... es muss schon zumindest Kampusch am Akt stehen, um sich dafür zu interessieren.

parapente
02
14.1.2011, 11:04
"Schmauchspuren"

kann ich auch haben, wenn ich nur mit Kunstdünger hantiere.

Gusti Rentner
 
01
15.1.2011, 09:43
Solchen könnte es gegeben haben...

... Stichwort: Gartengestaltungsunternehmen.

suboptimal
 
34
14.1.2011, 13:04
Mühlbacher wird schon wissen, was die Medien (noch) verschweigen,

dass der wichtige Dampfplauderer nämlich gerade furchtbar abstinkt mit seinen Vorwürfen gegen ihn und die übrigen Staatsanwälte.

Zitat Rzeszut:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/... 98828.html

Anfragebeantwortung: negativ!
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/... 03875.html
"Die 13 Personen antworteten auf Inserate, welche Ernst H. in Zeitungen geschaltet hatte. ... Zwischen den Personen und Wolfgang P. bestand keine persönliche Bekanntschaft. Die Überprüfung erfolgte durch das LKA Burgenland."

Übersetzung: LKA Burgenland = SOFORT, gleich nach ihrer Flucht.
Wieder 13 Mitwisser / Mittäter weniger im großen unbekannten Kinderpornoring.
:-)

Gusti Rentner
 
06
15.1.2011, 09:48
"Der telefonische Kontakt kam durch einen vorangegangenen Tausch der Mobiltelefone des Wolfgang P. und des Ernst H. zustande."

WARUM haben die Beiden ihre Handies getauscht???

Das "Nicht-weiter-Fragen" unserer Ermittler ist beeindruckend...

!

Mr. Vladimir
06
15.1.2011, 12:08
Das war auch mir gestern aufgefallen,

aber eine Modem-Störung hat mich daran gehindert, den Vorposter, der eben diesen Satz verschwiegen hatte, darauf anzusprechen.

Wie kann im Parlament eine solche Antwort gegeben werden dürfen, die ja mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet?!?

suboptimal
 
26
13.1.2011, 12:55
HER mit dem Bericht von Oberst Kröll ans Innenministerium,

den die Stotter-Mitzi eisern unter Verschluss hält. HER mit seinem Bericht !
Peter Pilz im Parlament: Wir müssen auch nachfragen und überprüfen, ob die Spitzen von Polizei, insbesondere des Bundeskriminalamtes, und Spitzen der Justiz politisch missbraucht werden können.

Merke: Umgekehrt kann es auch sein, speziell im Innenministerium, wo (wie jeder weiß) nicht die Ministerin das Sagen hat.

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
06
13.1.2011, 11:42
F.S.K
01
12.1.2011, 19:23

für sowas haben die staatsanwaltschaften und richter dann doch zeit.

Conan der Knusperkönig
09
12.1.2011, 18:27
Der Bruder und zwei der höchst angesehen Juristen der Republik sehen begründeten Verdacht auf eine Mehrtäterschaft.

Diese Mittäter wären dann Menschen, die kleine Kinder entführen lassen, vergewaltigen und dannach töten würden (womöglich genau jetzt). Man kann sich gut vorstellen, dass Leute mit so etwas auf dem Kerbholz, alles tun würden um unentdeckt zu bleiben.

Schlechter kann man sich vorstellen, dass der zweifelnde Polizist sich beidhändig in die Schläfe schießt ohne dabei Schmauchspuren an den Händen zu hinterlassen. Die tauchen dann aber Monate später doch wieder auf, nachdem das erste Verfahren die Spuren zerstören hätte sollen.

Eine große Masse an Involvierten und die Veröffentlichung aller Untersuchungsergebnisse würden hier die möglichen Angriffsflächen für Manipulation, Bedrohung und Erpressung stark einschränken.

Ihr Knusperkönig

meines erachtens
01
13.1.2011, 09:02
schmauchspuren

könnten sie den umstand, dass ursprünglich keine schmauchspuren gefunden worden seien und dann doch monate später festgestellte worden sind, näher begründen, bitte. mir ist diese information bislang entgangen und würde dies gerne nachlesen.

Conan der Knusperkönig
00
13.1.2011, 12:30
Gerne

Hier finden Sie nähere Angaben zu diesem Umstand:

http://derstandard.at/128865997... Fragen-auf

Ihr Knusperkönig

meines erachtens
00
14.1.2011, 11:13
vielen dank!

Mc Gregger
03
12.1.2011, 18:20
Oberstaatsanwaltschaft

was f eine Behörde??!?! Wenn man das schon liest?!?
Die Justiz ist in Ö ein Staat im Staat, die OSta ist niemals unabhängig.....das ist so ein Österreich Schmäh, denn mittlerweile nicht einaml die Dümmsten glauben

censorship sucks
017
12.1.2011, 17:26

beim haberer vom priklopil hat es aber nicht gestört, daß er nach dessen tod etliches aus dem haus abtransportiert hat

hast1
04
13.1.2011, 00:36
und die div. abschiedsbriefe in diesem fall

halten ja auch nicht unbendingt, was sie versprechen.

es sei bemerkt
01
12.1.2011, 17:22
Dass jemand früher einmal Präsident des Obersten Gerichtshofes gewesen ist, sei kein Beweismittel, sondern sollte eigentlich eine Verpflichtung sein, so Mühlbacher.

es sollte eine verpflichtung sein, präsident des ogh gewesen zu sein? kapier nur ich den satz nicht?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
18.1.2011, 02:24

Nur wem ist ein staatsanwalt üblicherweise verpflichtet?

suboptimal
 
133
12.1.2011, 17:41
sei kein Beweismittel,

teilt er dem fantastischen Geschichteldrucker mit.

Weil bis jetzt ist uns dieser Erfinder der immer noch abenteuerlichsten Geschichten jeden Beweis dafür schuldig geblieben.

erkelteter tiger
04
12.1.2011, 22:14
also fanatisch bist da nur du

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