Sky Deutschland schreibt weiter rote Zahlen, aber ...

12. Jänner 2011, 13:14
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Mehr Abonnenten wecken Hoffnung auf Wende

Der Abo-Fernsehsender Sky Deutschland steckt weiter tief in den roten Zahlen und erhält von Großaktionär Rupert Murdoch erneut frisches Geld in Höhe von rund 60 Mio. Euro. Mit einem kräftigen Zuwachs an Abonnenten wurde aber die Hoffnungen auf eine Wende geweckt und an der Börse ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Aktie legte nach Veröffentlichung der Eckzahlen am Mittwoch um rund 15 Prozent zu.

"Auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben, sehen wir uns durch die Entwicklung der Kennzahlen und Kundenzufriedenheit bestätigt"

Mit dem Kapitalzuschuss werde die finanzielle Flexibilität des Konzerns erhöht, wie Sky Deutschland am Mittwoch in München mitteilte. Die Mittel der im August 2010 angekündigten Kapitalmaßnahmen würden dafür von 340 auf 400 Mio. Euro aufgestockt. "Auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben, sehen wir uns durch die Entwicklung der Kennzahlen und Kundenzufriedenheit bestätigt", sagte Konzernchef Brian Sullivan. Der Sender legte im vierten Quartal 2010 vor allem bei den Abo-Zahlen kräftig zu. Unter dem Strich verbuchte Sky (früher: Premiere) im Schlussquartal des vergangenen Jahres ein Plus 131.000 Abonnenten und hat nun 2,653 Millionen Kunden. "Man sieht jetzt, dass das Geschäftsmodell funktioniert", sagte ein Sprecher. Der Sender habe an vielen wichtigen Punkten kräftig dazu gewonnen. Um in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht Sky Deutschland eigenen Angaben zufolge um die drei Millionen Kunden. "Nach der guten Entwicklung im dritten Quartal haben wir uns in allen wesentlichen Kennzahlen im vierten Quartal weiter deutlich verbessert", sagte Sullivan.

HD

Besonders erfreulich aus Sicht des Konzerns ist der kräftige Zuwachs bei den HD-Kunden, die sinkende Kündigungsrate und der deutlich wachsende Umsatz pro Kunde, der im vierten Quartal 2010 auf etwa 30 Euro gestiegen sein soll. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen rechnet das Unternehmen für 2010 weiter mit einem Verlust von 260 bis 270 Mio. Euro. Das Minus soll sich 2011 deutlich verringern. Die zusätzlichen von Murdochs Konzern News Corp abgesicherten Mittel sollten unter anderem in Investitionen für den Ausbau von hochauflösenden HD-Angeboten fließen. Der Konzern hatte im August 2010 angekündigt, sich über eine Kapitalerhöhung, eine Wandelanleihe und ein Gesellschafterdarlehen Geld zu besorgen. (APA)

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