Tunesien-Unruhen stören Touristen nicht

12. Jänner 2011, 13:13
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Trotz der gewaltsamen Proteste in dem nordafrikanischen Land gibt es in Österreich kaum Umbuchungen oder Stornierungen

Wien - Österreichische Touristen sind von den schweren sozialen Unruhen in dem Urlaubsland Tunesien offenbar nicht betroffen. Bei den Reiseveranstaltern ist es bis jetzt noch nicht zu Umbuchungen oder Stornierungen gekommen. "Es gab bisher weder Anfragen von Reisebüros, noch von Kunden. Die Österreicher haben gelernt, mit Krisen umzugehen", sagte TUI-Konzernsprecher Josef Peterleithner zur APA. Die Gäste seien informiert, es herrsche Normalbetrieb und alle Ausflüge würden stattfinden.

Ähnlich die Lage beim größten heimischen Anbieter, dem Verkehrsbüro: "Tunesien ist eine typische Sommerdestination, die Buchungen laufen ja erst an. Außerdem wissen die Menschen, dass die Unruhen weit von den Touristenzentren entfernt sind", erläuterte Verkehrsbüro-Direktor Martin Bachlechner.

"Hohe Sicherheitsgefährdung"

Das Außenministerium weist dennoch auf die "hohe Sicherheitsgefährdung" in dem Land hin. Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden hätten sich bisher aber auf Gebiete abseits der wichtigen Tourismuszentren beschränkt. Trotzdem rät das Ministerium zu erhöhter Aufmerksamkeit. "Reisende sollten sich von Demonstrationen und sonstigen Protestveranstaltungen unbedingt fernhalten", heißt es auf der Homepage. Vor Reisen in die zwischen Kairouan, Le Kef, Gafsa und Sfax gelegenen zentraltunesischen Regionen wird aufgrund der unruhigen Lage abgeraten.

Im vergangenen Jahr haben 65.000 Österreicher Urlaub in Tunesien gemacht, 70 Prozent davon im Sommer. Beim Verkehrsbüro zählte Tunesien 2010 zu den Verlierern. Die Zahl der Touristen ist um 10 Prozent zurückgegangen. "Tunesien hat die Griechenland-Schwäche nicht nutzen können", so Bachlechner. Allerdings fällt das Land bei dem Veranstalter nicht so ins Gewicht, lediglich 2 Prozent des Umsatzes wird mit Reisen in das nördlichste Land Afrikas gemacht.

Anders bei TUI, wo Tunesien unter den Nahzielen auf einen Anteil im hohen einstelligen Bereich kommt und neben der Türkei, Griechenland, Spanien und Ägypten zu den fünf beliebtesten Destinationen im Sommer zählt.

Der Tourismus zählt in Tunesien zu den bedeutendsten Wirtschaftssektoren mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 14 Prozent. 2008 spielte die Branche laut Fischer Weltalmanach 3,9 Mrd. US-Dollar (3,01 Mrd. Euro) ein. In diesem Jahr verzeichnete das Land rund 7 Millionen internationale Gäste. (APA)

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    Im vergangenen Jahr haben 65.000 Österreicher Urlaub in Tunesien gemacht, 70 Prozent davon im Sommer.

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