Influenza-Epidemie noch nicht in Sicht

12. Jänner 2011, 11:08
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Geschätzte Zahl der Fälle von Influenza und grippalen Infekten blieb in Wien und Graz in etwa gleich - Virologie Heinz: Auch mögliche Folge der Ferien

Wien/Graz - Die Influenza ist in Österreich. Aber von einer echten Epidemie dürfte Österreich - derzeit - noch nicht betroffen sein. "In Wien gab es laut dem Überwachungssystem in der vergangenen Woche rund 9.800 Neuerkrankungen an Influenza und grippalen Infekten, in Graz waren es rund 1.800. Damit sind die Zahlen (im Vergleich zur vorangegangenen Woche, Anm.) etwa gleich geblieben", teilte der Chef des Instituts für Virologie der MedUni Wien, Franz X. Heinz, mit.

"An den Erkrankungszahlen hat sich praktisch nichts geändert. Wir haben aber österreichweit virus-positive Einsendungen (von Proben, Anm.). Großteils weisen wir A(H1N1) nach, vereinzelt auch A(H3N2) beziehungsweise Influenza B. Über das Ausmaß insgesamt können wir aber derzeit wenig sagen. Das liegt an der vergangenen Ferienwoche", sagte der Experte. Erstens befanden sich viele Menschen auf Urlaub, zum Beispiel eben nicht in Wien oder Graz. Andererseits waren auch viele freiwillig an dem System mitarbeitende Meldeärzte aus der niedergelassenen Praxis auf Urlaub. Das machte nun die Auswertung schwieriger.

Einzelne schwere Krankheitsverläufe

Allerdings, die sozusagen zu einem Bestandteil der saisonalen Influenza "mutierten" Schweinegrippe-Erreger A(H1N1/2009) scheinen auch 2010/2011 ihre im vergangenen Jahr bewiesenen "Qualitäten" beibehalten zu haben. Heinz: "Es gibt einzelne Fälle von schweren Krankheitsverläufen, in denen die Patienten in Intensivstationen betreut werden müssen." Das sei nicht nur, wie vergangene Woche bekanntgeworden, im Bundesland Salzburg bereits der Fall, sondern auch beispielsweise in Wien. Die Influenza-Impfung schützt zu einem hohen Grad gegen die Infektion. Doch das Zeitfenster bis zum Eintreten der Wirkung bei nunmehriger sofortiger Impfung und dem möglichen Auftreten einer größeren Erkrankungswelle wird offenbar enger. (APA)

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