Zentrum von Brisbane überschwemmt

12. Jänner 2011, 11:03
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Wasser reicht bis zur Spitze von Verkehrsampeln - Strom für 70.000 Haushalte abgeschaltet

Brisbane - Schlammig-braune Wassermassen haben am Mittwoch das Zentrum der australischen Zwei-Millionen-Stadt Brisbane überflutet. Mancherorts stieg das Wasser bis zur Spitze von Verkehrsampeln. In den Straßen trieben Trümmer sowie Boote, die aus ihren Verankerungen gerissen wurden. Zahlreiche Bewohner suchten auf höher gelegenem Gebiet Zuflucht, andere waren fieberhaft damit beschäftigt, ihre Möbel zum Schutz vor den Fluten auf dem Dach ihres Hauses zu stapeln. Bislang starben 12 Menschen in den Fluten, 67 werden noch vermisst.

Geisterstadt

Das Geschäftsviertel wirkte wie eine Geisterstadt, durch die Straßen floss das Wasser. Menschen waren in Kajaks und Ruderbooten unterwegs. Bürgermeister Campbell Newmann sagte, mindestens 20.000 Häusern drohe die Überflutung. Der Pegel des Hochwasser führenden Brisbane River sollte am Donnerstag seinen Höchststand erreichen. Für die Hauptstadt des Staats Queensland, die drittgrößte Stadt des Landes, sind es möglicherweise die schlimmsten Überschwemmungen seit 100 Jahren. Das Hochwasser erreichte auch den neben Queensland gelegenen Staat New South Wales, wo rund 4.500 Menschen wegen des Wassers festsaßen.

Zwei Evakuierungszentren

In Brisbane wurden zwei Evakuierungszentren eingerichtet, in denen laut Bürgermeister Newman in den kommenden Tagen bis zu 6.500 Menschen Zuflucht suchen könnten. In einem Sportstadion, in dem sonst internationale Rugby-Turniere ausgetragen werden, stand das Wasser brusthoch. Der Stromversorger Energex schaltete in Teilen der Stadt den Strom ab, betroffen waren am Nachmittag fast 70.000 Haushalte. Für viele Menschen sei das hart, sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh. "Aber ich möchte betonen: Strom und Wasser vertragen sich nicht. Wir hätten katastrophale Zustände, wenn wir den Strom nicht abschalten würden."

Auch die Stadt Ipswich mit 15.000 Einwohnern wurde am Mittwoch von den Wassermassen überschwemmt, die sich ihren Weg weiter nach Brisbane bahnten. Bis zum Nachmittag standen 3.000 Häuser unter Wasser, 1.100 Bewohner retteten sich nach Angaben in von Bürgermeister Paul Pisasale in Evakuierungszentren. Videos zeigten Pferde, die im braunen Wasser schwammen und dann eine Pause einlegten, indem sie den Kopf auf ein Hausdach legten - die einzige trockene Stelle, die sie erreichen konnten. (APA)

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    Ansichtssache: Chaos in Brisbane

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