15 christliche Dorfbewohner getötet - zuvor hatten Christen sieben Muslime umgebracht
Jos - Mit Gewehren und Macheten bewaffnete Männer haben in Nigeria
nach Behördenangaben Bewohner zweier christlicher Dörfer angegriffen und dabei
mindestens fünfzehn Menschen getötet. In dem Dorf Kuru seien drei Häuser
attackiert worden, teilte der örtliche Verwaltungschef der Region Riyom, Simon
Mwaekwom, am Dienstag mit. Der Ort liegt rund 30 Kilometer von der
zentralnigerianischen Stadt Jos entfernt, die als Schauplatz religiöser
Spannungen zwischen Christen und Muslimen gilt.
"Es spielten sich schreckliche Szenen ab," sagte Mwaekwom der
Nachrichtenagentur AP. Die Angreifer hätten die Bewohner der Häuser zunächst
gegen Mitternacht aufgeweckt, indem sie Salven abgefeuert hätten. Daraufhin
seien die verängstigten Menschen gezwungen worden herauszukommen. Die Männer
hätten die Häuser in Brand gesteckt und die Leute mit Macheten angegriffen.
Dabei seien mindestens dreizehn Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet
und drei weitere verletzt worden, sagte er.
Anrainer haben laut Mwaekwom 200 Meter vom Tatort stationierte
Militärangehörige um Hilfe gebeten. Diese hätten sich jedoch geweigert zu
helfen. Der örtliche Brigade-Kommandant, Hassan Umaru, erklärte, man werde die
Soldaten bestrafen, falls sich die Anschuldigungen bewahrheiten sollten.
Kurz nach der Bluttat von Kuru wurde nach Darstellung Umarus das mehrheitlich
von Christen bewohnte Dorf Fagawon angegriffen. Dort seien zwei Menschen getötet
worden. Drei Häuser und drei Motorräder seien in Brand gesteckt worden. An den
Gewaltakten sollen nach Zeugenaussagen auch Soldaten beteiligt gewesen sein.
In Jos und Umgebung ist in jüngster Zeit eine Zunahme religiös motivierter
Gewalt zu beobachten. Erst am Wochenende hatten christliche Jugendliche bei
einem Angriff auf ein mit Muslimen besetztes Auto laut Polizei mindestens sieben
Fahrzeuginsassen getötet. Die Muslime waren Freitagnacht auf dem Weg von einer
Hochzeit, als sie in eine Straßensperre der Angreifer gerieten. Mindestens ein
weiterer Mensch starb, als Muslime später Vergeltung übten. (APA/dapd)