Religionskonflikt eskaliert

11. Jänner 2011, 21:51

15 christliche Dorfbewohner getötet - zuvor hatten Christen sieben Muslime umgebracht

Jos  - Mit Gewehren und Macheten bewaffnete Männer haben in Nigeria nach Behördenangaben Bewohner zweier christlicher Dörfer angegriffen und dabei mindestens fünfzehn Menschen getötet. In dem Dorf Kuru seien drei Häuser attackiert worden, teilte der örtliche Verwaltungschef der Region Riyom, Simon Mwaekwom, am Dienstag mit. Der Ort liegt rund 30 Kilometer von der zentralnigerianischen Stadt Jos entfernt, die als Schauplatz religiöser Spannungen zwischen Christen und Muslimen gilt.

"Es spielten sich schreckliche Szenen ab," sagte Mwaekwom der Nachrichtenagentur AP. Die Angreifer hätten die Bewohner der Häuser zunächst gegen Mitternacht aufgeweckt, indem sie Salven abgefeuert hätten. Daraufhin seien die verängstigten Menschen gezwungen worden herauszukommen. Die Männer hätten die Häuser in Brand gesteckt und die Leute mit Macheten angegriffen. Dabei seien mindestens dreizehn Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet und drei weitere verletzt worden, sagte er.

Anrainer haben laut Mwaekwom 200 Meter vom Tatort stationierte Militärangehörige um Hilfe gebeten. Diese hätten sich jedoch geweigert zu helfen. Der örtliche Brigade-Kommandant, Hassan Umaru, erklärte, man werde die Soldaten bestrafen, falls sich die Anschuldigungen bewahrheiten sollten.

Kurz nach der Bluttat von Kuru wurde nach Darstellung Umarus das mehrheitlich von Christen bewohnte Dorf Fagawon angegriffen. Dort seien zwei Menschen getötet worden. Drei Häuser und drei Motorräder seien in Brand gesteckt worden. An den Gewaltakten sollen nach Zeugenaussagen auch Soldaten beteiligt gewesen sein.

In Jos und Umgebung ist in jüngster Zeit eine Zunahme religiös motivierter Gewalt zu beobachten. Erst am Wochenende hatten christliche Jugendliche bei einem Angriff auf ein mit Muslimen besetztes Auto laut Polizei mindestens sieben Fahrzeuginsassen getötet. Die Muslime waren Freitagnacht auf dem Weg von einer Hochzeit, als sie in eine Straßensperre der Angreifer gerieten. Mindestens ein weiterer Mensch starb, als Muslime später Vergeltung übten. (APA/dapd)

zebrafuss
00
16.1.2011, 03:05

schlimm, schlimm. irgendwie wünscht man sich, dass die bevölkerung dort zur ruhe kommt, aber offensichtlich braucht es noch ein weilchen. es scheint der riss und die ängste besonders groß. nigerianische zeitungen sprechen übrigens von einheimischen und haussa leuten, also gar nicht so sehr von christen und moslems.

auch liegt die vermutung nahe, dass man ja wieder knapp vor wahlen steht und unruhen und ängste bewusst geschürt werden und keinen religiösen hintergrund haben.

erst vorgestern wurde der amtierende präsident jonathan nun offizieller kandidat der pdp. und es beginnt jetzt der registrierungsprozess.

Malkaye
00
13.1.2011, 15:47
hätte man damals bloß nicht das muslimische militärregime unterstützt

als der christliche süden den unabhängigen staat Biafra gründen wollte...

sklaverei, kolonialismus, stellvertreterkriege im kalten krieg, neokolonialismus und ressourcenausbeute, unterstützung von milizen und diktatoren...

selbst wenn der westen diesen aufeinander folgenden taktiken aufhören würde, blieben die kolonialen grenzen, die weiterhin konflikte schüren werden.

peryt
31
12.1.2011, 11:44
Stufe 2 im Kampf von Christen und Moslems

Der erste Akt der medialen Kampagne für den Streit zwischen Christen und Moslems ist abgeschlossen. Nun werden erste Handgreiflichkeiten gepusht. Liest man die Zeitungen, sieht es fast aus, als würde der “Krieg” zwischen Christen und Moslems richtig beginnen.

Mit Überschriften wie “Dutzende Christen sterben bei Weihnachtsattentaten”, “Angreifer schlachten 15 christliche Dorfbewohner ab” oder “Christ erschossen – Ägypten zieht Botschafter aus Vatikan ab”, wird Hass zwischen beiden Glaubensgruppen geschaffen und gefördert.

http://bit.ly/hgM9xB

DieBo
103
12.1.2011, 11:04
Wenn christliche Soldaten weltweit in vorwiegend moslemische Länder eingreifen, dann muß man sich nicht wundern dass irgendwann der Geduldsfaden reißt. Welcher Staat profitiert am meisten von diesem Kampf?

Chien de Pique
06
12.1.2011, 14:49

China?

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