Totes Rennen unter gleißendem Licht

11. Jänner 2011, 22:46
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Poutiainen und Riesch ex aequo auf Platz eins - Zettel als beste Österreicherin Vierte, Schild im zweiten Durchgang ausgeschieden

Flachau - Tanja Poutiainen und Weltcup-Spitzenreiterin Maria Riesch haben am Dienstagabend ex aequo den Weltcup-Nachtslalom in Flachau gewonnen. Die Französin Nastasia Noens (+0,52 Sek.) komplettierte als Dritte das Podest, das die viertplatzierte Kathrin Zettel (+0,82) um drei Zehntelsekunden verpasste. Marlies Schild, Gewinnerin der drei letzten Slaloms (Courchevel, Semmering, Zagreb), schied im zweiten Durchgang aus und verlor die Führung in der Weltcup-Disziplinenwertung an Riesch.

Für die Deutsche war es der 17. Weltcup-Sieg ihrer Karriere, der siebente im Slalom sowie der dritte in dieser Saison nach den beiden Abfahrten in Lake Louise. Sie baute damit ihre Führung in der Gesamtweltcup-Wertung weiter aus, Hauptkonkurrentin Lindsay Vonn war schon im ersten Durchgang ausgefallen. Mit 15.000 Zuschauern kamen um die Hälfte mehr Zuschauer als im Vorjahr an den Hang.

Trotz der großen Fan-Unterstützung sah außer Zettel auf der Hermann-Maier-Weltcupstrecke jedoch keine einzige weitere ÖSV-Läuferin das Ziel - alle waren sie ausgefallen oder hatten die Qualifikation für den zweiten Lauf nicht geschafft. Die Niederösterreicherin verhinderte damit die Wiederholung einer Begebenheit von historischem Rang: am 23. November 1997 war nämlich keine einzige Österreicherin in den Punkterängen gewesen. Für die von Verletzungen geplagte Göstlingerin freilich, die die ersten beiden Torläufe der Saison hatte auslassen müssen, verlief der Abend erfreulich: "Jetzt geht es los", freute sie sich nach ihrem besten Ergebnis des Winters.

Schild dagegen verschnitt bereits im oberen Teil des Finallaufs, der Sturz war unvermeidlich. Die 29-Jährige prallte auf den rechten Arm, gab aber schon bald Entwarnung: "Es ist blau und ein bisschen aufgeschlagen, aber es geht schon." Bereits im ersten Lauf war es nicht nach Wunsch gelaufen, Schild hatte als Elfte 1,4 Sekunden Rückstand auf die Führende Poutiainen angesammelt. Es gab Probleme mit dem Kantengriff ihrer Ski. Ihren Ausfall beim Heimrennen trug die Salzburgerin mit Fassung: "Ich bin keine Maschine."

Riesch und Poutiainen teilten sich in 1:42,52 Minuten den Erfolg, die nach dem ersten Lauf drittplatzierte Deutsche machte dabei 41 Hundertstel auf die Finnin gut. "Im unteren Teil war ich sehr, sehr schnell. Es ist eine wahnsinnige Erleichterung, dass ich ganz oben stehen kann", meinte sie danach. In vier Saison-Torläufen davor war Riesch Zweite geworden.

Poutiainen baute eine unglaubliche Bestmarke weiter aus: In 38 Slaloms hintereinander kam die routinierte Finnin nun bereits in die Wertung. Zuletzt war sie am 29. Dezember 2006 am Semmering ausgeschieden. "Ich mochte die Kurssetzung, ich habe mir auch viel Zeit für die Besichtigung genommen", sagte die 30-Jährige zu ihrem elften Weltcupsieg, dem sechsten im Slalom. Zuletzt hatte sie vor knapp einem Jahr in Cortina einen Riesentorlauf für sich entschieden. "Ich war in dieser Saison Saison schon Zweite, Dritte, Vierte - jetzt ist endlich der Sieg da."

Ganz anders Lindsey Vonn, die nun bereits zum vierten Mal in Folge ein Slalom-Ziel nicht erreicht hat. Die 26-Jährige fädelte bereits im ersten Lauf im oberen Teil des mit sieben welligen Übergängen geschmückten Hangs bei einem Rechtsschwung ein. Damit wuchs im Gesamt-Weltcup der Rückstand auf Riesch auf 196 Punkte an.

Eine weitere Enttäuschung hatte auch Nicole Hosp zu verkraften. Sie rutschte im ersten Durchgang aus dem Kurs und hat damit aus den vergangenen drei Torläufen bei zwei Ausfällen nur acht Punkte geholt. Zu Saisonbeginn hatte die Tirolerin bei ihrem Comeback mit zwei fünften und einem sechsten Platz noch große Hoffnungen geweckt. Eine ernüchternde Bilanz hat auch Michaela Kirchgasser vorzuweisen. Die 25-Jährige hatte im ersten Durchgang großen Rückstand, im zweiten fädelte sie ein - blieb jedoch ungebrochen: "Ich weiß, dass ich es kann." (rob/APA)

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    Während Tanja Poutiainen unter der nagelneuen Flachauer Lichtanlage zum Sieg carvte...

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    ...musste Marlies Schild diesmal unverrichteter Dinge abschwingen.

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