Eine lange Liste von Vorwürfen

11. Jänner 2011, 17:52
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Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Kärntner Finanzinvestor Wolfgang Auer-Welsbach unter anderem schweren gewerbsmäßigen Betrug und Untreue vor. Er soll über seine AvW-Gruppe fast zwei Jahrzehnte lang mehr als 13.000 Genussscheininhaber geprellt haben - darunter Ski-Star Michael Walchhofer und Außenminister Michael Spindelegger (VP). 8500 der mutmaßlich Geschädigten haben sich dem Verfahren angeschlossen.

Den Schaden beziffert die Anklage mit mindestens 420 Millionen Euro. 270 Mio. sollen durch den schweren Betrug entstanden sein, 150 Mio. durch Untreue. Weiters wird dem Kärntner "unrichtige Weitergabe, Verschleierung oder Verschweigung der Verhältnisse der AvW-Gesellschaften gegenüber der Öffentlichkeit, den Gesellschaftern oder Prüfern" sowie der Verstoß gegen die Prospektpflicht angelastet.

Gutachter sieht Abzocke

Auer-Welsbach soll jahrelang Vermögen verschoben und den Kurs der AvW-Aktie manipuliert haben. Gutachter Fritz Kleiner bezeichnete das AvW-Genussscheinsystem in seinem 458 Seiten starken Gutachten als "Abzocke" bzw. ein "kapitalmarktorientiertes Perpetuum mobile", das vor allem darauf basiert habe, dass den Anlegern stets versichert worden sei, sie würden ihre Gewinne bei Bedarf in bar ausgezahlt bekommen. Die Gewinnerwartung zwischen zwölf und 18 Prozent bezeichnete Kleiner als "zu jedem Zeitpunkt unrealistisch".

Auer-Welsbach bekennt sich in allen Anklagepunkten für nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2011)

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