Halle für alle, Standbein für Schlager

11. Jänner 2011, 17:56
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Nach zwei Jahren Bauzeit und 42 Millionen Kosten wurde das Schwechater Multiversum samt Tischtennis-Akademie eröffnet

Schwechat - Seine sportliche Premiere erlebte es Ende November des Vorjahres mit Europacupspielen im Tischtennis. Weil aber festliches Reden, Blasmusik, Segnung und Banddurchschneiden schon dazu gehören, gilt das Multiversum, ein, nomen est omen, multifunktionales Veranstaltungszentrum ziemlich inmitten der Stadt Schwechat, erst seit Dienstag als offiziell eröffnet.

Kernstück des Bauwerks, das innert zwei Jahren unter Aufwendung von 42 Millionen Euro errichtet wurde, ist eine Mehrzweckhalle, die sich auch einige Kilometer die Ostautobahn nach Westen, in Wien nämlich, gut machen würde.

Die "Halle für alle", wie sie Bürgermeister Hannes Fazekas nennt, bietet bis zu 2000 Zusehern Platz. Um ihre Auslastung müssen sich die Schwechater, die 72,5 Prozent der Gesamtkosten, also 30,45 Millionen, selbst stemmen - das Land Niederösterreich zahlt 3,15 Millionen, den Rest der Bund aus den Mitteln des Sports, - keine Sorgen machen. Schließlich umfasst die Sport-Vereinigung Schwechat (SVS) dutzende Vereine in zwölf Sportarten. Und es kommen schon wegen der absehbar besseren Trainingsmöglichkeiten ständig neue hinzu. Nicht zuletzt aus Wien, wie jüngst die Post-Volley- und Basketballerinnen sowie die mit Sokol kooperierenden Nachwuchsteams der hotVolleys.

Die größte Zugnummer des insgesamt 27.000 Quadratmeter umfassenden Komplexes, der auch einem vom Institut für Sportmedizin betreuten Trainingszentrum Platz bietet, ist aber die Werner Schlager Academy (WSA), das neue berufliche Standbein des mit seinen 38 Jahren immer noch höchst erfolgreich aktiven Tischtennis-Weltmeisters von 2003. Schlagers Engagement ist es geschuldet, dass nächstes Jahr Europas Jugend und 2013 die einschlägige Elite des Kontinents im Multiversum Meister ermitteln.

Schlager schwärmte selbstredend von "Dimensionen, die man zuvor noch nie gesehen hat", von seiner Academy, in der auf bis zu 30 Tischen gleichzeitig gespielt werden kann. Und Sportminister Norbert Darabos, ein vor allem begeisterter Tischtennis-Spieler, schwänzte zugunsten der Schwechater Neueröffnung, einer "maßgeblichen" Förderung auch des Breitensports, guten Gewissens den Ministerrat. (DER STANDARD PRINTAUSGABE 12.1. 2011)

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