Jenseits weiblicher Normalbiografie

12. Jänner 2011, 10:36
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Berta Pappenheim wurde durch Freuds Hysterie-Studien weltberühmt - IFK lädt zur Auseinandersetzung mit dieser ungewöhnlichen Frau und ihren religiös-feministischen Schriften

Als Anna O., Hysteriepatientin von Joseph Breuer und nach Freud eigentliche Begründerin der psychoanalytischen Methode, wurde Bertha Pappenheim in Freuds und Breuers "Studien über Hysterie" 1895 einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Zum Publikationszeitpunkt der "Studien" hatte die damals 36-jährige Wiener Jüdin die Grenzen einer weiblichen Normalbiografie längst gesprengt. Mittlerweile führte sie in Frankfurt am Main, wohin sie 1888 übersiedelt war, ihr eigentliches Leben als Schriftstellerin, Sozialarbeiterin, Feministin und Übersetzerin.

Als religiöse Jüdin und Feministin musste Bertha Pappenheim Strategien finden, um sich in ein System einzuschreiben, dessen Regeln auf dem Ausschluss von Frauen aus allen religiös relevanten Positionen beruhten. Ihre Taktik reichte von der Auseinandersetzung mit verschiedenen Übersetzungstechniken über kreative Neuschöpfung religiöser Texte bis zur transmedialen Selbstinszenierung auf den Spuren ihrer frühneuzeitlichen Ahnin Glückel von Hameln.

IFK_Senior Fellow Louise Hecht spricht am kommenden Montag über das Leben dieser ungewöhnlichen
Frau. Hecht, Senior Lecturer für Jüdische Geschichte am Kurt-und-Ursula-Schubert-Institut für Jüdische Studien an der Palacký-Universität, Olmütz (CR), promovierte 2002 an der Hebrew University, Jerusalem, und erhielt 2003 den Pridan Prize für die beste Dissertation in jüdischer Geschichte. (red)


Termin

Montag, 17.01., 18 Uhr c. t., freier Eintritt

Link

IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

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    Pappenheim fand Strategien, um sich in ein System einzuschreiben, dessen Regeln auf dem Ausschluss von Frauen aus allen religiös relevanten Positionen beruhten.

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