Weltraumteleskop erspäht bisher kleinsten erdähnlichen Exoplaneten

11. Jänner 2011, 13:07
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Felsenwelt "Kepler-10b" ist allerdings mit 1.370 Grad Celsius zu heiß, um Leben zu beherbergen

Washington - Astronomen kommen der Entdeckung einer zweiten Erde immer näher: Wissenschafter der US-Raumfahrtbehörde NASA haben mit Hilfe ihres Weltraumteleskops Kepler den bis dato kleinsten, erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ausgemacht. Der Felsplanet Kepler-10b ist nur rund 1,4 Mal so groß wie die Erde und umkreist einen sonnenähnlichen Stern, der sich in der Konstellation Schwan in rund 560 Lichtjahren Entfernung befindet.

Bei Größe und Aufbau enden allerdings auch schon die Ähnlichkeiten zur Erde, denn als potentieller Träger von Leben kommt Kepler-10b eher nicht in Frage - dafür ist seine Oberfläche viel zu heiß. Der Exoplanet umrundet sein Zentralgestirn in etwa einem Zwanzigstel der Entfernung zwischen Merkur und Sonne. Diese äußerst enge Bahn beschert dem Planeten eine Umrundungsperiode von weniger als einem irdischen Tag und Oberflächentemperaturen von über 1.370 Grad Celsius, wie die NASA-Expertin Natalie Batalha berichtet.

"Das ist heiß genug, um Eisen zu schmelzen", erklärt Batalha. "Das wäre kein angenehmer Lebensraum für Organismen wie diejenigen auf der Erde." Kepler-10b ist mit  8,8 Gramm pro Kubikzentimeter etwas dichter als Eisen, damit verfügt der Exoplanet über die 4,6-fache Masse der Erde.

Quelle: YouTube

Nur der Anfang

Das Weltraumteleskop Kepler sucht seit März 2009 mit der größten Kamera, die jemals in den Weltraum gebracht wurde, nach erdähnlichen Planeten im All. "Die Entdeckung des felsigen Kepler-10b ist ein bedeutender Meilenstein auf der Suche nach erdähnlichen Planeten," meint Douglas Hudgins, Mitarbeiter an der Kepler-Mission der NASA in Washington. "Auch wenn der Planet nicht in der habitablen Zone liegt, so beweist dieser aufregende Fund doch, wozu die Kepler-Mission in der Lage ist - und dass noch viele derartige Entdeckungen vor uns liegen."

Die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde kann mit ihrer 95-Megapixel-Kamera den minimalen Dimmer-Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorüberzieht.

Auf der Suche nach Himmelskörpern ist seit 2006 auch die europäische Sonde Corot im All. Sie entdeckte im Februar 2009 einen Planeten, der nur knapp zweimal so groß wie die Erde ist. Allerdings befindet auch er sich nahe an seinem Stern und ist daher sehr heiß. (red/APA)


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  • Kepler 10b ist eine glühend heiße Welt von 4,6-facher Erdmasse. Mit 1,4-facher Erdegröße ist er der kleinste bislang entdeckte Exoplanet.
    foto: nasa

    Kepler 10b ist eine glühend heiße Welt von 4,6-facher Erdmasse. Mit 1,4-facher Erdegröße ist er der kleinste bislang entdeckte Exoplanet.

  • Der Abstand des Felsplaneten zu seiner Sonne beträgt nur 0,017 Astronomische Einheiten.
    foto: nasa

    Der Abstand des Felsplaneten zu seiner Sonne beträgt nur 0,017 Astronomische Einheiten.

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