Gedenkstätte soll an Nazi-"Euthanasie"-Opfer erinnern

11. Jänner 2011, 12:06
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Brandenburg Ausgangspunkt für Aktion "T4" gegen jüdische Psychiatrie-Patienten

Brandenburg/Havel - Die ostdeutschen Stadt Brandenburg errichtet eine Gedenkstätte für von den Nationalsozialisten ermordete kranke Menschen. Am Montag begannen offiziell die Bauarbeiten für die rund 760.000 Euro teure "Euthanasie"-Gedenkstätte. "Wir sind sehr froh, dass nun auch endlich in Brandenburg eine Gedenkstätte entsteht", sagte Stiftungsdirektor Günter Morsch. Gemeinsam mit der Kulturministerin des Landes Brandenburg, Martina Münch, und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann enthüllte er das Bauschild.

Die Stadt an der Havel war vor 71 Jahren Ausgangspunkt für die systematische Tötung jüdischer Psychiatrie-Patienten im damaligen deutschen Reichsgebiet, der Krankenmord-Aktion "T4". Nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wurden dabei mehr als 9.000 Menschen umgebracht. Die Stiftung übernimmt etwa 20.000 Euro der Kosten, das meiste Geld kommt vom Land Brandenburg und vom Bund.

Funde in Hall in Tirol

Anfang des Monats war in Tirol im Bereich der Psychiatrie des Landeskrankenhauses in Hall ein Gräberfeld mit Überresten von etwa 220 Personen entdeckt worden, die dem "NS-Euthanasieprogramm" gegen Behinderte zum Opfer gefallen sein dürften. Eine Expertenkommission soll den Fund aufarbeiten, mit der Bergung der Leichen soll im März im Rahmen eines für zwei Jahre angesetzten Projektes begonnen werden. (red/APA/dpa)

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