Chefs haben Angst vor Kontrollverlust

19. Jänner 2011, 18:25
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Technischer Fortschritt bringt Vorteile für Arbeitgeber und -nehmer

Frankfurt am Main - Mobile Arbeitsplätze gelten als das Modell der Zukunft. Der Sitz und die Büros eines Unternehmens müssen nicht mehr zwingend auch der Arbeitsort der jeweiligen Arbeitnehmer sein. Moderne Technologien ermöglichen unter anderem weltweite Projektarbeit und den Zugriff auf Firmendateien. Doch diese neue Art der Arbeit bedarf auch neuer Wege, die Angestellten zu führen.

"Im Zusammenhang mit der Verlagerung von Arbeit raus aus den Unternehmen befürchten Führungskräfte den Verlust von Kontrolle und Einflussnahme auf die Mitarbeiter und damit auf die geleistete Arbeit", erklärt Jens Greiner, freiberuflicher Unternehmensberater mit Schwerpunkten in der IT- und Telekommunikationsbranche.

Kontrolle und Steuerung der Arbeitsleistung sei eine wesentliche Aufgabe von Führungskräften und darf daher nicht vernachlässigt werden. "Dieser Anforderung müssen Unternehmen mit angepassten Kontrollmechanismen und entsprechenden Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter begegnen", so Greiner.

Angepasste Kontrollmechanismen

Organisation und Timing sind seit jeher wichtige Grundpfeiler für den Erfolg eines Unternehmens. "Konsequentes und effektives Arbeiten mit Zielen und effizienten Instrumenten zur Messung der Zielerreichung ist in vielen Unternehmen eine ständige Herausforderung", weiß der Experte aus Erfahrung. "Es ist kein ausschließliches Problem im Zusammenhang mit Remote-Arbeit, wird aber durch die räumliche Entfernung zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen noch spürbarer."

Auch für Mobile Workers müssen Regeln geschaffen werden, damit sich der technologische Fortschritt nicht negativ auf sie auswirkt. Dank Smartphone, Tablet PC & Co sind sie zu fast jeder Tageszeit erreichbar. "Das kann durchaus Ängste wecken. Verlust des Privatlebens, Erreichbarkeit rund um die Uhr und ständiger Zugriff der Unternehmen auf seine Mitarbeiter sowie nahezu beliebige Erweiterung der Arbeitszeiten ohne Kompensation sind da nur einige Beispiele", erläutert Greiner. Die Lösung sieht er u.a. in für beide Seiten verbindliche Vereinbarungen und Regelungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Erhöhung der Lebensqualität

Dem gegenüber steht der Vorteil, der sich für Arbeitnehmer und Unternehmen aus den Fernarbeitsplätzen ergibt. "Zeiten und Kosten für die Anreise zum Arbeitsplatz und zurück werden auf ein absolut notwendiges Minimum reduziert. Die dadurch frei werdende Zeit ermöglicht es jedem Arbeitnehmer, mehr Zeit für die persönlichen Belange zu nutzen und erhöht somit die individuelle Lebensqualität."

Und auch Arbeitgeber profitieren vom Modell der Fernarbeit. Die Kosten für einen Büroarbeitsplatz können für ein Unternehmen heutzutage bis zu mehreren Hundert Euro pro Mitarbeiter und Monat betragen. "Bürofläche, Büroeinrichtungen wie Schreibtische und Schränke, sowie sonstige Arbeitsmittel in den Unternehmen können viel umfassender und damit auch effizienter auf mehrere Arbeitnehmer gleichzeitig verteilt werden. Auf stationäre PCs oder Telefone kann gegebenenfalls gänzlich verzichtet werden", resümiert Greiner. (pte)

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