Gbagbo schließt Machtteilung aus

11. Jänner 2011, 14:06
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UNO-Botschafter Bamba: Gbagbo hat fähige Mitarbeiter

Abidjan - In Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) ist kein Ende im Machtkampf um das Präsidentenamt in Sicht. Das Lager des bisherigen Machthabers Laurent Gbagbo wies am Dienstag ein Angebot des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara zu einer Machtteilung zurück.

Ouattara könnte mit Gbagbo zusammenarbeiten, sagte der von Ouattara ernannte UNO-Botschafter Youssoufou Bamba dem britischen Sender BBC am Montag. Allerdings müsse Gbagbo seinen Anspruch auf die Macht aufgeben und Ouattara als "legitimen Präsidenten" anerkennen. Das wäre der "Ausgangspunkt". "Wenn Herr Gbagbo akzeptiert, können wir verhandeln", sagte Bamba, der die Bildung eines "großen, gemischten Kabinetts" aus Vertretern beider Lager als eine Möglichkeit bezeichnete.

Der Parteichef der Ivorischen Volksfront (FPI) von Gbagbo, Pascal Affi N'Guessan, wies den Vorschlag zurück. "Das ist ein Ablenkungsmanöver", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Der Sieg Gbagbos gegen sei "nicht verhandelbar".

Ouattara wird von der internationalen Gemeinschaft als Sieger der Präsidentschaftswahl vom 28. November anerkannt. Der seit zehn Jahren regierende Amtsinhaber Gbagbo beanspruchte jedoch selber den Wahlsieg und lässt trotz internationalen Drucks nicht von der Macht. Ouattara hält sich in einem von UNO-Blauhelmen geschützten Hotel in Abidjan verschanzt. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen kamen seit der Wahl mindestens 200 Menschen ums Leben.

Die Afrikanische Union (AU) wollte Ende der Woche erneut zwischen den Rivalen vermitteln. Der AU-Gesandte und kenianische Regierungschef Raila Odinga werde am Donnerstag oder Freitag nach Abidjan reisen, sagte sein Sprecher. Bisher waren mehrere Vermittlungsversuche der AU und Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) erfolglos geblieben.

Wegen der Unruhen nach der Wahl flüchten laut dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR täglich 600 Menschen aus der Elfenbeinküste ins benachbarte Liberia. Seit dem Beginn des Konflikts seien bisher 25.000 Menschen aus dem Land geflohen, teilte die Organisation in Genf mit. (APA/AFP)

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