Franz-Josefs-Bahnhof in Wien

Alter Bahnhof soll neuem Stadtteil weichen

10. Jänner 2011, 19:56
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    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Der Franz-Josefs-Bahnhof ist seit langem ein sozialer Brennpunkt. In den nächsten Jahren soll das Areal in neuem Glanz erstrahlen.

Nach der Absiedlung der Wirtschaftsuni könnte aus dem Gebiet zwischen Spittelau und Julius-Tandler-Platz ein schönes neues Viertel werden - Dafür wird der Franz-Josefs-Bahnhof verlegt - oder aufgelassen

Wien - Der Franz-Josefs-Bahnhof sieht schon lange nicht mehr wie ein Bahnhof aus. Eher wie ein Bürohaus mit angeschlossenem Mini-Einkaufszentrum. Im Erdgeschoß haben sich Supermarkt, Fastfoodkette und Trafik eingemietet, die fünf Stockwerke darüber nutzt die Bank Austria.

Die Bahnhofshalle selbst ist meist menschenleer. Schließlich verkehren dort auch nur noch ein paar Regionalzüge - sowie die Franz-Josefs-Bahn ins Waldviertel. Schnellzüge halten in dem aus den Siebzigern stammenden Gebäude schon seit Mitte der Neunziger nicht mehr.

Der Platz vor dem Bahnhof ist seit langem ein Treffpunkt für Obdachlose. Nach Anrainerprotesten gegen die "Versandelung" des Areals installierte die Stadt vor drei Jahren eine mobile Sozialarbeitertruppe. Am Umstand, dass das Grätzel zusehends vergammelt, änderte das wenig.

In ein paar Jahren, nach der Absiedelung der Wirtschafts-Uni in den Prater, soll das Gebiet aber in neuem Glanz erstrahlen - so wünscht sich das jedenfalls die rot-grüne Stadtregierung. Planungstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) lässt ein Leitbild für das Gebiet Franz-Josefs-Bahnhof erstellen, die Vorarbeiten dafür leistete Vorgänger Rudolf Schicker (SP). Idealerweise entstehe dort ein neues Wohn- und Büroviertel mit Grün dazwischen, sagt Vassilakou.

Unattraktive Überplattung

Allerdings müsste dafür der Franz-Josefs-Bahnhof versetzt werden. Denn zwischen diversen Haupt- und Nebengleisen lässt sich schwer ein schöner neuer Stadtteil errichten.

Genauso wenig attraktiv erscheint die Beibehaltung der Überplattung, auf der die schwer sanierungsbedürftigen Gebäude wie WU und Zoologie-Institut jetzt stehen. Möglicherweise könnte der Bahnhof auch ganz aufgelassen werden. Die ÖBB will sich offiziell noch nicht festlegen. Allerdings bestehe man nicht auf dem Standort am Julius-Tandler-Platz, sagt ÖBB-Sprecher Herbert Ofner.

Die Stadt Wien kann nur über den Flächenwidmungsplan auf die Gestaltung des neuen Stadtteils einwirken. Denn das 24 Hektar große Gelände befindet sich in Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sowie der ÖBB, die eine eigene Entwicklungsgesellschaft für das Projekt gründen. Im Gegensatz zur Wirtschafts-Uni will die Uni Wien, die dort diverse Institute betreibt, bleiben. Allerdings müssen auch diese Gebäude in den nächsten Jahren saniert werden.

"Da herrscht auf jeden Fall Handlungsbedarf" , sagt BIG-Sprecher Ernst Eichinger. Was mit der alten WU passiert, ist noch unklar. Bis 2013 soll es von ÖBB und BIG einen Fahrplan geben. Die Stadt will ihr Leitbild - inklusive Architekturwettbewerb - bis 2012 fertig haben. Dies soll auch Anrainerwünsche beinhalten "Das wird auf jeden Fall ein Best-Practice-Beispiel in Sachen Beteiligung" , sagt Vassilakou. Denn hier werde von Anfang an die Bevölkerung miteinbezogen. Danach muss die Planungsstadträtin nur noch die Projektentwickler von den Ideen der Bürger überzeugen. (Martina Stemmer, DER STANDARD-Printausgabe, 11.1.2011)

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rubbberduck
10

die hauptuni sollte dort enziehen. die uni hat nicht genug platz und ist über ganz wien vertreut.

58012
00
13.11.2011, 16:48
pendlerin

ich pendle zeiselmauer-FJB und möchte nicht drauf verzichten, leider kostet es mehr als das auto, wenn man nicht täglich fährt. in der bahn ist es warm, sie ist relativ pünktlich. zeitmäßig sind es von tür zu tür doch um 20 minuten mehr, mit demumsteigen in verschiedene öffis. der 5er verbindet in den 9. 8., 7., 6. usw..und in den 20 und 21., der D fährt zur oper . der BILLA hat immer offen. der tandler platz ist unattraktiv, dafür kann aber die bahn nichts sondern die bezirksvorsteherin. es gibt zum beispiel an dem platz keine uhr, am alten FJB gabs das noch.

gidolf
00
27.4.2011, 19:56

Ich finds interessant, dass die meisten Poster, die sich hier (größtenteils berechtigt) über die Absandelung des Viertels beschweren, gleichzeitig dagegen sind, den FJBH zu schleifen. Er ist schirch, er bringt der Gegend (bis auf den Billa, und das ist auch fragwürdig) nix, er teilt den Bezirk auf einer Länge von über 800 Metern mit einer einzigen unbequemen Übergangsmöglichkeit. Dass Leute aus Brigittenau und der Leopoldsstadt die Anbindung an den Fünfer vermissen werden, stimmt, aber das ist ja deren Argument und nicht das der Hiesigen.

gidolf
00
27.4.2011, 19:57

(2/2)

Die Angst vor einem WBH-Schicksal versteh ich - aber es gibt weder Planungen noch Konzepte; insbesondere ist eine Anwohnerbefragung angekündigt worden. Die reflexartige Verweigerung ist also nicht nur Ausdruck eines Vorurteils und Unterstellung mangelnder Lernfähigkeit, sondern zeugt insbesondere von der leider verbreiteten Einstellung 'nicht partizipieren und sich nachher aufregen'.

weissseher
00
sonnenschein

vom büro im ersten aus / der wohnung im 6./7./8. aus ist schwer schreiben über einen bahnhof, den man scheinbar nie gesehen hat - menschenleer?!?

das schöne wetter bietet beste bedingungen für einen lokalaugenschein!

realist11
20
10.2.2011, 09:58
Projektwahnsinn der Grünen

Ein intaktes Verwaltungs- Bahn und Studiennetz zu schleifen um ein paar Wohnungen zu bauen die aufgrund der überteuerten Mieten sowieso frei bleiben (Beispiel: die Wohnungen/Büro`s an der Donaukanallände - höhe WU), gesäumt von fixerüberfüllten Parks (die Polizei muss von dort auch weg).
Für die komplette WU müssen neue Räumlichkeiten gefunden und auch bezahlt werden (diese werden nicht billiger) und von den Kosten einer Endbahnhofsverlegung möcht ich erst gar nicht reden.
Und jetzt wacht alle erst mal auf - wer soll das ganze nach einer schwierigen Finanzkrise bezahlen? - "Sabine Gretner" aus ihrer eigenen Tasche ?- wohl kaum, sondern WIR STEUERZAHLER.
Wieviele bekiffte rosa Schmetterlinge da den Grünen wieder durch den Kopf flogen?

Seio
00
28.4.2011, 17:55

Ähm... das die WU aber so oder so übersiedelt, ist dir bewusst? Und das das neue Gebäude im Prater bereits gebaut wird ist auch klar?

Und ein wenig mehr Grün in der Gegend würde nebenbei wirklich nicht schaden. Auch wenn ich den Platz mag (viele schöne Erinnerungen), könnte man ihn sicher schöner gestalten.

John Sandwich
00
16.1.2011, 00:15
Bahnhof-Legenden

Schliesse mich den Ausführungen von Othmar Pruckner im Print-Standard (Sa./So. 15./16. Jänner 2011, S. 30) vollinhaltlich an.

-joB
00
13.1.2011, 13:32
Wie wär´s einmal mit der Aufwertung des Bestehenden?

Mit minimalen Mitteln - etwas Hirnschmalz z.B. - durch Einbindung von Künstlern, guten Architekten und interessierter Bevölkerung ließen sich Vorschläge erarbeiten, die eine Verbesserung der gesamten Region nach sich ziehen könnte

Human 2.0
00
25.1.2011, 21:46

Ich hoffe allerdings auch, dass "Bevölkerung" dann auch wirklich gehört wird und nicht ein paar wahnsinnige agenda21 Selbstdarsteller, die vor allem im 9.ten extrem viel Schwachsinn und durch Verflechtung in die Politik auch umgesetzt bekommen haben.

Bodypainter
02
12.1.2011, 15:33

tja, der alte bahnhof war tatsächlcih um etliches schöner (sorry, herr glück!) ;-)

http://de.academic.ru/pictures/... f_1880.jpg

Bodypainter
01
18.1.2012, 21:34

Haben sie der fairnishalber auch ein Foto des Bahnhofes wie er nach dem Krieg ausgesehen hat? Ich zeig ihnen die Wahrheit http://www.erich-foltyn.eu/ViennaCit... fAlt01.jpg

Vom eins schönen Ding ist nix mehr übergeblieben. Das Ding war am Schluss Pott häßlich.

58012
00
13.11.2011, 16:49
wirklich sehr schön

Nix7
 
02
11.1.2011, 20:25
Ein Dank an die damals tätigen Oberhäupter,

die zwischen 1978 und 1983 - so genau weiß ich´s nicht mehr, unbedingt die WU zum Franzl-Bahnhof verfrachteten. Lange Bauzeit, hohe Kosten, und jetzt schon wieder baufällig!?!

Deshalb WU weg, neue WU her, Franz-Bahnhof weg, neue Wohn-, Geschäfts-, was weiß ich, -Siedlung her.

Wien muß sparen! Aber doch nicht wenn´s wieder neue Wohnungen, Büros etc. gibt. Und an neuen Bahnhof brauch ma doch auch!

Wer ja gelacht, wo doch die zwei Monsterbauten SÜD und WEST eh nicht so viel kosten. Ganz zu schweigen vom Flugplatz (vielleicht zweiter Flughafen her - im Dutzend ist´s doch billiger)...

Ach ja - die Architekten müssen auch leben! An vielen Fassaden steht dann auch sicher lange: "BÜRO etc. zu vermieten!" Bringt viel Luftsteuer!

Nix7
 
01
11.1.2011, 20:44
Ein Dank an die damals tätigen Oberhäupter!

Jetzt hätt ich´s doch glatt vergessen.
Die Betonwirtschaft muß leben - doch für die UNIS selbst gibt´s kein Geld. Die studieren Wollenden sollen sich den G´spaß doch selber zahlen. Können doch ihr Geld derweil am Bau verdienen...

badat
25
11.1.2011, 18:25

Wenn die FJB dann in Spittelau endet, fehlt die fußläufige Umsteigemöglichkeit zur Linie 5 und diese Relation wird doch von vielen Leuten genützt, die über den Donaukanal wollen. Dann für eine Station in die U4 umsteigen müssen würde den öffentlichen Verkehr auch nicht gerade attraktiver machen...

Herr Weltenbummler
02
12.2.2011, 19:44
Absolut richtig

@badat: Du hast recht. Und nicht nur die Linie 5, ebenso der 33er, und tragischer, der D-Wagen, der eine tolle Querverbindung durch Wien ermöglicht, zB. zum neuen Hauptbahnhof, Ring etc.

BraS
 
01
13.1.2011, 10:15

der Ersatz durch die U6 in Spittelau ist aber nicht gar so schlecht.

Nachtsonne
01
13.1.2011, 13:56

z. B. Wallensteinplatz 700 m, Am Tabor 1,7 km, Praterstern 2,2 km von der U6.

58012
10
13.11.2011, 16:50
unser stinki 5er soll bleiben!!!!

cannery row
12
12.1.2011, 13:50
aber bitte..

das erfolgt doch alles getreu dem grundsatz: weg von der schiene, weg vom kunden. und weils in der spittelau eh so kompliziert werden würde, könnte man gleich die linien ins walviertel einstellen. da ist sicher eine menge sparpotenzial drin. als ausgleich könnte man einmal täglich einen bus fahren lassen, motto: first come, first serve. das eingesparte geld kommt dann dem railjet auf derweststrecke zugute.

Thomas Höbelt
 
14
11.1.2011, 16:25
Ach ja,

die pöhsen Obdachlosen ! Ein Vorschlag zur Güte: Man wandle den nicht mehr benötigten Bahnhof ( genauso wie die ebensowenig benötigten Unicredit Räumlichkeiten ) In ein Obdachlosenheim, wohlgemerkt auf Kosten der seit Jahren am Steuertopf schmarotzenden ÖBB , um. Die könnten dann ein bisserl soziales Gewissen, abseits der Supergagen für Gewerkschaftsbonzen und Co, zeigen, und müssten ein bisserl weniger "Angst" vor Sandlern auf Ihren Bahnhöfen haben ( weswegen selbige ja zunehmend tunlichst ungemütlich für Wartende gemacht werden, damit sich nur ja keiner von den OL vor den tollen Gewista Plakaten niederläßt.
Und Ja, genau das ist der Grund für die Ungemütlichkeit der Haltestellen der Öffis, wie mir ein hoher Funktionär einst bestätigt hat.

el bosco
010
11.1.2011, 14:59

möchte hier nochmal zusammenfassen, wir schlecht der artikel recherchiert ist und wie schlampig er geschrieben wurde. danke an die poster unten für die diversen punkte:
1. "Bahnhofshalle ist meist menschenleer" --> bitte mal selbst hingehen zur Stoßzeit
2. "Schließlich verkehren dort auch nur noch ein paar Regionalzüge - sowie die Franz-Josefs-Bahn ins Waldviertel." --> Alle Züge die dort verkehren sind Franz-Josefs-Bahn, nämlich S-Bahn, Regionalzug und Regionalexpress. Das "sowie" ist überflüssig
3. "Schnellzüge halten (...) seit Mitte der Neunziger nicht mehr." --> WAS SIND SCHNELLZÜGE? Es gibt Fernzüge (IC, EC, ICE, D), die gibts dort nicht mehr, das stimmt. aber es gab bis vor kurzem noch züge nach budweis dort (REX)...

Bitte alle aussteigen
01
11.1.2011, 17:08

Die Halle ist zu den normalen Zeiten fast nie menschenleer. Ich gehe dort praktisch jeden Tag vorbei und kann den Bericht keinesfalls bestätigen.

HarrySa
01
11.1.2011, 14:32
Der Franz Josefs Bahnhof ...

muss dann durch einen vernünfigen Ausbau des S-Bahnhofs SPITTELAU ersetzt werden. Von dort aus verwenden wirklich viele Pendler die FJB Richtung Tulln Krems und ins Waldviertel. Die Spitelau ist auch gut an die U-Bahn angebunden (U6). Leider ist der Bahnsteigbereich gelinde gesagt unbrauchbar und für längere Wartezeiten sehr ungemütlich. Wenn das verbessert wird wäre die Verlägung des FJB ein Gewinn für alle. Warum nicht Park+Ride, besser wäre allerdings das Geld für P+R im Einzugsgebiet (TULLN, St.Andrä-Wördern, Krems, Absdorf usw. ) zu verwenden als mitten in der Stadt.

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