Bauer sucht Stau

10. Jänner 2011, 18:15

Die Chance, endlich den maroden öffentlichen Verkehr in und rund um Linz zu sanieren, ist vertan

Wer braucht bitte noch das Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreichs? Künftig wird der „Goldene Westring" verliehen. Potenzielle Träger sollten vor allem Verfechter aberwitzig teurer Autobahnprojekte sein. Eine starke Aversion gegen einen Öffi-Ausbau kann nur von Nutzen sein. Dazu noch 80 Millionen Euro ans Infrastrukturministerium - und schon gehört die fragwürdige Auszeichnung so gut wie Ihnen.

Eine Donaubrücke, ein Tunnel - vom großen Prestigeprojekt A26 ist nicht mehr viel übrig geblieben. Und den heute vielbeklagten Stau wird es auch morgen geben - wenn auch verlagert, was aber zumindest stauerprobten Autofahrern für eine gewisse Zeit eine neue Sicht der Dinge bescheren wird. Die Chance, endlich den maroden öffentlichen Verkehr in und rund um Linz zu sanieren, ist vertan.

Und man war vonseiten der Politik zu feige, klare Worte in Richtung Pendler zu finden. Denn nur bedingt ist einzusehen, dass jene, die am lautesten nach dem Westring schreien, zu einem großen Teil an ihrem Wohnort von der Autobahn nicht betroffen sein werden. Wer ins Mühlviertel zieht, bevorzugt die schöne Landschaft, die gute Luft, die deutlich günstigeren Baugründe - die Distanz zur Stadt. Dennoch das tägliche Brot in Linz zu verdienen inkludiert einen längeren Anfahrtsweg. Das wird nicht immer vierspurig zu bewältigen sein. Darum gilt es zu erkennen: Nicht jeder Misthaufen braucht einen Autobahnanschluss. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 11.1.2011)

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"Nicht jeder Misthaufen braucht einen Autobahnanschluss"

Komisch! Warum hat Gallneukirchen dann einen? Und warum wächst die Gemeinde so rasant? Und warum ist sie DIE grüne Hochburg in OÖ? Ah ja, wegen "der schönen Landschaft, der guten Luft, der deutlich günstigeren Baugründe, der Distanz zur Stadt" - und dem vierspurigen Anfahrtsweg? Komisch...

Kroneniveau

Es ist traurig so ein primitev, hezerisches Kommentar in einer (selbsternannten) Qualitätszeitung zu lesen.
Herr Rohrhofer vergreifts sich ordentlichst im Ton, wenn er alle Mühlviertler als dumme Bauerdeppen darstellt - Er sollte sich bei der Wiener Kronen Zeitung bewerben, dort sind Leute mit solch einer Intelligenz gesucht.
Dieses Kommentar ist wiedermal Zeichen urbaner besonder wienerischer Präpotenz.

Erstens: Herr Rohrhofer ist kein Wiener.

Zweitens: Wo genau soll dieser in diesem Kommetar geschrieben haben, dass alle Mühlviertler dumme Bauerndeppen seien?

Kronenzeitungniveau

Das so ein primitives, hezerisches Kommentar in einer (selbsternnanten) "Qualitätszeitung" erscheint ist ziehmlich traurig.
Herr Rohrhofer vergreift sich ziemlich in seinem Ton, wenn er alle Mühlviertler als naive Bauerndrottel darstellt - Vielleicht sollte er sich bei der Wiener Kronenzeitung bewerben, dort werden Journalisten von seiner Intelligenz gesucht...
Dieses Kommentar ist Zeichen urbaner vor allem wienerischer Präpotenz

Herr Rohrhofer sollte seine Chefin fragen wie lange sie von ihren "Misthaufen" im Mühlviertel aus nach Linz braucht.....

€20.000.- pro Mühlviertler Pendler

In etwa soviel kostet der dümmliche Westring, der der Linzer Stadtbevölkerung nicht nur immense Staus, sondern auch ständige Feinstaub-u.NOx-Überschreitungen bringen wird. Im Bereich Bindermichl staut es bereits jetzt ständig u.man will mittels Westring noch mehr Verkehr dorthin pumpen. Die sturen oö. Politiker mit Holzkopfmentalität (ein LH, der früher Religionslehrer war, etc.) meinen, ein mit 40 Jahren völlig veraltertes Projekt durchsetzen zu müssen, um es der Wiener Regierung zu zeigen. Dabei unterstützen Land OÖ u.d. Stadt Linz (beide haben mit den eigenen Budgets zu kämpfen) den Westring mit €80 Mill u. verschulden sich noch weiter, damit unsere Kinder höhere Steuern zahlen müssen. Soviel Borniertheit muß man einmal zustande bringen!

an die adresse unserer wiener freunde...

...es gibt in OÖ auch noch anderes als bauern, bauernhöfe und ihre dazugehörigen misthaufen. mal richtug westen fahren - es hat sich was getan in den letzten 20 jahren!! jedoch die analyse aus der distanz ist nicht ganz unrichtig - die lösung?? hab ich auch nicht, aber ich nehme mal dass ein Donauübergang richtung ottensheim helfen würden und ein ausbau der öffis infrastrukturtechnisch bzw. langfristig interessant. vielleicht kann man aber auch die bevölkerung etwas besser motivieren entweder in der nähe des arbeitsplatz zu wohnen oder fahrgemeinschaften einzugehen - vielleicht auch mit einem finanziellen anreiz.

Mein Traum

Die sog. Speckgürtelgemeinden (Puchenau, Ottensheim, Plesching, Steyregg, Leonding, Pasching, Haid, Traun,...) alle eingemeinden - damit können sich einzelne Gemeinden nicht mehr aus der Verantwortung stehlen, etwas gegen den Verkehrswahnsinn beitzutragen - und dann ein leistungsfähiges U-Bahnnetz bauen, damit die Menschen auch dorthin kommen, wo sie hinmüssen (zB VOEST)

Selbiges gilt für Graz

von Judendorf bis mindestens Seiersberg alles eingemeinden, dann wird ein leistungsfähiges Öffisystem erst möglich.

und im Übringen bin ich der Meinung, das europäische Generalabonnement gehört eingeführt!

U-Bahn für Linz? Das ist doch lächerlich, allein für die Errichtungskosten könnte man vermutlich mehrere Straßen- und S-Bahnlinien errichten und auf Jahre betreiben.

Drum sag ich ja: Mein Traum

Ich bin einer der betroffenen Pendler...

...und ich hätte viel lieber endlich eine vernünftige Zugverbindung als diesen idiotischen Westring, der den Verkehr wieder nur durch Linz leitet. Was ist mit den Mühlviertlern, die zu den Einkaufszentren im Süden wollen? Mit denen, die auf kürzestem Wege zur A1 fahren wollen? Eine kombinierte Eisenbahn/Straßenbrücke bei Ottensheim, die die Mühlkreisbahn (von mir aus City-S-Bahn) in die Lilo einbindet und den Rohrbacher Verkehr auf einer Landesstraße westlich von Linz einfädelt, wäre meiner Meinung nach viel klüger. Parallel dazu muss es freilich eine deutliche Beschleunigung/Verdichtung des Eisenbahnverkehrs geben. Denn was die ÖBB auf der Mühlkreisbahn aufführen, ist einfach nur Irrsinn...

Die Mühlkreisbahn an die Lokalbahn einzubinden ist höchst sinnlos, da die MKB so noch vor Ottensheim abbiegen müsste und in Alokven in die Lokalbahn einmünden müsste. Die Fahrzeit zwischen Ottensheim und Linz würde sich so verdoppeln bis verdreifachen.

"in die Lilo einbindet"

Die Lilo führt nur an die andere Donauseite nach Eferding. Wer will denn in Eferding einkaufen ?

Die Plus-City liegt ganz woanders.

man siehts ja an der LILO, investiert man ein bisschen und bietet den pendlern eine gute alternative, wird sie auch genutzt.

leider werden viele regionalbahnen heruntergewirtschaftet oda gar eingestellt. genau der falsche weg. was bleibt denn den pendlern übrig als mit dem auto zu fahren ... .

der titel mag zwar geschmacklos sein, aber der artikel stimmt in gewisser schon.
der westring ist in der form keine ideale lösung, der massive verkehr vom mühlviertel wird sich eben aufspalten; um 5, 6 am nachmittag wird sichs auf der donaulände dennoch abspielen; aber etwas entlastung (zumindest für die rudolfskreuzung) wird er bringen.
die alternativen sind jedoch wenig rosig. öffis ausbauen wäre zwar wünschenswert, aber ein gigantisches projekt. laut öbb braucht man derzeit mit dem zug für rohrbach-linz 1:40h, eine stunde länger als mit dem auto - wesentlich schneller kann man sie baubedingt kaum machen. man müsste sehr viele buslinien quer durchs mühlviertel schaffen, aber dann hieße es: nicht jeder misthaufen braucht eine busstation

Zwei Einwände:

Das Magistrat der Stadt Linz lies vor Jahren die Änderungen des Verkehrsflusses in Linz durch den Westring untersuchen. Ergebniss: Der Verkehr wird in allen Straßen zunehmen, besonders in der Innenstadt.

Ein Ausbau der Mühlkreisbahn würde 100-150 Mio. € kosten.

bitte,

wo ist der zweite Einwand?

ein mieser tausch

min. bures erhält lumpige 80 mio und gibt dafür aus der bundesbörse an die 500 mio für ein bauwerk, das in die vergangenheit und den totalen frust führt. denn es bringt neue staus, gestank, lärm, abgase, feinstaub, halt woanders hin. statt die öffis mit diesem betrag zu forcieren, wird dort noch mehr gespart: seit 2011 auch stopp der sanierungsarbeiten an der SALZKAMMERGUTBAHN z.b., sodass die meisten züge von Attnang-Puchheim richtung Stainach verspätet sind und so den anschluss nach graz und wien süd verpassen. damit stirbt diese bahn sehr bald, außer bgm, touristiker, wirtschaftstreibende sowie direktoren der bundesschulen in bad ischl und bad aussee fordern infrastrukturgerechtigkeit von land und bund. oder sind das auch autofans??

Fehleinschätzung Herr Redakteur

Mittlerweile entwickelt sich der Bezirk Rohrbach auch weiter und der Verkehr ins Obere Mühlviertel nimmt stark zu. LKW Route seit der Westspange Wels über Aschach und über die B127 von Linz.

Das obere Mühlviertel braucht einen Donauübergang zwischen Ottensheim und Linz und keinen Westring.

Ihre Aussage: "Autobahnanschluß für jeden Misthaufen" empfinde ich als ziemlich böse Polemik aus der Hundstrümmerlperspektive des Wiener Stadtparks.

Das Mühlviertel entwickelt sich weiter.... Lustig.

Das obere Mühlviertel, bzw, der Bezirk Rohrbach hat 60.000 Einwohner, ob es sich hier lohn, Milliarden zu investieren sei dahingestellt.

Da redet ein Blinder von der Farbe ...

Man sollte einmal mehrere Dinge auseinander halten:

Die Probleme der Ortseinfahrt von Linz an der B127, die Verkehrsprobleme der Stadt Linz mit eigenem Verkehr und die Probleme des Landes OÖ auf der Nord-Süd Achse.

Dazu kommen die Versäumnisse der 1970-er Jahre dazu.

Eine Donauquerung mit Anbindung zur A1 wäre zB. im Bereich der Staustufe Ottensheim durchaus sinnvoll gewesen, und das hätte keine Autobahn sein müssen.

Die Idee Linz einen Autobahnring zu verpassen war natürlich ideal: da zahlt der Bund mit.

Aus Sicht des oberen Mühlviertels ist der Standort der Brücke sicher nur eine zweitbeste Lösung.

Verkehrs- und Städteplanerisch auch eine Verrücktheit wenn man die Anbindungen der Nibelungen und Eisenbahnbrücke anschaut.

Der Bezirk Rohrbach hat mit 60 000 Einwohner wesentlich weniger als die meisten Wiener Gemeindebezirke.

Mehrere Autobahnverbindungen (Westring oder die immer wieder geforderte Autobahn über Wels und Aschach) sind völlig überdimensioniert.

Das Problem leigt in der Meinung der Pendler, zur gleichen Zeit mit dem Auto in die Stadt einfallen zu müssen. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten sind dei Straßen nicht allzusehr gefüllt.

... Wels über Aschach!

Warum nur laß ich "Auer v. Welsbach"?

Weiträumige Umfahrungen?

Es wird häufig gefordert, dass außerhalb der Stadt im Westen und im Osten Umfahrungsstraßen gebaut werden sollten.

Überlegt mal: Glaubt ihr wirklich, dass das umgesetzt werden kann? Abgesehen vom fehlenden Budget werden sich auch dort Gegner formieren und als Kritiker auf den Plan treten, weil dann (angeblich oder tatsächlich) wertvolles Grünland, Auen, Wälder usw. zerstört werden könnten.

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