Bericht drängt auf Onlinezugang zu Europas kulturellen Meisterwerken

10. Jänner 2011, 16:35
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Sollen bis 2016 über das Internet-Portal Europeana abrufbar sein

Ein Hauptteil von Europas kulturellem Erbe wie klassische Bücher und Gemälde soll nach einer Experten-Empfehlung in fünf Jahren frei im Internet zugänglich sein. Alle "öffentlich zugänglichen Meisterwerke" in der EU sollten bis 2016 über das Internet-Portal Europeana angesteuert werden können, heißt es im Bericht einer von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe, der am Montag in Brüssel präsentiert wurde. Danach würden auch urheberrechtlich geschützte Werke frei zugänglich online gestellt, sofern die Rechteinhaber sie nicht selbst verfügbar machen; die Rechteinhaber würden in dem Fall eine Vergütung erhalten.

15 Millionen digitalisierte Werke

Europeana ist ein Internetportal, das bereits heute Zugang zu rund 15 Millionen digitalisierten Büchern, Gemälden, Landkarten, Fotos, Filmen und Musikstücken bietet, darunter etwa klassische Goethe-Ausgaben. Die meisten Exponate sind so alt, dass beim Urheberrecht keine Probleme bestehen. Die Experten-Vorschläge drängen aber auch auf klare EU-Regeln für sogenannte verwaiste Werke, deren Rechteinhaber nicht ermittelt werden können.

Hauptverantwortung bei Staaten

Die Hauptverantwortung für den Zugang der Bürger zum kulturellen Erbe trage der Staat, erklärte die Gruppe. Dennoch heißt sie grundsätzlich Partnerschaften mit Firmen gut, die aus der Digitalisierung kommerziellen Nutzen ziehen wollen. Dabei sollten aber Vorgaben gemacht werden, etwa dass die Vorzugsnutzung der Materialien durch die privaten Partner auf sieben Jahre begrenzt werde.(APA/AFP)

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