AK-OÖ macht Verstöße gegen Arbeitsrecht publik

10. Jänner 2011, 14:20
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Die oberösterreichische Arbeiterkammer nennt in ihrem bereits dritten "Schwarzbuch Arbeitswelt" die "schwarzen Schafe" explizit beim Namen

Linz - In ihrem bereits dritten "Schwarzbuch Arbeitswelt" veröffentlicht die Arbeiterkammer Oberösterreich wieder Verstöße von Unternehmen gegen das Arbeitsrecht. Mit vollem Firmen-Wortlaut erwähnt werden darin jene zehn Unternehmen, die die AK- OÖ im abgelaufenen Jahr "am meisten beschäftigt" hätten, wie Präsident Johann Kalliauer und der stellvertretende AK-Direktor Franz Molterer am Montag in einer Pressekonferenz erklärten. 

Zahlreiche weitere in den letzten beiden Jahren gerichtsanhängig gewesene Fälle werden in der Folge mehr oder weniger "anonym" abgehandelt (siehe Link). Es gehe der AK nämlich nicht darum, die Unternehmen generell als Rechtsbrecher zu verunglimpfen, betonte Kalliauer. Es könne aber angesichts der Zahlen und Fakten auch nicht von wenigen Ausnahmen die Rede sein. Diese würden sich im Wettbewerb mit anderen korrekt vorgehenden Firmen Vorteile verschaffen.

Für Alleinerziehende oder Familienerhalter handle es sich um eine dramatische Lebenssituation, wenn sie von ihrer Firma kein regelmäßiges Einkommen erhalten. Die drohende Veröffentlichung in dem Schwarzbuch habe in den vergangenen Jahren sehr wohl Wirkung gezeigt. So habe sich unter anderem die Reinigungsbranche besonders angestrengt, gemeinsam mit der Arbeiterkammer für Verbesserungen zu sorgen.

WK-OÖ: "Schwarze Schafe wird es immer geben"

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich reagierte auf das Schwarzbuch dennoch "mit Kopfschütteln über diese Form der 'Stimmungsmache' gegen die hart und ehrlich arbeitenden Betriebe". Schwarze Schafe werde es immer geben, stellte WK-OÖ-Präsident Rudolf Trauner fest - und "diese Minderheit" werde sich "auch durch ein Schwarzbuch nicht von ihren Methoden abbringen lassen". Die Arbeiterkammer zelebriere lediglich ihr ideologisches Bild vom "bösen Unternehmer". Mit dieser "Verunglimpfungskampagne" beeinträchtige man aber das ausgezeichnete Klima in den Unternehmen vor Ort. (red/APA)

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