Israelischer Spionagering gesprengt

10. Jänner 2011, 15:31
93 Postings

Spione sollen im Jänner 2010 Atomwissenschaftler getötet haben

Teheran - Im Iran sind nach Berichten der staatlichen Medien Spione des israelischen Geheimdienstes Mossad festgenommen worden, die an der Ermordung eines iranischen Atomwissenschaftlers beteiligt gewesen sein sollen. "Das Netzwerk von Spionen und Terroristen mit Verbindungen zum Mossad wurde zerstört", berichtete das iranische Fernsehen am Montag. Sie seien für die Tötung von Massoud Ali-Mohammadi verantwortlich. Der Wissenschaftler war am 12. Jänner 2010 in Teheran durch eine ferngezündete Bombe umgekommen.

Bei einem ähnlichen Attentat im November 2010 war ein weiterer Nuklearwissenschaftler ums Leben gekommen und anderer verletzt worden. Die iranische Führung um Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad hatte bereits unmittelbar nach den Anschlägen die USA, Israel "und deren Agenten" verantwortlich gemacht.

Todesstrafe

Auf Spionage steht im Iran die Todesstrafe. Im Dezember wurde ein Iraner hingerichtet, der wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilt worden war.

In einer Erklärung des iranischen Geheimdienstes hieß es am Montag, iranische Agenten hätten wichtige Informationen über Pläne des israelischen Geheimdienstes gegen den Iran gewonnen. Einzelheiten sollten zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und verlangt eine Offenlegung der iranischen Atompläne. Dem widersetzt sich der Iran ebenso wie der Forderung nach einem Stopp der Urananreicherung. Nach Darstellung der Regierung in Teheran dient das Atomprogramm lediglich der Energiegewinnung.

Die internationale Gemeinschaft hat Sanktionen gegen den Iran verhängt, um das Land zur Kooperation in der Atomfrage zu bewegen. Diese Strafmaßnahmen haben nach den Worten von US-Außenministerin Hillary Clinton bereits dazu geführt, dass sich das Atomprogramm des Irans verzögert. Das Land habe technologische Probleme und liege hinter seinem Zeitplan. Die internationale Gemeinschaft habe damit etwas Zeit gewonnen, den Iran davon zu überzeugen, dass er mit einer Atombombe weder sicherer noch stärker werde, sagte Clinton in Abu Dhabi.

Sie warf dem Iran zugleich vor, "die Kriegstrommeln" in der Region zu schlagen und damit vom eigenen Atomprogramm ablenken zu wollen. Der Iran versuche, den Libanon zu destabilisieren und Zwietracht zwischen Israel und den Palästinensern zu sähen. Mit diesen Worten dürfte Clinton den Nerv der arabischen Golfstaaten treffen, die den wachsenden Einfluss des Iran in der Region fürchten. (APA/Reuters/dpa/dapd)

Share if you care.