Meterhohe Sturzflut überschwemmte Stadt

10. Jänner 2011, 09:29
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Zwei Todesopfer - Neuerlicher Regen hat Situation in Hochwassergebieten verschärft

Heftige Regenfälle haben die Situation im ohnehin schon von verheerenden Überschwemmungen betroffenen Nordosten Australiens weiter verschärft. Zwei Menschen kamen am Montag in den reißenden Fluten ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Unterdessen sagte der Wetterbericht weitere Regenfälle vorher.

Besonders betroffen war die Gegend um den Ort Toowoomba westlich von Brisbane. Ein reißender Strom schoss nach Polizeiangaben durch den Ort, Häuser wurden aus ihren hölzernen Fundamenten gerissen und Hunderte Meter mitgeschwemmt, Brücken und Autos weggespült, Zapfsäulen von Tankstellen aus ihren Verankerungen gerissen. Eine wichtige Autobahn wurde von Erdrutschen getroffen, im Zentrum der Stadt stürzte laut lokalen Medienberichten ein Gebäude ein. Ein Bürgermeister der Region verglich den Schaden mit den Auswirkungen eines Wirbelsturms.

Autos fortgespült

Wie viele Menschen vermisst werden, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Medienberichten zufolge unternahmen die Behörden knapp 30 Rettungseinsätze in den Fluten. Hubschrauber überflogen die Gegend, nachdem Autos fortgespült wurden. Die Bewohner niedrig gelegener Gegenden wurden angewiesen, sich in höhere Gebiete in Sicherheit zu bringen. "Es braucht nur 15 Zentimeter schnell fließenden Wassers, um einen Menschen mitzureißen", warnte Einsatzleiter Lee Johnson. Bereits bei 60 Zentimeter hohem Flutwasser könne ein Fahrzeug mit Allradantrieb weggespült werden.

Eine Besserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Polizeichef Alistair Dawson sagte, es gebe seit dem Wochenende "erhebliche" Regenfälle, die erst am Dienstag nachlassen sollten. Allerdings sei auch dann nur von einer kurzen Verschnaufpause auszugehen, da der langfristige Wetterbericht weiteren Regen vorhersage.

Australiens Regierungschefin Julia Gillard zufolge wurden seit Beginn des Hochwassers im November 150 Regionen in drei australischen Bundesstaaten getroffen. Mehr als 8.000 Anträge auf Nothilfe in Höhe von zehn Millionen australischen Dollar (etwa 7,7 Millionen Euro) seien bereits eingegangen, es sei aber noch mit wesentlich mehr zu rechnen.

Verheerende Auswirkungen auf Ökosystem

Die Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) rechnete unterdessen mit verheerenden Auswirkungen des Hochwassers auf das Ökosystem des weltberühmten Great Barrier Riffs. "Sobald sich die Wassermassen zurückziehen und ins Meer ablaufen, wird es entlang des Riffs zu einer dramatischen Verschlechterung der Wasserqualität kommen", warnte Nick Heath vom WWF Australien. Das verschmutzte Wasser könne dem gesamten Ökosystem schaden - von den Korallen bis hin zu den Meeresschildkröten und Seekühen. (APA/AFP)

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    Ein Mann, der sich an einem Baum festhalten konnte, wird von Helfern gerettet.

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