Wachsende Distanz des Attentäters zur Gesellschaft

9. Jänner 2011, 17:53
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Jared Lee Loughner hatte sein späteres Opfer bereits 2007 einmal getroffen

Jared Lee Loughner hatte sein späteres Attentatsopfer Gabrielle Giffords schon einmal, im Jahr 2007, getroffen: "Er war politisch radikal ..., stellte ihr eine Frage und sagte mir: ,Sie war dumm und unintelligent‘", berichte eine ehemalige Mitstudentin laut New York Times.

Möglicherweise wurde Loughner jetzt durch Sarah Palin, die neue Galionsfigur der Populisten unter den US-Konservativen, erneut auf Giffords aufmerksam. Palin hatte Giffords vor den jüngsten Kongresswahlen ins Visier genommen, im Wortsinn. Auf ihrer Website ließ sie überall dort, wo den Demokraten im Spätherbst Sitze abgenommen werden sollten, Fadenkreuze einzeichnen. Giffords ahnte, wohin es führen konnte. "Wer so etwas tut", sagte sie, an die Adresse Palins gerichtet, "der muss begreifen, dass solche Handlungen Folgen haben".

Immer mehr Zeichen der Distanz zur Gesellschaft registrierten Menschen in der Umgebung Loughners in den vergangenen Monaten. Auf seine Seite im sozialen Online-Netzwerk Myspace (ähnlich Facebook) stellte er das Foto eines Buches zur US-Geschichte, gekrönt von einem Revolver. Mit seinem Abgang vom Pima Community College im Oktober kam er dem schon beschlossenen vorübergehenden Rauswurf zuvor. Die College-Leitung hatte von seinen Eltern vor seiner Wiederzulassung eine Untersuchung seiner geistigen Verfassung verlangt. Als eine Studentin in der Poesie-Stunde ein Gedicht über eine bevorstehende Abtreibung vorlas, verglich Loughner sie mit einer "Terroristin, die ein Baby tötet". (fh, red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2011)

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    Rauswurf aus College: Jared Lee Loughner.

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