"Rechte" TV-Serie über die Kennedys abgesagt

9. Jänner 2011, 17:52
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Keine Ausstrahlung der achtteiligen Serie mit Katie Holmes und Greg Kinnear

New York - Die ganze Aufregung der Linken war umsonst, nun wird es doch keine "rechte" Serie über die Kennedys in den USA geben. Der "History"-Kanal hat die Ausstrahlung der achtteiligen Serie abgesagt - nur zwei Monate vor dem Termin. Eigentlich hatte Tom Cruises Ehefrau Katie Holmes als Jacqueline Kennedy acht Stunden über die US-Fernseher flimmern sollen, neben Greg Kinnear als John F. Kennedy. Doch nach Angaben von US-Medien vom Samstag winkt der Sender jetzt ab - trotz Millionenkosten. Die Serie passe doch nicht ins Schema von "History".

Das Projekt hatte einen Aufschrei in der amerikanischen Linken verursacht, bevor auch nur eine Minute gedreht worden war. Ein Grund war der Produzent der Serie: Joel Surnow. Er ist ein bekennender Konservativer. In seiner Erfolgsserie "24" folterte CIA-Agent Jack Bauer (Kiefer Sutherland) auch schon mal, um an Informationen zu kommen. Viele befürchteten eine Demontage der Familie, die für viele immer noch sakrosankt ist.

"Das ist ein filmisches Attentat", hatte der Filmemacher Robert Greenwald gewettert. Und Kennedys enger Berater Theodore Sorensen sagte noch kurz vor seinem Tod im Oktober: "Jeder einzelne Dialog, bei dem ich angeblich dabei war, ist nie passiert."

Die Kennedys haben die US-Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum eine andere Familie. John F. Kennedy stand als Präsident für den Aufbruch in eine neue Zeit, sein Bruder Robert brachte die Bürgerrechtsbewegung entscheidend voran, der jüngste Bruder, Edward, prägte die demokratische Partei über Jahrzehnte. Aber auch Skandale hatte es immer gegeben, in der Regel waren Frauen und Alkohol ebenso im Spiel wie Geld und Macht.

Auch der Tod gehörte immer zu den Kennedys, wenige starben alt. John wurde 1963 in Dallas erschossen, Robert fünf Jahre später. Johns Frau Jacqueline starb 1994 mit 64, ihr Sohn John junior stürzte fünf Jahre später mit Frau und Schwägerin im Privatflugzeug ab. (APA/dpa)

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