Interview Attac-Sprecher

"Gegen die Erpresser vorgehen"

Günther Oswald, 9. Jänner 2011, 17:45
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    foto: heribert corn

    Christian Felber will Investitionsmöglichkeiten einschränken. Immobilienspekulation etwa gehöre steuerpolitisch erschwert.

Vermögende sollen Schulden der EU-Staaten zahlen, meint Christan Felber - Üppige Renditen und freien Kapitalverkehr lehnt er ab

STANDARD: Ihr Lösungvorschlag für die Eurokrise lautet: Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Garantien für alle Anleihen ausgeben. Das wäre eine Belohnung für jene, die schlecht gewirtschaftet haben.

Felber: Diesen Schluss kann man nur ziehen, wenn man die Länder individuell betrachtet. Aber sie haben sich für eine Währungskooperation entschieden und sind jetzt gemeinsam für die darin entstandenen Ungleichgewichte verantwortlich. Durch gigantische Leistungsbilanzüberschüsse - etwa Deutschlands - sind sie für das Schicksal Griechenlands verantwortlich. Auch bei der totalen Fehlstrategie im irischen Banksektor sind die anderen mitverantwortlich, weil sie den Markt als Leitgröße für alles erklärt haben.

STANDARD: Das klingt, als hätten die Iren und Griechen selbst nichts falsch gemacht. Das wird's ja wohl auch nicht gewesen sein.

Felber: Natürlich nicht. Aber in der Lösung, die ich vorschlage, leisten beide Länder einen großen Beitrag, in dem sie im Falle Irlands das Steuerdumping aufgeben und im Falle Griechenlands Nicht-Besteuerung von Vermögen und hohen Einkommen aufgeben. Sie kommen nur in den Genuss der Garantien, wenn sie sich an einer Steuerkooperation beteiligen, die Finanztransaktions-, progressive Kapitaleinkunfts- und Vermögenssubstanzsteuern vorsieht.

STANDARD: Meinen Sie mit Steuerkooperation, dass mit Steuereinnahmen aus Deutschland oder Österreich Schulden in Griechenland und Irland bezahlt würden?

Felber: Zu einem Teil ja, weil überproportionaler Schuldenabbau in Irland und Griechenland stattfindet und ein relativ höherer Anteil des Aufkommens aus Österreich und Deutschland stammt. Das ist solidarisch und nur vordergründig ein Verlust, weil die Österreicher und Deutschen nicht um ihre Forderungen umfallen.

STANDARD: Also Globalisierung der Schulden ist Antwort der Attac-Globalisierungskritiker.

Felber: Meine Metapher ist Kreisverkehr. Eine globale oder europäische Vermögenselite bezahlt gemeinsam die Schulden zurück, die die Staaten bei ihnen haben.

STANDARD: Eine Regierung, die das vorschlägt, wäre rasch Geschichte.

Felber: Wenn die europäischen politischen Eliten das gemeinsam so argumentieren, würde das der großen Mehrheit der Menschen einleuchten. Sie würden den Nutzen, die Entschuldung aller überschuldeten Länder und die Sicherung des Euros, höher betrachten.

STANDARD: Für Länder, die keine EZB-Garantien brauchen, wäre ihr Modell ein Anreiz, erst recht niedrige Steuersätze anzubieten.

Felber: Das könnte passieren, dass etwa Deutschland mit diesem Argument nicht mitmacht. Dann wären die Deutschen, die große Gläubiger Griechenlands sind, Profiteure dieser Solidarlösung, ohne selbst etwas beizutragen. Ich glaube da würden sie einen sehr starken Gesichtsverlust erleiden.

STANDARD: Nur weil es Garantien für Anleihen gibt, heißt das nicht, dass angeschlagene Länder die Schulden zurückzahlen können.

Felber: Aber die Garantie gibt es ja nur, wenn sie an der Steuerkooperation teilnehmen. Das geht in die Billionen. Da kann man alle Staaten unter die Verschuldensgrenze von 60 Prozent des BIP drücken.

STANDARD: Und Sie glauben nicht, dass, wenn man Steuern um Billionen erhöht, Reiche abwandern?

Felber: ... das immer gleiche Drohargument. Das demokratische Gemeinwesen sollte sich nicht mehr erpressen lassen und lieber gegen die Erpresser vorgehen. Freier Kapitalverkehr sollte nicht mehr gratis sein. Kapital sollte nur in jene Länder fließen dürfen, in denen die Finanzmärkte gleich stark reguliert sind und es Doppelbesteuerungsabkommen gibt.

STANDARD: Sie schlagen vor, Staatsanleihen sollten höchstens die Inflationsrate als Rendite abwerfen. Wer kauft dann noch Anleihen?

Felber: Staaten müssen sich zur Wehr setzen, dass die Märkte bestimmen, wie viel Geld kostet. Das folgt einer Logik, dass Geld privates Gut ist und dass die Entscheidung, wohin es investiert wird, eine rein private Entscheidung ist.

STANDARD: Wollen Sie eine gesetzliche Pflicht zum Anleihekauf?

Felber: Es geht um eine Einschränkung der Investitionsmöglichkeiten. Es sollte Immobilienspekulation steuerpolitisch erschwert werden. Oder man sollte Rohstoffe nur handeln dürfen, wenn man eine Handelslizenz hat.

STANDARD: Also die meisten Geschäfte verbieten?

Felber: Finanzrenditen gehören in den Bereich zwischen Inflations- und Wachstumsraten gedrückt. Sonst gibt es starke Umverteilung von der Allgemeinheit zu Investoren. Menschen sollen Einkommen nicht mehr aus Kapitalbesitz erhoffen, sondern aus Arbeit.

STANDARD: Klingt nach Traumwelt.

Felber: Ein Traum ist, dass man sich in einer Welt, in der Finanzvermögen ein wachsendes Vielfaches realer Wirtschaftsleistung ausmacht, noch irgendwelche Finanzeinkommen erhofft. Je größer sie gemessen an realer Wirtschaft sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu vermehren. (Günther Oswald, DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2011)

CHRISTIAN FELBER (38) ist Mitbegründer und Sprecher der globalisierungskritischen Organisation Attac.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1022
Girgl Galgenstein
21
13.1.2011, 22:02
Ich habe selten einen solchen Stuss gelesen

man kann vieles am derzeitigen Finanzsystem kritisieren, aber wenn das alles ist, was Attac an Wirtschaftsweisheiten aufzubieten hat, dann haben dessen Kritiker ein leichtes Spiel.

I pocks net
 
21
15.1.2011, 12:09

Super, investitionsmöglichkeiten einschränken und Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter. Am besten noch Vergesellschaften und jeder der ein Sparbuch über 1000 Euro hat gehört enteignet. Der soll am besten zu seinem geliebten Cuba oder Nordkorea fahren (die SJ vergöttert zum Beispiel das Regime und bietet auch gelegentliche Reisen dorthin an).

kooling
00
12.1.2011, 17:09
gute antworten auf dämliche fragen

"Wollen Sie eine gesetzliche Pflicht zum Anleihekauf?"
und die faule gschicht mit den reichen die alle abwandern sobald sie besteuert sind für mich der eine Höhepunkt.
der andere (positive) kam fom felber:
"Finanzrenditen gehören in den Bereich zwischen Inflations- und Wachstumsraten gedrückt. Sonst gibt es starke Umverteilung von der Allgemeinheit zu Investoren. Menschen sollen Einkommen nicht mehr aus Kapitalbesitz erhoffen, sondern aus Arbeit"

find ich zumindest...

kooling
10
12.1.2011, 17:14
oweh, gleich 2 fehler reingehaut.

wobei ich ja "fom", fast schon grandios finde. peinlich...

Gräfin Bumpsti
 
12
12.1.2011, 16:30
Hurrah! Den Leuten wird eingeredet, dass immer mehr Menschen arm bzw. armutsgefährdet sind =>

sie bekommen Angst => sie wählen FPÖ.
Dass den Leuten eingeredet wird, es gäbe immer mehr Arme ist das Geschäft von Armutskonferenz & Co. Nur ist das falsch, da alle reicher werden, nur unterschiedlich schnell. Denn "armutsgefährdet" ist in unserer Statistik, wer um 40% weniger verdient als das Medianeinkommen. Das ist jener Betrag, den jeweils die Hälfte der Österreicher mit ihrem Einkommen über- und unterschreiten. Die FPÖ bedankt sich bei Schenk & Co.

Chris Quast
00
13.1.2011, 17:41

net ja net na, ja-na ;-).

aber der international kleine rest von manifest armen, dürfte gestiegen sein.

hat jedoch eher was mit sozialen umbrüchen (von dem ein kind, und von dem, und vielleicht noch ein drittes von dem, und dann blöd schauen wenn sich die herren der schöpfung um die verantwortung drücken), und verfehlter imigrationspolitik zu tun.

Otto Ottinger
 
11
12.1.2011, 19:14
die ideale Gesellschaft des Herrn Felber gibts schon heute!

in Kuba ist niemand arm. Da gehört allen Alles! Niemand verdient nur 40% vom Medianeinkommen. Der Staat sorgt für Alle! Und schön warm ist es in Kuba auch.

bye bye austria
55
11.1.2011, 20:10
die schlüsselpassage ist für mich...

"...Staaten müssen sich zur Wehr setzen..... Das folgt einer Logik, dass Geld privates Gut ist und dass die Entscheidung, wohin es investiert wird, eine rein private Entscheidung ist."
Warum aber diese jahrelang völlig unnachhaltig, finanzpolitisch risikoreich und korrumpiert agierenden Staaten und ihr morbides Politiksystem so schützenswert sein sollen, dazu verliert er keinen Satz. Aber jene, die langsam Angst um ihr Geld/Vermögen bekommen, und immer klarer sehen dass sie von den soeben Genannten nichts zurückbekommen werden (Haircut od. Inflation: Pest od. Cholera? vemutl. Beides), sind "Erpresser"
=> Dieser verwirrte Neo-Kommunist bekommt im Standard regelmäßig Raum und eine mediale Plattform für seine Thesen, genießen wir die Buntheit.

Mob Barley
00
9.11.2011, 00:14

Klar sind sie "Erpresser".

Wo soll denn Geld herkommen, wenn's nicht wem anderen weggenommen wird? wenns keine Verlierer gibt?
Glauben Sie an die wundersame Vermehrung?

Jeder der sein Geld "investiert" sollte ein mündiger Mensch sein, dem klar ist dass er auch verlieren kann in dem dreckigen Geschäft.
Nachher raunzen gilt nicht! ....nicht mal in Österreichi.

Otto Ottinger
 
12
12.1.2011, 12:57

brillianter kommentar!

Kein wunder das es hier nur rote stricherl gibt!

Umberto "Toto" Woegerbauer
02
12.1.2011, 12:07
Allerdings. Und:

Staaten als solche haben bekanntlich kein eigenes Geld, sondern kosten Geld und können immer nur den Bürgern deren Geld wegnehmen. Der Haken dabei: Unsere Volkswirtschaft steht in harter Konkurrenz zu anderen Volkswirtschaften. Und wenn unsere Volkswirtschaft unseren Wohlstand nicht mehr erwirtschaften kann, weil Hürden wie Lohnkosten, Abgabenquote, enorme Staats- und Sozialquoten, neue Steuern usw. das Wachstum abwürgen, dann landen die Wertschöpfung und der Wohlstand eben woanders (etwa in China) und wir haben nichts mehr zum Verteilen bei uns.

Christian Felber
 
33
12.1.2011, 00:10
Schlüssel zum Verständnis

Was ist das Problem an der Überlegung, dass die Verfügung über Geld keine ausschließliche Privatangelegenheit sein soll? Geld wirkt a) auf andere Menschen und wird b) vom Staat im Umlauf gebracht, somit gibt es eine Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit; dazu zählt, dass keine systemischen Risken erzeugt werden dürfen (Derivate, Hedge-Fonds, systemrelevante Banken), Enteignungen getätigt werden dürfen (zweistellige Eigenkapitalrenditeforderungen, kreditfinanzierte Dividendenausschüttungen, Milliardenboni) oder Menschenrechte verletzt werden dürfen (Spekulation auf steigende Weizen-, Reis-, Mais und andere Nahrungsmittelpreise). Über Geld darf privat verfügt werden, aber Regeln braucht es auch!

wer wenn nicht er
30
17.1.2011, 08:36
Wenn Spekulanten auf steigende Weizenpreise setzen

Wenn sich abzeichnet, dass es kommendes Jahr zu wenig Weizen geben wird, kaufen Spekulanten HEUTE die Ernte von morgen.
Damit steigen die Preise. Schlecht? Falsch!!
-> Damit wird schon HEUTE eine Ausweitung der morgigen Produktion angeregt.

Was wäre die Alternative: Aushebung des freien Marktes. Dann blieben die Preise niedrig... und es gäbe regelmäßig keinen Weizen mehr. Dieses theoretisch klingende Problem war im Kommunismus täglich erlebbar!!

Also: Ich nehme also an dass Sie Hungersnöte gerne haben? Falls nicht, sollten Sie Preisschwankungen den Versorgungsschwankungen bevorzugen!!

P.S.: Von Spekulanten gekauftes Getreide verschwindet nicht. Es wird auch nicht gehortet oder anders dem Markt entzogen.

lagrangian
00
13.1.2011, 15:49

genau DAS ist enteignung.

Umberto "Toto" Woegerbauer
11
12.1.2011, 12:07
Der Staat mischt sich mit Gewalt und Zwang in zu viele Dinge ein.

Dinge, die ihn gar nicht sehr viel angehen und die er auch gar nicht bezahlen kann.
Und der Staat sollte den Leuten daher für diese Dinge, die ihn gar nicht sehr viel angehen, auch eher nicht so viel Geld wegnehmen wie zurzeit. Die Leute sollen nämlich besser selbst entscheiden, was sie mit ihrem eigenen Geld machen wollen und nicht der Staat soll das entscheiden.
Und wenn doch der Staat das entscheiden will, so haben die Leute, denen der Staat so viel Geld wegnimmt, natürlich ein Recht zu erfahren, wem der Staat dann mit ihrem Geld was und wie viel bezahlt.

bye bye austria
00
12.1.2011, 08:50
ich bin hinsichtlich der regeln ganz ihrer meinung...

...aber wer hat denn diese regeln jahrzehntelang verbockt? die staatlichen rule-maker oder die priv. player? ich habe leider zu viel mit politikern zu tun, als dass sie oder ihr ggw. gesellschafts/wirtschafts-"system" mir schützenswert erschiene. insofern liegen wir von versch. zugängen her näher als man glaubt: das akt. "westl system" ist bezgl. ressourcenverbrauch, schuldenkummulierung (=zukunftsbelastungen) und sonstiger echter high-risk-faktoren abgesehen von sozialen aspekten ohnehin nicht auf den rest der welt/asien erweiterbar. je früher die märkte nun das erzwingen was die wähler nicht schafften, desto besser (langfristig). dass solche -notwendigen- umbrüche schmerzlich verlaufen ist klar, aber bitte nicht henne und ei verwechseln

EU-Austretter
00
12.1.2011, 01:18
Geld wird leider großteils von privaten Geschäftsbanken in Umlauf gebracht und auch Zentralbanken wie die Fed, Bank of England und die EZB werden mit unterschiedlichen juristischen Konstruktionen von privaten Bankenkartellen kontrolliert.

Warum gehen Sie darauf nicht ein? Und warum nicht auf die Zinsproblematik?

Und warum gehen Sie nicht darauf ein, dass Spekulationsblasen erst enstehen, wenn die gesamtwirtschaftlichen Zinsforderungen durch die Realwirtschaft nicht mehr gedeckt werden können?

Nach einen Haircut (z.B. nach dem 2. Welkrieg) gibt es erst mal 20-30 Jahre keine großen Spekulationsblasen.

Warum gehen Sie nicht auf die Erpressung "Zins oder Geldhortung" ein?

Warum geben Sie sich oppositionell und fordern wie die Mächtigen Schritte in Richtung Weltstaatlichkeit?

Ist Ihnen Silvio Gesell ein Begriff?
Ist Ihnen Helmut Creutz ein Begriff?

Wissen Sie etwas mit dem Begriff "Monetative" anzufangen?

José Atento
71
11.1.2011, 13:50
Ich mag ihn nicht, ein typischer Besserwisser!

<Es geht um eine Einschränkung der Investitionsmöglichkeiten.>

Was soll das wieder sein? Ist er der neue Marx?

<Menschen sollen Einkommen nicht mehr aus Kapitalbesitz erhoffen, sondern aus Arbeit.>

Na ja, er dürfte noch nie ernsthaft gearbeitet haben, sondern spekulieren, dass man seinen Unsinn glaubt. Aber die Chance besteht leider.

<Klingt nach Traumwelt>
JA, einer der letzten Träumer dieser Welt ???
Aber gerade solche sind gefährlich, wie die Geschichte bewiesen hat.

In einem kleinen Punkt gebe ich ihm recht: Die Fianzwirtschaft ist im Vergleich zur Realwirtschaft um ein Vielfaches aufgeblasen. Aber warum? Weil die Staaten unbegrenzt Schulden angehäuft haben! Geld das gedruckt wurde = Schulden.

Loonquawl
02
11.1.2011, 15:40

schön aufgezählt José, nur, Argumente kann ich da keine finden.

oder kannst du mir einen grund sagen wieso arbeitsfreies einkommen so niedrig besteuert wird. ich meine, geleistet wird dabei nur marginal etwas.

José Atento
00
11.1.2011, 19:13
T3

Wie entgeht man diesem Ding?

Indem man sich abwendet oder kurzfristig ausrichtet (spekuliert). Diese Leute verlangen dann natürlich eine ensprechend höhere Rendite. Das müssen die Unternehmen (die Manager) dann realisieren. Wie können sie sich vorstellen.
Die USA und andere zeigen es seit Jahren vor. Dort gibt es auch diese Capital Gains Tax (nur 15% und nicht in allen Bundsestaaten) mit all den negativen Folgen für die Börsen.
Bei uns nehmen sie gleich mehr als 25% (Spesen sind nicht absetzbar und ebenfalls nicht die meisten Verluste!). Die reale Besteuerung ist daher noch wesentlich höher. Das alles wird natürlich Folgen für den Finanzmarkt haben.

José Atento
00
11.1.2011, 19:12
T3

Wie entgeht man diesem Ding?

Indem man sich abwendet oder kurzfristig ausrichtet (spekuliert). Diese Leute verlangen dann natürlich eine ensprechend höhere Rendite. Das müssen die Unternehmen (die Manager) dann realisieren. Wie können sie sich vorstellen.
Die USA und andere zeigen es seit Jahren vor. Dort gibt es auch diese Capital Gains Tax (nur 15% und nicht in allen Bundsestaaten) mit all den negativen Folgen für die Börsen.
Bei uns nehmen sie gleich mehr als 25% (Spesen sind nicht absetzbar und ebenfalls nicht die meisten Verluste!). Die reale Besteuerung ist daher noch wesentlich höher. Das alles wird natürlich Folgen für den Finanzmarkt haben.

José Atento
01
11.1.2011, 19:04
T2

Ein Kursgewinn ist eben kein Gewinn in herkömmlicher Sicht, sondern lediglich eine Neubewertung.

Stellen Sie sich vor sie besitzen eine Eigentumswohnung mit 100 m². Sie verkaufen diese um 1000. Irgendwer behauptet, sie haben sie um 500 gekauft und wegen der Inflation am Immomarkt steigt sie auf 1000. D.h. sie bekommen nach Abzug der KESt auf den angeblichen Gewinn dann nur 875. Sie wollen aber eine neue gleichwertige (gleicher m² Preis!) Wohnung wo anders kaufen. SO, jetzt bekommen sie nur mehr eine Wohnung mit 87,5 m². Das nennt man Substsanzbesteuerung. Ich nenne es schleichende Enteignung. Bei Unternehmensbeteiligungen (Aktien) ist das genau gleich. Nur dass sie die langsame Enteignung nicht sofort SO klar sehen.

José Atento
21
11.1.2011, 18:57
Die Leistung ist, dass man bereit ist sehr hohes Risiko zu tragen

Die Entscheidungen zu treffen, was, wie, wann zu kaufen, zu verkaufen ist schon relativ viel Arbeit. Ähnlich wie es ein Investmentbanker tut.

Immerhin kann es auch einen Totalverlust geben. Deshalb müssen Sie damit eine entsprechende Rendite erhalten, sonst wären sie ja ein Volldepp.
Diese Rendite ist seit 10 Jahren zu niedrig, bei den meisten sogar negativ.
Normalerweise fördert der Staat wichtige Dinge. In diesem Fall verärgert er damit die letzten, die bereit sind Unternehmen Eigenkapital (Risikokapital) zur Verfügung zu stellen. Das ist genau in diesen Zeiten der verkehrte Weg!

Wenn eine Assetklasse den Kurs erhöht ist das kein Gewinn, sondern eben nur eine Kursveränderung relativ zur Währung - Asset Inflation.

José Atento
30
11.1.2011, 13:42
Attackiert Attac

<... weil sie den Markt als Leitgröße für alles erklärt haben. >
Nein, weil sie den Markt ausgeschaltet hatten und endlos Schulden anhäuften und diese noch versteckten! WAS hat das mit Markt zu tun?

<...die Finanztransaktions-, progressive Kapitaleinkunfts- und Vermögenssubstanzsteuern vorsieht. >
Dieses linke Diktat ist die größte Frechheit der EU Blutsauger!

Dieser Herr nennt den Mittelstand Vermögenselite ???
Für ihn sind alle jene, die ordentlich gewirtschaftet haben (sich nicht hoch verschuldt haben) und jetzt daher noch ein wenig Vermögen haben, die Bösen, während alle anderen die Guten sind. WIE schwarz/weiß undwie verkehrt man doch die Welt sehen kann?

Dieser Herr will immer mehr Steuern, unglaublich!

Poldi Fesch
00
11.1.2011, 13:46
strenggenommen

ist es ein rechtes Diktat, sonst aber stimmts

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