Zu Jahresbeginn erneut zwei US-Bankpleiten

9. Jänner 2011, 17:39
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Diesmal sind zwei Regionalbanken betroffen, 2010 musste die Einlagensicherung 157 Banken abwickeln

New York - Das neue Jahr ist gerade mal eine Woche alt, da sind schon die ersten beiden US-Banken pleite. Die Einlagensicherung FDIC schloss die Legacy Bank aus Arizona sowie die First Commercial Bank of Florida. Beide Kreditinstitute gehören zu den späten Opfern der Wirtschaftskrise.

Die Regionalbanken in den Vereinigten Staaten leiden unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden: Viele Menschen können ihre Kredite fürs Haus oder das Auto nicht abstottern, weil sie arbeitslos geworden sind. Erst langsam entspannt sich die Lage auf dem US-Jobmarkt.

Im abgelaufenen Jahr hatte die Einlagensicherung 157 Banken abwickeln müssen. Das waren mehr Insolvenzen als im Krisenjahr 2009. Für die Kunden gingen die Pleiten auch in den neuen Fällen glimpflich aus: Benachbarte Regionalbanken haben die insgesamt elf Filialen übernommen. Damit kommen die Menschen ab diesem Montag wieder an ihr Geld.

Die Institute sind zum Teil selbst Schuld daran, dass ihnen die Luft ausgeht: Als der Häusermarkt boomte, war ihnen jeder Kreditnehmer recht, ganz gleich ob er ausreichende Sicherheiten mitbrachte oder aus welcher Ecke der USA er stammte. Viele Regionalbanken machten plötzlich landesweit Geschäfte, was sich nun rächt.

Die FDIC versucht derzeit, mit einer Klagewelle den entstandenen Schaden in Grenzen zu halten. Dort, wo sie Kundengelder sichern musste, will sie sich das Geld von den verantwortlichen Bankern zurückholen. Insgesamt sollen auf diesem Wege 2,5 Milliarden Dollar (1,93 Mrd. Euro) hereinkommen.

Seit Beginn der Krise mussten schon weit mehr als 300 Institute die Segel streichen. Einziger Lichtblick ist, dass es fast nur noch sehr kleine Banken trifft und sich die Schäden damit in Grenzen halten. Die FDIC steht für die Einlagen eines Kunden bis zu 250.000 Dollar gerade. (APA)

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