Weiteres Geständnis im UBS-Insiderfall in USA

9. Jänner 2011, 17:17
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Geständiger will seine illegalen Erlöse in Höhe von über 1,1 Millionen Euro in Form einer Buße zurückzahlen

New York/Bern - Im einem im vergangenen Jahr aufgeflogenen Insider-Fall unter mutmaßlicher Beteiligung eines Investmentbankers der UBS hat einer seiner Komplizen ein Geständnis abgelegt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in New York mit.

Der Mann habe sich am Freitag vor einem Bundesgericht in Manhattan schuldig bekannt. Im vergangenen März waren der Angeklagte, ein Angestellter einer US-Investmentbank Northern Trust, sowie ein Banker des UBS Securties LLC Health Care Unit in New York, ein 37-jähriger Amerikaner, verhaftet worden. Die beiden seien ehemalige Studienkollegen, schrieb die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) in ihrer Samstagsausgabe.

Bereits im Dezember bekannte sich der 37-Jährige vor einem Bundesrichter in Manhattan des Insiderhandels in drei Fällen für schuldig. Das Urteil gegen ihn wird für Mitte März erwartet.

Sein mutmaßlicher Komplize, ein 36-jähriger Amerikaner, erwartet sein Urteil im April. Beide Männer sind des Wertschriftenbetrugs und der Verschwörung zum Betrug angeklagt.

20 Jahre Haft

Ihnen droht für jeden Betrugsfall eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren sowie eine Buße in Höhe von 5 Mio. Dollar (3,86 Mio. Euro). Sollten sie der Verschwörung schuldig gesprochen werden, drohen ihnen weitere fünf Jahre Haft sowie 250.000 Dollar Geldstrafe, wie die Staatsanwaltschaft schreibt.

Nach Angaben der US-Behörden haben die beiden Männer sowie ein weiterer Komplize von 2006 bis mindestens 2009 mit Hilfe von Insider- Informationen Gewinne in Millionenhöhe gemacht. Grundlage dafür waren demnach vertrauliche Informationen, die der ehemalige UBS- Gesundheitsexperte im Range eines Direktors im Vorfeld von Fusionen und Akquisitionen von den jeweiligen Firmen erhalten hatte.

Diese habe der UBS-Mann per Telefon an den damaligen Mitarbeiter von Northern Trust weitergegeben. Der 36-Jährige habe dann mit Hilfe des dritten Mannes Wertpapiere der Pharmafirmen gekauft und nach der offiziellen Bekanntgabe der Fusion und Akquisition wieder verkauft.

Die drei Männer hätten sich dann den Gewinn geteilt. Dabei habe es sich um "Dutzende von Transaktionen" gehandelt, schreibt die Staatsanwaltschaft. Bei den von den Transaktionen betroffenen Firmen handle es sich um Guilford Pharmaceuticals, Molecular Devices, PharmaNet Development, Via Cell, Millennium Pharmaceuticals und Indevus Pharmaceuticals.

Am Freitag habe der Geständige sich damit einverstanden erklärt, seine illegalen Erlöse in Höhe von über 1,4 Mio. Dollar (1,080 Mio. Euro) in Form einer Buße zurückzahlen, heißt es in der von der US-Bundespolizei FBI veröffentlichten Mitteilung. Im Dezember hatte der ehemalige UBS-Mann zugestimmt, 465.000 Dollar an den Staat abzutreten. (APA)

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