Deutschland erlässt Kabul alle offenen Schulden

9. Jänner 2011, 15:02
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Außenminister Westerwelle besuchte Islamabad und Kabul - Berlin verzichtet damit auf 17 Millionen Dollar

Berlin/Kabul  - Deutschland hat Afghanistan alle noch ausstehenden Schulden erlassen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) unterzeichnete nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Sonntag in Kabul ein Abkommen, mit dem die Bundesregierung auf Forderungen in Höhe von 17 Millionen Dollar (13,1 Millionen Euro) verzichtet. Dies sei ein "Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung des Landes", sagte Westerwelle. Der Pariser Club der Gläubigerstaaten hatte im Frühjahr erklärt, dass seine 19 Mitglieder Afghanistan die Schulden in Höhe von insgesamt gut einer Milliarde Dollar komplett erlassen würden.

Westerwelle sicherte der Regierung in Kabul bei dem nicht angekündigten Besuch zudem langfristige Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes zu. "Deutschland wird auch in Zukunft an der Seite Afghanistans stehen", sagte der Außenminister nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amtes. Westerwelle hatte zuvor das Nachbarland Pakistan besucht.

Angesichts der beginnenden Übergabe der Sicherheitsverantwortung an einheimische Kräfte bezeichnete Westerwelle 2011 als "entscheidendes Jahr" für Afghanistan. Die internationale Gemeinschaft habe sich auf einen klaren Fahrplan für die Übergabe verständigt, die Ende 2014 abgeschlossen sein soll. "So ist es zwischen unseren Regierungen beschlossen worden, so werden wir es auch in diesem Monat dem Bundestag vorschlagen", sagte Westerwelle mit Blick auf die Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Deutschen Bundeswehr. (APA/AFP/dpa)

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    Neben seinem Besuch in Afghanistan stand auch eine Visite in Pakistan auf dem Programm Guido Westerwelles.

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