Kernel 2.6.38 soll Linux-Systeme flinker machen

Andreas Proschofsky, 9. Jänner 2011, 14:42

Viel diskutierter Patch in Entwicklungszweig aufgenommen - Interaktivität bei Last spürbar verbessert

Performance-Wunder gibt es in der Softwareentwicklung eigentlich keine, Software zu beschleunigen ist meist eine recht mühsame Mischung aus kleineren und größeren Optimierungen am eigenen Code. Dass dem nicht immer so ist, zeigen nun die EntwicklerInnen des Linux-Kernels: Mit Kernel 2.6.38 will man die Desktop-Interaktivität unter Last entscheidend verbessern.

Patch

Ein entsprechender Patch hat schon vor einigen Wochen für einige Aufregung gesorgt, und wurde nun von Linus Torvalds in den offiziellen Entwicklungszweig des Kernels aufgenommen. Im zugehörigen Pull-Request hatte Entwickler Ingo Molnar die Änderung als die wohl bisher signifikanteste Verbesserung des Schedulers in Fragen Desktop-Interaktivität bezeichnet.

Verteilung

Um dies zu erreichen werden die schon bisher vorhandenen Control Groups verwendet, um Tasks anhand des von ihnen verwendeten Terminals/ttys zusammenzufassen, und so die Last besser zu verteilen. Bemerkbar macht sich dies vor allem bei starker Beanspruchung des Rechners, also wenn im Hintergrund CPU-intensive Aufgaben abgehandelt werden. Mit dem neuen Patch sollen Desktop-Systeme in solchen Situationen besser benutzbar bleiben.

Optional

Die Auto-Gruppierung lässt sich über die Kernel-Option CONFIG_SCHED_AUTOGROUP aktivieren, von Haus aus ist sie also abgeschaltet. Allerdings ist wohl davon auszugehen, dass die meisten Distributionen diesen Schritt für die NutzerInnen übernehmen werden, immerhin sind die Auswirkungen auch im kurzen Test durchaus deutlich zu bemerken. (apo, derStandard.at, 09.01.11)

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Posting 1 bis 25 von 27
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Linek Karl
 
02
14.1.2011, 04:10
Vista auf Ubuntu

Der Wechsel von Vista auf Ubuntu, den ich vor 6 Monaten vollzog, war schon ein Geschwindigkeitssprung. Jetzt wird das Werkl noch schneller? Geil.

Ich muss jedoch sagen, dass das nicht der einzige Grund ist, warum ich umgestiegen bin und vor allem warum ich nicht mehr zurück will. Ich bin kein Computerexperte. einfach nur User, trotzdem war der Umstieg problemlos. Dateien waren alle problemlos unter Ubuntu lesbar. Da ich kein WOW-Spieler oder ein anderer Poweruser bin ist für mich alles ok.

Von wegen, Linux wird sich auf dem Desktop nie durchsetzen.

MrTee
00
18.1.2011, 14:03
Kann ich bestätigen!

Ich bin zwar schon länger auf Linux unterwegs.

Da sich aber bei meinen alten Notebook die Grafikkarte zerschossen hat, hab ich mir ein Lenovo Ideapad gekauft [für meine Zwecke völlig ausreichend!]. Windows 7 war von Haus aus dabei und es ist "frisch" nach dem ersten Bootvorgang langsamer als ein Ubuntu!

Außerdem ist Windows nur noch anstrengend und vor allem langweilig, besonders wenn man unter Linux größtenteils mit dem Terminal arbeitet.

Somit: Windows 7 komplett gelöscht und Ubuntu bekam die ganze Festplatte für sich alleine^^

Hamad Leomic
00
18.1.2011, 18:50
Jop

Nachdem auch meine Freundin von WinXP auf Ubuntu 10.10 (Netbook) "zwangsbeglückt" wurde und sie damit bestens zurechtkommt, stimmt die Sache mit dem Desktop wohl endlich...

Ich hab nur so geschaut als sie sich eigentständig eine Applikation für GMX Mail Notifications per Softwarecenter geholt hat - und das ganz von selbst! :-D

Kris99
00
17.1.2011, 01:44
kann ich nur bestätigen

mit vista verzweifelt, ein paar linux distros ausprobiert und bei ubuntu hängen geblieben. Mittlerweile laufen alle meine 3 Rechner mit Ubuntu als primärem (und teilweise einzigem) OS.

Mein Grossvater hiess Israel Blank
01
10.1.2011, 19:36
Mikrokernel und IPC.

dieser Schrott-Konzept wird in die Sackgasse fuehren. Es lebe HURD.

Heimat ist ein von Nazis befreites Land!
00
12.1.2011, 19:07
Das glaube ich auch!

es_gilt_die_Unschuldsvermutung
 
00
11.1.2011, 13:42

2. sem Informatik? ;)

biolam
00
10.1.2011, 21:52
Hurd hurts.

Bastian Balthasar Bux
00
12.1.2011, 13:57

wollt ich jetzt auch grad sagen *gg*

Sir Harry....
00
Ich hätte in diesem Zusammenhang mehrere Fragen:

1. Die Änderung scheint wirklich sehr einleuchtend und plausibel zu sein. Wieso kommt das erst jetzt?

2. Hat es explizit etwas mit der Kernel Version 2.6.38 zu tun, oder hätte es auch schon in früheren Version funktioniert?

3. Gibt es etwas Vergleichbares bereits bei MacOS oder Windows? Die hatten schon seit jeher die Oberfläche etwas besser gestellt. (Windows nicht immer, aber immerhin war es immer schon einfacher, mit "Ctrl+Alt+Del" den Taskmanager aufzurufen und die zu "leistungshungrige" Applikation zu beenden.

gustl
 
02
10.1.2011, 22:08
Ich kenne nur die "Performance" von WinXP unter Last.

Und die ist grottenschlecht.

Wenn man unter WinXP ein Programm auf 4 Kernen rechnen lässt, und der Computer 4 Kerne hat, dann ist der Desktop praktisch tot. Reagiert extrem langsam.
Man kann die Situation etwas verbessern, indem man dem Task der die 4 Kerne braucht eine geringere Priorität zuweist.

Unter Linux (alle Kernel seit 2.6.10) merkt man zwar, dass im Hintergrund gerechnet wird, man kann aber noch ganz gut am Desktop arbeiten (OHNE verringern der Priorität des 4-Kerne Berechnungsprogrammes).

Das ist die Ausgangsbasis.
Nun kommt unter Linux eben ein Patch dazu, der bewirkt, dass man nicht nur "ganz gut arbeiten" kann, sondern der bewirkt, dass man fast nichts mehr davon merkt dass der Prozessor eigentlich in Überlast läuft.

Ulrich Nagel
00
10.1.2011, 08:47

Xkill funktioniert bei mir immer sehr gut*. Der Windows Task Manager braucht of 1 Minute bis er hochkommt, und dann weigert er sich oft das programm einfach zu schliessen.
* Bei extremen swapping kann ich allerdings xkill auch nicht mehr aufrufen.

motd
00
10.1.2011, 15:21
strg+alt+esc

und dann das Fenster wegk(l)icken.
Sollten auch sie schaffen.

rudlxy
00
10.1.2011, 05:05
probieren sie es doch aus

in den code von osx und windows kann keiner reissehen.

Gefühlsmäßig aber passiert es viel eher unter win dass eine Anwendung den ganzen Desktop unbrauchbar macht.

Neuer Nick neues Glück
13
10.1.2011, 06:16

"Gefühlsmäßig aber passiert es viel eher unter win dass eine Anwendung den ganzen Desktop unbrauchbar macht."

Ja ja, die gefühlte Realität. Mag bei Win9x zugetroffen haben, seitdem aber absoluter Unfug. Macht aber nichts, eine Meinung kann man ja trotzdem haben.

suka
02

ad 1) Weil einfach niemand bisher auf die Idee gekommen ist, die Control Groups dafür zu verwenden ;-)

ad 2) Ist halt ein neues Kernel-Feature, lässt sich aber natürlich auch rückportieren (und es gibt auch Möglichkeiten ein ähnliches Verhalten mit älteren Kernels auszulösen). Voraussetzung ist natürlich CGroups-Support, gibt's aber auch schon ne Zeit im Kernel

ad 3) Keine Ahnung wie Mac oder Windows das konkret angehen. Aber zur Task Manager Anmerkung: Der würd dir nichts helfen, weil es geht ja darum dass das System responsive bleibt, wenn du beabsichtigt im Hintergrund was rechenintensives machst, etwa Filme kodieren, Programme kompilieren, so was in der Art. Amoklaufende Programme sind ein Bug, dafür wäre das die falsche Lösung.

martinus
 
00
10.1.2011, 07:12

bei Windows bekommt soweit ich weiß das Fenster das im Vordergrund ist automatisch mehr Rechenleistung als die anderen.

Graph Bobby
01
Ein Betriebssystem muss mit jeder Art...

...amoklaufenden Programms zurechtkommen, ohne unbedienbar zu werden.
Unter anderem auch dafuer dienen Resource Limits, das ist bei Linux vielleicht im Vergleich zu Systemen wie Solaris noch eine Schwachstelle, allerdings hat sich Linux dennoch als laststabiler erwiesen als Windows - und mit Mac OS X hab ich das noch nicht probiert.

Angenehm unter Linux ist, dass der Window-Manager problemlos nicht-reagierende/ausgelastete Anwendungen minimieren, verschieben, skalieren, etc. kann, da das Window-Management von der Anwendung unabhaengig ist, was z.B. bei Windows nicht moeglich ist, und bestenfalls notduerftig funktioniert (wenn man Glueck hat, minimiert der Desktop anzeigen Button auch die haengende Applikation).

Prof. Vogel
00
Frage an die Experten:

Funktioniert das Ding jetzt nur, wenn ich die entsprechenden Tasks per CLI starte oder funzt das auch, wenn ich die Anwendungen einfach ganz faul so vom Desktop aus starte?

(Bei ersterem müsste man sich ja nur ein Skript schreiben, was die rechenintensiven Anwendung aus der Shell raus aufruft... das benötigt aber eben trotzdem Arbeit.)

Marku5
00

Ich hab auch noch nicht verstanden, was das für den typischen Desktop-User bringen soll. Wenn ich mir so die Prozesse anschaue, die da laufen, dann sind die Desktop-Anwendungen alle mit keinem tty verbunden. Ich freue mich zwar über die Verbesserung, denke aber dass ich in der momentanen Ausführung nur selten davon profitiere oder es eventuell sogar abstellen würde, wenn es auf den Durchsatz negative Auswirkungen hätte.

Und wie der typische 0815-Desktop-User davon profitiert sehe ich auch noch nicht.

Ist die TTY-Spalte in der Ausgabe von "ps -Af" das, wonach gruppiert wird?

" TRUNCATE TABLE *
01

wenn der kernel mit der erwähnten option kompiliert wurde funktioniert es automatisch, ansonsten gar nicht.
wie eine anwendung gestartet wird hat da keinen einfluss.

[[Object alloc] init];
 
00

Wieso hat er für Aufregungen gesorgt?

es_gilt_die_Unschuldsvermutung
 
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PS: hier der erste eintrag auf der LKML

https://lkml.org/lkml/2010/10/19/123

es_gilt_die_Unschuldsvermutung
 
05

weil sich die leute nicht klar waren/sind wann (also in welchen situationen der patch wirklich was bringt)

noch dazu kommt , dass sich im anschluss Lennart Poettering (redhat entwickler der systemd geschrieben hat) eingemischt hat und eine alternative bekannt gab wie man das gleiche im Userspace bewerkstelligen kann.

irgendwann meinte Linus das solche Verbesserungen (wenn sie auch wirklich welche sind), besser automatisch im Kernel eingeschaltet werden sollten, und man dem user nicht sagen sollte " trage in Zeile X von datei Y den text Z ein".

[[Object alloc] init];
 
00
10.1.2011, 18:28

danke

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