Kernel 2.6.38 soll Linux-Systeme flinker machen

9. Jänner 2011, 14:42
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Viel diskutierter Patch in Entwicklungszweig aufgenommen - Interaktivität bei Last spürbar verbessert

Performance-Wunder gibt es in der Softwareentwicklung eigentlich keine, Software zu beschleunigen ist meist eine recht mühsame Mischung aus kleineren und größeren Optimierungen am eigenen Code. Dass dem nicht immer so ist, zeigen nun die EntwicklerInnen des Linux-Kernels: Mit Kernel 2.6.38 will man die Desktop-Interaktivität unter Last entscheidend verbessern.

Patch

Ein entsprechender Patch hat schon vor einigen Wochen für einige Aufregung gesorgt, und wurde nun von Linus Torvalds in den offiziellen Entwicklungszweig des Kernels aufgenommen. Im zugehörigen Pull-Request hatte Entwickler Ingo Molnar die Änderung als die wohl bisher signifikanteste Verbesserung des Schedulers in Fragen Desktop-Interaktivität bezeichnet.

Verteilung

Um dies zu erreichen werden die schon bisher vorhandenen Control Groups verwendet, um Tasks anhand des von ihnen verwendeten Terminals/ttys zusammenzufassen, und so die Last besser zu verteilen. Bemerkbar macht sich dies vor allem bei starker Beanspruchung des Rechners, also wenn im Hintergrund CPU-intensive Aufgaben abgehandelt werden. Mit dem neuen Patch sollen Desktop-Systeme in solchen Situationen besser benutzbar bleiben.

Optional

Die Auto-Gruppierung lässt sich über die Kernel-Option CONFIG_SCHED_AUTOGROUP aktivieren, von Haus aus ist sie also abgeschaltet. Allerdings ist wohl davon auszugehen, dass die meisten Distributionen diesen Schritt für die NutzerInnen übernehmen werden, immerhin sind die Auswirkungen auch im kurzen Test durchaus deutlich zu bemerken. (apo, derStandard.at, 09.01.11)

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