Direktor Noever: "Ich habe genug Fehler gemacht"

9. Jänner 2011, 12:54
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Museumschef ortet im "Kurier"-Interview "Kampagne" gegen ihn, räumt aber ein, dass er die Geburtstage seiner Mutter "besser nicht" im MAK-Kontext hätte feiern sollen

Wien - In einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) nimmt MAK-Direktor Peter Noever (69) zu den zahlreichen zuletzt gegen ihn laut gewordenen Vorwürfen Stellung. "Ich bin sicher kein Heiliger. Ich habe genug Fehler gemacht!", so Noever, der am 1. Februar das Ausstellungsprogramm seines letzten Amtsjahres bekanntgeben wird, "Leider sind die Kritikpunkte, die ein sogenannter Kultursprecher einer Partei (gemeint ist der Grüne Wolfgang Zinggl, Anm.), für die ich große Sympathien habe, aufgelistet hat, völlig losgelöst von künstlerischen und kulturellen Vorstellungen. Ich halte diese Art der Vorgangsweise für sehr infam."

Zinggl hatte im Rahmen seiner parlamentarischen Arbeit auf Missstände im MAK hingewiesen. Gleichzeitig waren in der Öffentlichkeit verschiedene Vorwürfe von Museumsmitarbeitern laut geworden. Noever spricht in dem Interview von einer "Kampagne, die hier läuft", die "natürlich sehr viel mit dem Zeitpunkt zu tun" habe. Doch er habe schon vor Bekanntwerden der Vorwürfe, Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) davon informiert, seinen seit 1986 bestehenden und Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Mit den Besucherzahlen des Museums (2009: 183.520) ist er "absolut" zufrieden: "Ich habe immer vermieden, dass wir Blockbuster machen."

Noever verteidigt Dienstreise nach L.A.

Eine 49-tägige Dienstreise nach Los Angeles verteidigt er: "Natürlich war ich regelmäßig in Los Angeles. Es war eine große Herausforderung, eine Non-Profit-Organisation nach amerikanischem Recht zu gründen und aktiv aufzubauen, um überhaupt amerikanische Gelder akquirieren zu können. In diesen angeführten 49 Tagen - übrigens mein erster längerer Aufenthalt in Los Angeles seit der Gründung des MAK Centers 1994 - ist es primär auch um die endgültige Installierung der erwähnten Non-Profit-Organisation und des Neubaus des Mackey-Komplexes gegangen."

Dagegen räumt Noever ein, dass es besser gewesen wäre, die Geburtstage seiner Mutter besser nicht im MAK zu feiern: "Das waren sicher keine Privatveranstaltungen! Die Geburtstage meiner Mutter waren nicht der primäre Anlass, die standen auch nicht auf der Einladung. Wir haben bei diesen Festen Freunde des Hauses - Künstler, Sponsoren - eingeladen. Ich bin davon ausgegangen, dass das Haus dadurch einen Gewinn hat. (...) Ich hätte die Geburtstage meiner Mutter bei diesen Einladungen nicht mitfeiern lassen sollen. " (APA)

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