Vonn thront über Zauchensee

8. Jänner 2011, 13:42
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Keine Chance für Konkurrenz in Abfahrt - Pärson und Fenninger komplettieren Podest

Lindsey Vonn hat nun auch Altenmarkt-Zauchensee auf ihrer Abfahrtssiegesliste. Die US-Amerikanerin gewann am Samstag erstmals auf der technisch anspruchsvollen Strecke im Pongau, in 1:46,39 Minuten feierte sie ihren insgesamt 37. Weltcupsieg bzw. den 20. in der Abfahrt. Hinter der 43/100 Sekunden zurückliegenden Schwedin Anja Pärson kam die Salzburgerin Anna Fenninger 98/100 hinter Vonn auf ihren ersten Weltcup-Podestplatz in der Königsdisziplin. Die Top Vier waren auf Head-Skiern unterwegs, denn die deutsche Gesamt-Weltcup-Leaderin Maria Riesch landete auf Platz vier.

"Ich habe genau das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe", erklärte Fenninger. "Die Kurven bin ich auf Zug gefahren und in Teilen habe ich attackiert." Mit Nummer acht heruntergekommen, hatte die 21-Jährige neun Läuferinnen lang geführt, ehe sie von Pärson und später von Vonn verdrängt wurde. Mit dem dritten Rang kann sie aber auf alle Fälle gut leben. "Mit taugt es einfach, ich habe mich erneut steigern können."

Es ist Fenningers zweitbestes Weltcup-Ergebnis nach Rang zwei vor zwei Jahren im Super-G von Cortina. Auffallend, dass die dreifache Junioren-Weltmeisterin der Jahre 2006 und 2008 in allen ihren bisherigen sechs Saisonrennen in den Top Ten landete. In der Abfahrt hat sie neben diesem dritten einen fünften, siebenten und neunten Platz erreicht. Dazu kommen in der Super-Kombination und dem Super-G je ein vierter Rang. "Meine Form ist derzeit einfach gut", hatte sie eine simple Erklärung dafür.

Vonn legte keinen fehlerfreien Lauf auf die Kälberloch-Piste, hatte aber dennoch bei allen Zwischenzeiten die Bestmarke. In der Rechtskurve beim Unterbergweg hatte die 26-Jährige gar einen schweren Fehler, ist ganz weit abgetragen worden. "Ich habe mir gedacht, egal", meinte Vonn mit dem Selbstvertrauen der Favoritin. "Wenn ich die Linkskurve danach gut fahre, nehme ich einfach die Geschwindigkeit von dort bis ins Ziel mit. Die Bedingungen waren nicht leicht. Es war wärmer, der Schnee war weich. Ich bin über den Sieg sehr stolz."

Pärson gelang es weniger, mit vollem Schwung in den Zielhang zu kommen - das war der Unterschied. "Ich habe das Tempo nicht wirklich gut mitnehmen können", sagte die Schwedin. "Oben war es von mir aber sehr stark." Die Skandinavierin verpasste zwar ihren 42. Weltcupsieg, war mit ihrem Abschneiden jedoch hochzufrieden. "Ich war zuletzt verkühlt und fahre seit drei Tagen ein neues Material. Bei den Bedingungen ist so ein Resultat unglaublich."

Pärson hatte vor zwei Jahren in Zauchensee ihre bisher letzte Abfahrt gewonnen, war 2009 gemeinsam mit Dominique Gisin auf dem obersten Treppchen gestanden. Die Schweizerin wurde diesmal mit 1,23 Sekunden Rückstand 2/100 hinter ihrer Landsfrau Lara Gut Siebente. Auf den Rängen vier und fünf landeten die zweifache deutsche Abfahrts-Saisonsiegerin Riesch sowie Lokalmatadorin Andrea Fischbacher (+1,18).

"Es ist ein Schritt vorwärts", erläuterte Fischbacher erfreut. "Ich kann daraus Selbstvertrauen tanken und lockerer in die nächsten Rennen gehen. Es fängt wieder zu funktionieren und runder zu laufen an." Wie im Training hatte die Super-G-Olympiasiegerin im wegen eines Stromausfalls um mehr als 30 Minuten verspätet begonnen Rennen bei rund 30 Fahrsekunden den heiklen "Hot Air"-Sprung etwas versäumt.

Riesch holte nach schwachem Training fast das Optimum für sich heraus. "Das zeigt, dass ich es im Rennen immer noch bringen kann." Deutschlands "Sportlerin des Jahres 2010" trauerte ein bisschen im oberen Streckenteil verlorener Zeit nach, 7/100 fehlten ihr schließlich auf Fenninger. "Ohne dem wäre sich das Podium noch ausgegangen."

So büßte Riesch im Gesamt-Weltcup 50 Punkte auf Vonn ein, liegt mit nunmehr 883 Zählern aber noch immer 136 Punkte voran. Im Abfahrtsweltcup liegt Vonn schon 103 Zähler vor ihrer Rivalin. Die Steirerin Elisabeth Görgl behielt nach schwerem Fehler mit Rang acht (+1,32) Rang drei im Disziplinen- und Gesamt-Weltcup. "Ich bin nicht so zufrieden, weil mir der Fehler passiert ist. Aber sonst war meine Fahrt okay."

Die Steirerin Nicole Schmidhofer gab als 14. (+2,07) ein kräftiges Lebenszeichen von sich, die 21-jährige Dritte vom Freitag-Training holte ihre ersten Weltcup-Punkte in dieser Saison. In die Punkte kamen vom zehnköpfigen ÖSV-Aufgebot auch die Tirolerinnen Regina Mader als 23. (+2,47) und Stefanie Moser als 27. (+2,61). Die Salzburgerin Margret Altacher verfehlte als 31. einen Weltcuppunkt um 27/100. (APA)

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