In Afghanistan getöteter Militär sorgt für Spannungen

8. Jänner 2011, 12:27
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Heer soll Todesumstände verheimlicht haben

Rom - Die Todesumstände des vergangene Woche in Afghanistan getöteten italienischen Soldaten Matteo Miotto sorgen für Spannungen in Rom. Der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa kritisierte die schleppende Aufklärung der Todesumstände Miottos vonseiten des Heeres. Erst einige Tage nach dem Tod sei klar geworden, dass der Soldat nicht bei einer Einzelaktion, sondern bei einem Feuergefecht von einem Heckenschützen ermordet worden sei. Die Dynamik sei also viel komplexer als bisher gedacht und sogar ein US-Flugzeug sei zur Hilfe hinzugezogen worden und habe eine Bombe abgeworfen, um die italienischen Soldaten zu schützen, berichtete der Minister. Zuvor hatte es verschiedene Aussagen über den Hergang vor Ort gegeben.

"Ich bin für totale Transparenz, weil wir nichts zu verheimlichen haben. Wir werden angegriffen, weil wir eine wichtige Aufgabe in Afghanistan leisten", meinte der Minister. Die Eltern des 24-jährigen Soldaten aus der norditalienischen Stadt Vicenza hatten an La Russa appelliert, Klarheit über den Tod ihres Sohnes zu schaffen, da das Heer widersprüchliche Informationen geliefert habe. Zuerst habe ein Kommandant aus Afghanistan berichtet, der junge Soldat sei an der Schulter getroffen worden, danach sprach man von einem Hüftschuss, kritisierte der Vater.

Unglückliche Umstände

Ein einziger Schuss soll den sofortigen Tod Miottos verursacht haben, ergab die Obduktion. Die Ausrüstung des verstorbenen Soldaten sei angemessen gewesen, nur durch unglückliche Umstände sei Miotto zu Tode gekommen.

Italien ist derzeit mit etwa 3.800 Soldaten an der ISAF-Mission in Afghanistan beteiligt. Eine weitere Entsendung von militärischen Ausbildern in die Region im Laufe dieser Monate sei nicht ausgeschlossen, sagte La Russa. Man hoffe so, bereits Ende 2011 diverse Regionen im Westen des Landes der afghanischen Kontrolle übergeben zu können. Im Oktober waren vier italienische Soldaten in der westafghanischen Provinz Farah ums Leben gekommen. (APA)

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