Zwei Sieger in Adelboden

8. Jänner 2011, 16:11
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Axel Lund Svindal und Cyprien Richard sorgen für erstes Ex-Aequo-Ergebnis im Riesentorlauf - Benjamin Raich wird Vierter

Adelboden - Der Norweger Aksel Lund Svindal und der Franzose Cyprien Richard haben am Samstag ex aequo das Rennen um den Sieg im legendären Riesentorlauf auf dem Chuenisbärgli gemacht und die Erfolgsserie des US-Amerikaners Ted Ligety beendet. 2/100 Sekunden hinter Thomas Fanara (Frankreich/0,20 hinter Siegerduo) verpasste Benjamin Raich das Podest als Vierter nur knapp. Mit Philipp Schörghofer als Siebentem schaffte es im vorletzten Weltcup-Bewerb dieser Disziplin vor der WM ein weiterer Österreicher in die Top Ten.

Das Gros der Rekordzahl von 29.000 Zuschauern hoffte im Finale auf einen Erfolg von Carlo Janka, der 0,36 Sekunden hinter dem halbzeitführenden Ligety gelegen war. Nach Beaver Creek, Val d'Isere und Alta Badia ging der 26-jährige Ligety aus den USA auf dem vierten Erfolg en suite los, nach einem Fast-Sturz im zweiten Durchgang wurde er allerdings auf Platz 28 zurückgeworfen, während Janka sich als 13. eingereiht hatte. Damit ging der Sieg an Svindal (zur Halbzeit 6.) und dank Laufbestzeit an Richard (21.).

"Das Rennen ist speziell, weil die Stimmung hier so unglaublich ist", sagte Svindal nach seinem ersten Sieg im WM-Winter (14. gesamt), der ihm mit 435 Punkten auch die Führung im Gesamtweltcup vor dem Salzburger Michael Walchhofer (409) brachte. An einen Sieg hatte er selbst nicht geglaubt, war er doch in der Früh noch fiebrig gewesen. "Ich lag drei Tage im Bett, aber jetzt geht es schon", versicherte der Skandinavier nach vollbrachter Leistung wahrlich glaubhaft.

Der 31-jährige Richard jubelte über seinen Premierenerfolg (erstmals gab es in einem Weltcup-Riesentorlauf der Herren zwei Sieger) und stellte fest: "Ich teile den Sieg mit einem großem Mann. Frankreich hat heuer ein starkes Team, wir kämpfen gemeinsam."

Nicht ganz so stark sind die Österreicher am Samstag unterwegs gewesen. Auf recht frühlingshaftem Schnee kamen sie allerdings besser zurecht als im vorweihnachtlichen Eisdebakel in Alta Badia, zum Podestplatz reichte es aber knapp nicht. Raich hatte sich von seiner Erkrankung erholt (Magen verdorben), dass er jedoch noch nicht wieder topfit ist, war dem Pitztaler anzumerken. Nach einem "guten ersten Lauf" und dem dritten Platz zur Halbzeit erklärte er nach Rennende, nun mit Rang vier leben zu müssen.

"Es war keine schlechte Leistung, aber zwei Zehntel haben gefehlt. Ich wollte ganz rauf, aber es hat nicht ganz gereicht", sagte der zweifache Gewinner der Riesentorlauf-Kugel, der auf seinen erkrankten Bruder und Betreuer Florian Raich hatte verzichten müssen. Vor dem Start bekam er aber noch telefonisch Tipps. "Ich denke, dass ich sehr konstant und in guter Form bin. Das letzte Stückerl muss ich noch gutmachen, dann passt es perfekt." Raich wartet seit Rang drei am 13. Dezember 2009 in Val d'Isere auf einen Podestplatz im Riesentorlauf.

Abbauende Piste

Bei Sonnenschein und leichten Plusgraden waren rasch Spuren in die Piste gefahren, was im ersten Durchgang den hinteren Startnummern und im Finale den Topplatzierten zu schaffen machte. Vor der WM steht nun nur noch ein Riesentorlauf auf dem Programm, jener am 6. Februar in Hinterstoder. Auch für die rot-weiß-roten Läufer ist es die letzte Chance, sich zu empfehlen. Raich als Vierter und Fünfter sowie Marcel Hirscher als Dritter und Sechster dürfen allerdings schon für den Garmisch-RTL planen.

Für Schörghofer war es in Adelboden nach Platz neun in Beaver Creek der zweite Top-Ten-Platz. "Im ersten waren bei meinem Lauf schon Spuren drinnen, aber ich habe sie gut getroffen. Im zweiten hat es mich einmal ausgehoben, dort habe ich es dann verloren. Und bei den letzten Acht war auch schon die Sonne weg, da war es schon schwierig", erläuterte Schörghofer, der nach Lauf eins noch zwei Ränge einbüßte.

Romed Baumann fiel von 8 ("Gute Ausgangsposition") auf 21 zurück, Hannes Reichelt wurde 14., der noch gegen eine Erkältung kämpfende Hirscher 16. und Stephan Görgl 27. Christoph Nösig als 32. und Björn Sieber als 41. verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang, Marcel Mathis schied aus.

Der Schweizer Daniel Albrecht qualifizierte sich in seinem ersten Weltcup-Rennen auf heimischem Boden nach seinem Comeback als 30. für das Finale, in dem er mehrmals einen Ausfall nur knapp vermied und am Ende des Feldes landete (29.).(APA)

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    Zwei Mann, ein Platz: die Doppelsieger Aksel Lund Svindal (li) und Cyprien Richard.

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    Saison-Chef Ted Ligety verfuhr sich im zweiten Durchgang.

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