Al-Bashir warnt vor Loslösung Südsudans

8. Jänner 2011, 09:30
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Präsident: Unabhängigkeit sei kein Allheilmittel

Doha/Khartum - Vor dem Volksentscheid über eine Unabhängigkeit des Südsudans an diesem Sonntag hat Präsident Omar Al- Bashir vor einer Loslösung des Landesteils gewarnt. Der Süden sei nicht in der Lage, "für die Menschen zu sorgen oder einen Staat oder eine Amtsgewalt zu bilden", sagte Al-Bashir am Freitag dem arabischen Sender Al Jazeera. Er äußerte sich besorgt über mögliche Instabilität im Süden, die sich auch auf den Norden auswirken würde. "Wenn Krieg im Haus deines Nachbarn herrscht, wirst Du nicht im Frieden sein", warnte Al-Baschir.

Zugleich zeigte der Präsident Verständnis für die Unabhängigkeitsbestrebungen. Nach jahrzehntelangem Krieg seien die Bewohner des Südens entweder Flüchtlinge oder in anderer Weise zu Schaden gekommen. "Sie glauben, dass der Grund für all dies Leid darin besteht, dass der Süden vom Norden kontrolliert wird, und sie glauben, dass sie dieses Leiden nur durch die Loslösung des Südens vom Norden beenden können", sagte Al-Bashir. Die Unabhängigkeit sei aber kein Allheilmittel.

Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die knapp vier Millionen registrierten Wähler am Sonntag mit großer Mehrheit gegen ein geeintes Staatswesen und für die Unabhängigkeit des Südens entscheiden. Die historische Volksabstimmung ist Teil des Friedensabkommens von 2005, das dem blutigen Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd nach 21 Jahren ein Ende setzte. In dem Konflikt waren mehr als zwei Millionen Menschen getötet und vier Millionen vertrieben worden. (APA/dpa)

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