Großteil der Bevölkerung fürchtet Einschüchterungen
Harare - Die geplanten Neuwahlen in Simbabwe sind für
weite Teile der Bevölkerung einer Umfrage zufolge mit Angst und
Schrecken verbunden. Sieben von zehn Befragten äußerten Furcht vor
Einschüchterung und Gewalt, wie aus der am Freitag veröffentlichten
Erhebung des Instituts Afrobarometer hervorgeht.
Ebenso viele Menschen erklärten, sie fühlten sich in ihrer
Meinungsfreiheit eingeschränkt. Die Bürgerrechte würden immer stärker
missachtet, und fast täglich drohten militante Anhänger der
ZANU-PF-Partei von Präsident Robert Mugabe mit einem Bürgerkrieg,
falls ihre Partei die Wahlen verliere.
Das Vertrauen in die Regierungskoalition Mugabes mit seinem
Rivalen, Ministerpräsidenten Morgan Tsvangirai, ging der Umfrage
zufolge 2010 auf etwa ein Drittel zurück. 2009 hatten noch die Hälfte
der Befragten Vertrauen in die Allparteienregierung geäußert. Trotz
der Befürchtungen sprachen sich 70 Prozent der Befragten dafür aus,
dass die Wahlen abgehalten werden sollten.
Mugabe und Tsvangirai hatten sich nach der umstrittenen und von
Gewalt begleiteten Präsidentenwahl 2008 schließlich im Februar 2009
auf ein Abkommen geeinigt, wonach Tsvangirais Partei Bewegung für
demokratischen Wandel (MDC) rund die Hälfte der Ministerposten
kontrolliert, allerdings nicht die strategisch wichtigen Ämter des
Verteidigungs- und des Polizeiministers. Seit der Unabhängigkeit des
südafrikanischen Landes von Großbritannien im Jahr 1980 hatte Mugabe
bis 2008 alleine regiert. (APA/dapd)