Was die anderen Parteien wollen

7. Jänner 2011, 19:46
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Rot und Grün hätten am liebsten eine Gesamtschule bis 14 - Schwarz und Blau wollen die Gymnasien erhalten

In Bildungsfragen zieht sich ein ideologischer Graben durch die Parlamentsparteien. Die SPÖ will eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, die die Hauptschule und das Gymnasium ersetzt.

Vorerst ist es jedoch das Ziel, die bereits bestehende Neue Mittelschule weiter auszubauen, was an der Zehn-Prozent-Regel für Schulversuche und dem Koalitionspartner (bisher) scheiterte. Weiters soll das ganztägige Schulangebot ausgebaut werden. In der Frage der Kompetenzverteilung ist die Kanzlerpartei klar gegen eine "Verländerung" der Pädagogen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied kämpft für ein neues, einheitliches Lehrerdienstrecht mit höheren Einstiegsgehältern, flacheren Einkommenskurven und längerer Lehrverpflichtung.

Teil des SPÖ-Konzepts ist auch die Ausbildung aller Pädagogen auf universitärem Niveau mit vorgängigen Aufnahmeprüfungen und das Recht der Direktoren, ihre Lehrer selbst aussuchen zu dürfen.

Die Grünen wollen die Schüler bis zum 14. Lebensjahr ebenfalls in eine gemeinsame Schule schicken und setzen dort auf Differenzierung. Ihre "Grüne Schule" wäre ganztägig geöffnet. Schulnoten soll es erst ab dem zwölften Lebensjahr geben. Außerdem solle es einen Rechtsanspruch auf kostenlose Betreuungsplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr geben.

Konträr dazu die Position der FPÖ: Gymnasien sollen bleiben, die Neue Mittelschule als verbesserte Hauptschule ausgebaut werden. Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen sollen in separaten Klassen unterrichtet werden, in denen der Schwerpunkt auf Spracherwerb gelegt wird.

Das BZÖ will eine gemeinsame Schule bis 15 mit verstärkter Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Prüfer sollen nicht die Lehrer sein, die zum Coach der Schüler werden. (wug, DER STANDARD-Printausgabe, 8./9.1.2011)

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