Von der Sorge, dass einem die Worte fehlen

7. Jänner 2011, 17:06
7 Postings

Birgit Antoni und Sandra Grimm haben eine Idee entwickelt, die Gequassel schnell in nachdenkliches Schweigen überführen kann

Kinder quasseln gerne. Reden in einer Lautstärke, die oft ans Schreien grenzt. Warum das so ist, kann vielleicht jemand anderer erklären. Selbst weiß man nur: Ja, es ist so.

Die eigene Tochter füllt des Öfteren Redepausen mit Sinnlosfragen auf. "Wie tief kann ein Elefant in einem Sumpf tauchen?", fragt sie da. Keine Ahnung. Weiß das irgendjemand? Hauptsache, man redet.

Birgit Antoni und Sandra Grimm haben da eine Idee für ihr Buch entwickelt, die Gequassel schnell in nachdenkliches Schweigen überführen kann. Pia Plappermaul heißt ihr Buch für Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Was Pia am liebsten tut, braucht bei diesem Titel nicht erwähnt werden. Zum Schweigen wird sie durch ihren Bruder gebracht, der ihr ein vermeintliches Geheimnis erzählt: "Jeder Mensch hat ein großes Wortsäckchen voll mit Wörtern. Die müssen reichen, bis er alt wird." Wer zu früh zu viele benutzt, müsse später schweigen, sagt er.

Pia reagiert geschockt. Die Vorstellung, manch ein Politiker hätte sein Wortesackerl aufgebraucht, ein Traum! Oder dass Nachbarn, die ständig nörgeln, plötzlich die Worte ausgehen. Guter Gedanke. Aber selbst im Kinderbuch wird dieser Traum nicht wahr. Opa erklärt, wie das mit dem Wortschatz wirklich ist. Und Pia hat sich schnell angepasst: Das Plappermäulchen hat sich eine Schachtel mit Wörtern für Notzeiten angelegt. (Peter Mayr/DER STANDARD/Album, Printausgabe, 08.01.2011)

"Pia Plappermaul"
Birgit Antoni, Sandra Grimm
32 Seiten
Ravensburger Verlag
€ 13,40,-

  • Die Vorstellung, manch ein Politiker hätte sein Wortesackerl aufgebraucht, ein Traum!
    foto: ravensburger

    Die Vorstellung, manch ein Politiker hätte sein Wortesackerl aufgebraucht, ein Traum!

Share if you care.