Mord an Lehrling: Polizei tappt weiter im Dunklen

7. Jänner 2011, 12:09
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Medienberichte über angeblichen Raubmord bzw. Bandenkrieg als "Spekulationen" zurückgewiesen

Die Polizei ist bei der Suche nach den vermutlich zwei Tätern, die in der Nacht auf vergangenen Dienstag in Wien-Simmering den 18-jährigen Lehrling Valmir L. erstochen haben, nach wie vor nicht erfolgreich. Medienberichte, denen zufolge der Bursch einem Raubmord bzw. einem Bandenkrieg zum Opfer gefallen sein soll, wurden am Freitag als "Spekulationen" zurückgewiesen. "Ich weiß nicht, woher die Herrschaften das haben. Von uns jedenfalls nicht", betonte Polizeisprecherin Camellia Anssari.

Der Lehrling war kurz nach Mitternacht in der Grillgasse von hinten niedergestochen worden. Passantinnen sahen zwei junge Männer davonlaufen, von denen es recht gute Beschreibungen gibt. Einer dürfte sich bei der Attacke verletzt haben, da sich eine Blutspur vom Tatort bis in die Lorystraße zog. Die Auswertung dieses Beweismittels wird bis Mitte kommender Woche erwartet - möglicherweise lässt sich anhand einer DNA-Analyse eine Spur zu einem Verdächtigen konkretisieren.

Gerücht über möglichen Spielgewinn

Dass Valmir L. kurz vor der Bluttat in einem Spiellokal angeblich 3.000 Euro gewonnen haben soll und dabei von seinen späteren Mördern beobachtet wurde, bezeichnete Anssari als "eines von vielen Gerüchten", das sich vorerst nicht erhärtet habe. Die Erhebungen im Nahbereich des Tatorts sowie im Umfeld des Opfers zu einem möglichen Motiv seien noch nicht abgeschlossen. Auch die Tatwaffe konnte bisher nicht sichergestellt werden.

Die Polizei schließt aus derzeitiger Sicht vorerst auch einen Zusammenhang zwischen der Bluttat und einem länger zurückliegenden Angriff auf den jüngeren Bruder des 18-Jährigen aus, der beim Gasometer von tschetschenischen Jugendlichen niedergestochen, aber nicht lebensgefährlich verletzt wurde. (APA)

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