Tarifreform soll bis Sommer stehen

7. Jänner 2011, 11:16
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Grüner Klubchef Ellensohn rechnet mit Umsetzung bis Anfang 2012 - Altersstaffelung soll sozialem Modell weichen

Die Tarifreform für die Wiener Öffis wird noch in der ersten Jahreshälfte konkrete Formen annehmen. Bis Ende Juni sollen nämlich die Ergebnisse der eingesetzten Arbeitsgruppe auf dem Tisch liegen, kündigte David Ellensohn, Klubobmann der Rathaus-Grünen, an. Künftig würden die Ticketpreise weniger nach Altersgruppen, sondern vielmehr nach sozialen Aspekten gestaffelt, beschrieb der Klubchef die Stoßrichtung. Er geht davon aus, dass die neuen Tarife mit Anfang 2012 umsetzbar sind.

Die derzeitige Altersstaffelung ergebe nicht unbedingt Sinn. "Nach einer langen politischen Karriere muss man nicht unbedingt verbilligte Fahrscheine bekommen", spielte Ellensohn auf die Seniorenermäßigung an. Andererseits würde es sozialbedürftige Leute geben, die allein wegen ihres Alters keine Vergünstigung erhielten.

Nicht nur für Jahreskarten

Das neue Tarifsystem soll laut Klubchef nicht nur die Jahreskarten betreffen, sondern alle Ticketvarianten inkludieren. "Idealerweise" werde auch die Kernzone - sie umfasst derzeit nur den Stadtbereich - ins Wiener Umland ausgeweitet. Hier müsse es aber Gespräche mit Niederösterreich geben. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", zeigte sich Ellensohn zweckoptimistisch. Neben Vertretern der rot-grünen Koalition würden jedenfalls auch Experten aus diversen Bereichen in die Verhandlungen eingebunden, so Ellensohn. Vorschläge der Opposition seien ebenfalls willkommen.

Citymaut kein Thema

Was den Autoverkehr betrifft, sei eine Citymaut in den kommenden fünf Jahren - trotz äußerst schlechter Feinstaubwerte in der Bundeshauptstadt - kein Thema. In der Koalitionsvereinbarung sei ausdrücklich festgehalten, dass ein derartiges Gebührenmodell weder eingeführt noch Anträge dafür gestellt würden. In Sachen Umweltzonen - sie verbieten schadstoffintensiven Fahrzeugen die Einfahrt in bestimmte Stadtgebiete - hielt sich Ellensohn einigermaßen bedeckt: "Alles, was nicht dezidiert im Regierungspakt steht, ist Verhandlungsgegenstand." Die Ökopartei hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Umweltzonen für Wien gefordert.

Neue Parkpickerl noch heuer

Man werde mit diversen anderen Maßnahmen versuchen, den motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen. Ein Mittel sei etwa die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Die Entscheidung darüber, in welchen zusätzlichen Bezirken das Parkpickerl kommt, werde wohl noch in diesem Jahr fallen, prophezeite der Grüne Klubchef. Sinnvoller seien jedenfalls "geografische Pakete" statt einer "Fleckerlteppichlösung". Bereits vor einigen Wochen hatten diverse Außergürtelbezirke Interesse angemeldet, kostenpflichtige Parkplätze einführen zu wollen. (APA)

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    David Ellensohn, Klubobmann der Rathaus-Grünen, sprach neben der Tarifreform auch über City-Maut und neue Parkpickerlzonen.

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