Christbaum am Wiener Rathausplatz gefällt

7. Jänner 2011, 11:04
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Wird zu 20 Fledermausbehausungen verarbeitet - Schönbrunner Exemplar wird erst am Montag umgeschnitten

Der Christbaum am Wiener Rathausplatz hat am Freitag seinen letzten Weg angetreten: Um 9.00 Uhr begannen drei Forstarbeiter die 28 Meter hohe Fichte zu fällen. Nach etwa 15 Minuten war die Arbeit erledigt. Der Baum wird nun in das städtische Sägewerk nach Hirschwang an der Rax (NÖ) gebracht. "Dort wird er in Bretter geschnitten und anschließend zu Behausungen für Fledermäuse verarbeitet", erklärte der Wiener Forstdirektor Andreas Januskovecz die weiteren Arbeitsschritte. Der Weihnachtsbaum vor dem Schloss Schönbrunn wird erst am Montag umgeschnitten.

Das Fällen des hölzernen Riesen ging ohne Probleme vonstatten. Die mehr als sechs Tonnen schwere Fichte wurde zurechtgesägt, gekippt und anschließend in leichter transportierbare, vier Meter lange Abschnitte zerstückelt. Als Dekoration hat der 74 Jahre alte Baum, welcher der Bundeshauptstadt diesmal von der Mühlviertler Gemeinde Afiesl in Oberösterreich überlassen wurde, somit ausgedient. Weiterhin genutzt wird er aber bald von Fledermäusen, denn das Holz wird zu Quartieren für sie verarbeitet.

Neue Heime am Wienerberg

"In etwa einem Monat sollen die Fledermauskästen fertig sein", führte Januskovecz aus. Rund 20 Behausungen würden aus dem Baum entstehen. Diese sollen im Frühling unter anderem am Wienerberg, im Lainzer Tiergarten sowie im Randbereich des Wienerwalds montiert werden.

"Wien ist eine der fledermausreichsten Großstädte Europas. 21 der 26 Arten, die in Österreich vorkommen, leben in der Bundeshauptstadt", erklärte der Forstdirektor. Wie viele Tiere es allerdings genau sind, wisse er nicht, denn: "Fledermäuse kann man faktisch nicht zählen." In den vergangenen Jahren wurde der Rathausplatz-Christbaum stets zu Vogelnistkästen umfunktioniert.

Schönbrunn: Fällen und Schmausen

Noch einige Tage länger steht der Weihnachtsbaum vor dem Schloss Schönbrunn. Dieser fällt erst Montagfrüh, ab 8.00 Uhr, den Werkzeugen der Forstleute zum Opfer. Nach der Fällung wird die Fichte zerkleinert, in den Tiergarten transportiert und dort den Elefanten und Nashörnern zum Fraß vorgeworfen. Das Verfüttern des knackigen Festschmauses beginnt um 9.30 Uhr. (APA)

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    Der Christbaum am Rathausplatz hat noch nicht ganz ausgedient.

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