Castro wechselt Minister aus

7. Jänner 2011, 10:51
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Vizepräsident Valdés verlor Kommunikationsressort

Havanna - Kubas Präsident Raúl Castro hat eine Regierungsumbildung vorgenommen. Der Revolutionsveteran Ramiro Valdés wurde von der Leitung des wichtigen Kommunikationsministeriums entbunden, wie die Regierung am Donnerstag in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung bekanntgab. Valdés, der auch stellvertretender Staats- und Regierungschef ist und dem Politbüro der Kommunistischen Partei angehört, werde in der Regierung die Aufsicht über das Bauministerium, das Industrieministerium und das Kommunikationsministerium behalten. Bauminister Fidel Figueroa wurde wegen nicht näher genannter "Fehler im Amt" abberufen. Sein Nachfolger wird der 52-jährige René Mesa, neuer Kommunikationsminister wird der Armeegeneral Medardo Díaz.

Ramiro Valdés war von Anfang der 1950er Jahre an ein Weggefährte von Revolutionsführer Fidel Castro. So war er am Angriff auf die Moncada-Kaserne 1953 beteiligt, der zwar fehlschlug, aber bis heute als Beginn der kubanischen Revolution gefeiert wird. Der heute 78-Jährige hatte bereits mehrere Regierungsposten inne, unter anderem den des Innenministers. Seitdem er die Spitzenfunktionen seines Bruders Fidel 2006 übernommen hat, nahm Raúl Castro bereits rund 30 Veränderungen im Kabinett vor. Er hat umfangreiche wirtschaftliche Reformen für sein Land angekündigt. So soll das selbstständige Unternehmertum ausgebaut und staatliche Eingriffe zurückgefahren werden. In dieser Woche begann die Regierung mit dem Abbau von einer halben Millionen Stellen im öffentlichen Dienst, der bis Ende März abgeschlossen sein soll. Mittelfristig sollen sogar eine Million Jobs im öffentlichen Dienst abgebaut werden. Bereits 80.000 Kubaner haben im Rahmen der laufenden Wirtschaftsreformen die Gründung neuartiger Kleinunternehmen beantragt. (APA/AFP)

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